Spezialfolge –

Barkeeping mit Tobias Müller

01.04.2026

Shownotes

Wir haben lange genug über Code gesprochen. Heute geht’s um Cocktails und das, was unseren Namen prägt: die Bar! Passend zum 1. April sprechen wir in diesem Deep Dive nicht über Frameworks, AI oder Architektur, sondern gemeinsam mit Tobias Müller über Drinks und Barkultur.

Tobias ist Barkeeper und Chef de Bar in der Jahreszeiten Bar des Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg und gibt uns Einblicke in seinen Arbeitsalltag hinter der Bar. Er erklärt, wie er kreative Drinks entwickelt, Gäst:innen betreut und dabei stets die Atmosphäre im Blick behält.

Dabei wird deutlich, dass dieser Beruf viel mehr mit sich bringt als nur Mixen: Es geht um Community, Kommunikation und das richtige Gespür für den Raum. Tobias vergleicht seinen Job mit anderen Berufsfeldern und zeigt auf, wie entscheidend Erfahrung, Ruhe und Aufmerksamkeit für die Qualität eines Bar-Erlebnisses sind.

Ein zentrales Thema der Folge ist die Entwicklung der Barkultur in Deutschland. Tobias spricht über die Bedeutung von Signature Drinks, die wachsende Beliebtheit alkoholfreier Cocktails und wie man selbst ohne Alkohol ein herausragendes Geschmackserlebnis schaffen kann.

Neben technischen Details zur Cocktailherstellung teilen die Hosts und Tobias persönliche Anekdoten, etwa über Lieblingsdrinks und besondere Erinnerungen, die Geschmack und Emotion verbinden. Abschließend gibt Tobias einen Ausblick auf Trends in der Barwelt für 2026.

/transkript/programmierbar/spezialfolge-barkeeping-mit-tobias-mueller
Dennis
Hallo und herzlich willkommen zu 1 neuen Folge der programmier.bar. Wir haben uns im Team 'n bisschen zusammengesetzt und haben überlegt, okay, ne, programmier.bar mit den ganzen Entwicklungen, AI, alles was irgendwie da draußen ist, was machen wir mit dem Format? Und ich meine seit Anfang an, seit was sind das jetzt? 7 Jahre?
Dave
7 Jahre.
Dennis
7 Jahre steckt ja auch irgendwo dieses Bar in unserem Namen, der Programmier Bar und von daher haben wir uns gedacht, okay, dann kümmern wir uns den hinteren Teil jetzt einfach mal 'n bisschen mehr in Zukunft und sprechen über das Barkeeper sein. Mein Name ist Dennis Becker und mit mir hier zusammen sitzt
Dave
Dave, aka David Kusitzki, aka der programmier.bar Keeper. Kein Torwart, kein Torwart.
Dennis
Der programmier.bar Keeper. Sehr gut und ja, wir haben uns passend zu der ersten Folge in diesem neuen Themenbereich jemanden eingeladen, der besser gar nicht sein könnte.
Dave
Ich würd sagen, es ist wirklich die beste Wahl. Die beste Wahl. Es gibt keine bessere Wahl.
Dennis
Die wir dafür haben. Und zwar reden wir jemand mit jemandem, der sich auskennt in dem Business seit über einem Jahrzehnt, schon in 1 hochkarätigen Bar unterwegs und zwar in der 4 Jahreszeiten Bar des 4 Jahreszeitenhotels in Hamburg, also von höchster Klasse und Güte. Tobias Müller, schön, dass Du bei uns bist.
Tobias
Guten Tag, grüß euch. Vielen Dank für die Einladung. Ich freu mich sehr.
Dennis
Gut. Dave. Ja, bitte. Und jetzt kann ich die Frage gar nicht stellen. Aber wir machen so weiter jetzt.
Dave
Wir machen jetzt gerade Wir
Tobias
machen das
Dennis
so weiter. Okay, sehr gut. Also Alles klar. Dann reden wir heute einfach über das.
Dave
Nicht nur heute, sondern auch in den nächsten Monaten.
Dennis
Na ja, also heute übers. Mal übers Cocktail mixen und so weiter. Das sind ja verschiedene Aspekte, die im im Barbereich unterwegs sind.
Dave
Genau.
Dennis
Aber heute explizit geht's eben Das wir so nennen, was vielleicht ja gar nicht in der professionellen Sprache so ist. Von daher, Tobias, was ist für dich, wenn wir über oder reden, wie würdest Du das mit ein, 2 Sätzen beschreiben? Ist das 1, ist das irgendwie eine Berufsart oder gehört da irgendwie mehr dazu oder weniger dazu? Was ist für dich?
Tobias
Also das Wort Barkeeping kommt ausm angelsächsischen und hier in Deutschland ist es ähnlich wie auch im angelsächsischen Bereich, der Beruf des Barkeeperers oder Barkeeperin ist kein klassischer Lehrberuf, sondern es ist ein Beruf, der klar definiert ist in dem, was man macht und tut, aber er wird nicht ausgebildet. Und das heißt also, wenn man als Barkeeperin oder Barkeeper arbeiten möchte, dann fuchst man sich dort hinein und arbeitet sich hinein und arbeitet dann als Barkeeper. Das heißt, man ist Gastgeberin, Gastgeber, man mixed Cocktails, man hat sich Aromen technisch und Geschmacksbereich sehr stark ausgebildet, sich selber oder auch mithilfe von erfahrenen Menschen und ja, bereitet Menschen einen schönen Tag oder auch einen schönen Abend in der in 1 Bar. Das ist so das Barkeeping, ganz kurz zusammengefasst.
Dennis
Sehr gut. Wir werden dann sicher in einige der Aspekte heute noch ein bisschen tiefer eintauchen und und gucken, was es da alles für Aspekte gibt, die die das ein bisschen mehr erhalten. Dave hält sich immer schon für den großen Barkeeper, weil er
Dave
Das hab ich nie gesagt.
Dennis
Mit mit die R Rat hier auf unseren Meetups und auch auf der ProgrammierCon unserer Konferenz ein bisschen, soll ich sagen, so zu tun, das wär 'n bisschen übertrieben, ne. Die Rolle des Barkeeper einnimmt, hier und den den Gästen Drinks mixed.
Dave
Drinks und gute Laune. Drinks und gute Laune. Drinks und gute Laune mixed. Ich find, das Ding ist, also meine Definition ist, glaub ich, bisschen sehr plänen. Ich ich hatt 'n Cocktail Shaker, da hatten wir, ja, jetzt bin ich 'n Barkeeper so. Ohne Schürze, ohne Schürze. Ja. Und dann
Tobias
dacht ich mir so, okay, ich bin es. Die erste Grundausstattung hast Du vorher schon mal mitgebracht, etwas zum Schütteln und die Schürze, wie auch immer sie zu dir gekommen ist. Und es ist schön, dass Du dieses Hobby, dass Du das machst. Das ist gut.
Dennis
Let's go. Sehr gut. Und man muss da auch tatsächlich einfach ehrlich so sein, dass alle professionellen Tipps bis jetzt hast Du eigentlich von mir bekommen.
Dave
Und 'n bisschen selbst angeeignet. Und ich würd sagen, auch semiprofessionelle Tipps.
Dennis
Wer gibt dir viele Tipps?
Dave
Du semi, semiprofession.
Dennis
Ach so, semi,
Dave
Nicht semi. Über semi.
Dennis
Der sagt eigentlich immer nur mehr Alkohol Genau.
Dave
Genau. Egal wie stark das ist, es soll stärker sein. Da würd mich aber jetzt mal interessieren, also weil ich ich wurd, also ich bin ja einfach son bisschen in die Rolle reingerutscht, Tobias so. Also ich mir wurd gesagt so, hey, ich hab da ich hab Interesse dran so, ach klar, mach das jetzt mal an unseren Meetups hier. Aber vielleicht mal son bisschen zu deinem Werdegang so. Wie bist Du Barkeeper geworden? Wie ist so der Weg, wenn es auch kein klassischer ist?
Tobias
Der Arbeitsort Bar ist ganz häufig ein Ort, wo Menschen aus unterschiedlichen Berufsrichtungen kommen, die entweder in einem Hotel Hotelfach gelernt haben, also Hotelfach Frau, Hotelkaufmann, mancher vielleicht sogar Koch gelernt und ist dann in die Bar gegangen. Dann aber auch viele Menschen, die ganz andere Berufe gelernt haben, also in meiner Wenigkeit. Ich hab 2 abgebrochene Studiengänge, eine Ausbildung zum Musikalen Händler gemacht und auch in diesem Bereich dann ein wenig gearbeitet, also im Musikgeschäft. Und war selbstständig und hatte als studentische Aussichtkraft während meiner Studienzeit immer wieder in Hotels gearbeitet und auch kontinuierlich in Hotels gearbeitet. Hatte da so meine erste Berührung auch mit den Bars gehabt und dort gestanden und geschüttelt und gemixt und gerührt und auch mal den Blinder irgendwie die Taste gedrückt und hatte während meiner Selbstständigkeit mit meiner kleinen Konzertdirektion für klassische Musik jemand kennengelernt, der, was ich damals nicht wusste, sehr etabliert war als Bartender und ich musste dann mein Unternehmen schließen und er hat gesagt, komm nach Berlin, wir machen hier eine der eine neue Bar auf mit dem breitesten Spirituosen Sortiment und den tiefsten und jetzt bring ich dir wirklich das Mixen bei, vergiss alles, was Du vorher irgendwie gemacht und getan hast im Bereich der Bar. Und so hab ich dann da in Berlin den Lebensstern bei einem Einstein mit aufgemacht. Das war Peter Kowalczyk, der mich damals nach Berlin geholt hatte und da war ich im Eröffnungsteam mit Thomas Pflanz zusammen, der in Berlin, ja, hatte Jura studiert, war Saxofonis bei Nena, aber Jura war dann doch nix für ihn und er hatte unter anderem dann 15 Jahre lang die die Bar am Müzeplatz geführt. Der eine oder andere kennt die Bar, sie existiert heute noch und er hatte sie damals in den End Neunzigerjahren als Bar Chef mit aufgemacht und geführt. Und da hatt ich dann also meinen Einstieg in die Bar gehabt und musste ganz viel fleißig lernen, kriegte son Stapel Rezepturen für die Nase gesetzt und gesagt, da hast Du jetzt 14 Tage Zeit für, diese Rezepturen zu lernen. Und dann lies ich mal bitte noch mal irgendwie ein in das Thema Spirituosenherstellung. Wie funktioniert das? Was ist das? Klar, durch das eine Stimme hatt ich son bisschen chemisches Vorwürfen gehabt, aber auch durch die Schulbildung natürlich, wie das so für alle und so gilt. Und hab mich da also reingelesen und die Verfahrensweisen von Herstellung von Destillation oder Destillationsverfahren, Herstellung von Spirituosen. Und dann wurde mal ganz viel probiert. Probieren heißt nicht trinken, sondern da fing dann auch so die sensorische Ausbildung an unter den beiden Herren und ja, hab mich da son bisschen so so dann reingearbeitet gemacht, gearbeitet und getan und war dann in Berlin im Leben Stern bei einem Einstein, bin dann mal kurz in den Rum Traderder gewechselt und hab dann meine Sachen gepackt und bin dann nach Schottland gegangen und habe dort als Barkeeper gearbeitet, mir natürlich erst mal 'n Job gesucht, was nicht so leicht war und hatte dann einen Nachtclub mit aufgemacht oder sone Nachtbar war das Hawk and Hunter und hatte dort ja, war im Eröffnungsteam und wechselte dann später noch mal in eine andere Bar, in die Monden Bodus Bar. Ging dann nach Saint Andrews gearbeitet und das erste Ferrement Hotel. Und dann gab es nach knapp 4 Jahren so die Möglichkeit, entweder die Möglichkeit zu haben, in London zu arbeiten, in 1 Hotelbar, the Dore Tester oder im Hotel 4 Jahreszeiten in Hamburg. Und ich hab mich dann für Hamburg entschieden und bin seit jeher in Hamburg in der Jahreszeitenbar und mixe dort fleißig Cocktails und schenke gute Spirituosen aus und kümmer mich unsere Gäste und ja, so bin ich da gelandet.
Dennis
Sehr cool. Du hast erwähnt, ich mein, da ist ja dann auch, wenn es keine offizielle Ausbildung in Deutschland dazu gibt, aber ich mein, da ist ja schon einiges an theoretischem und praktischem Wissen irgendwie drin, was was so zusammenkommt. Wünsch Du dir manchmal, dass es da irgendwie eine gewisse, dass es da irgendwie son gewissen Standard gäbe, weil ich meine, es gibt da irgendwie 1000 Bars in jeder Stadt oder ne oder also wo ist dann auch vielleicht die Abgrenzung zu 'ner, weiß ich nicht, eine Kneipe und irgendwann ist es eine Bar oder ne, manche mixen irgendwie 'n ein, 2 Standardcocktails und und manche bezeichnen sich dann als Bar. Also einmal die Frage so, würdest Du ganz gerne, dass das klarer definiert ist, da son gewissen Qualitätsstandard auch herzustellen und wo ist für dich im Alltag, wenn Du irgendwie in eine Bar gehst oder was siehst da draußen, wo ist dann für dich der Unterschied, dass Du das Gefühl hast, okay, da hat sich jemand in ähnlicher Weise mit beschäftigt, wie ich das mal gemacht hab?
Tobias
Also es gibt in den Ländern weltweit die sogenannte Barkeeper Union. Die Ganzen sind vereinbart unter der IBU, das ist die International Bar Tenders Union. Die sind recht gut vernetzt. Als ich damals anfing mit dem Cocktail mixen, war das son Club alter älterer Herren, die sich in den Achtzigerjahren mal zusammengesetzt habe und mal die Cocktailrezepturen für sich standardisiert haben und fest legten, so das ist sind die Rezepturen, nach denen man arbeitet. Da hat sich aber währenddessen dann später, also sprich in Europa so vor 15, 18 Jahren fing man dann an, eine neue Generation hat gesagt, also mit der DBU wollen wir irgendwie nicht so wirklich was zu tun haben, mit der IBU wollen wir auch irgendwie nichts zu tun haben. Wir gucken jetzt selber mal, was es so gibt. Und er hat sich da stark auf die Reise begeben und auf die Recherche gegeben und viele Sachen festgestellt, dass die Rezepturen irgendwie gar nicht irgendwie so richtig sind oder dass sie vielleicht nicht ausreichend sind, vielleicht freundlich formiert. Und es aber schon in den Achtzigerjahren in Deutschland die Schumanns Bar gab mit Charles Schumann, der das erste deutschsprachige Americans Bar tender Book geschrieben hat, American Bars Book geschrieben hat. Das hat auch international ziemlich für Aufsehen gesorgt, weil er damals sich schon irgendwie Gedanken gemacht hat, na ja, irgendwie müssen wir das mal irgendwie anders zusammenfassen und jetzt nicht über einen Verband. Und war aber auch ein Barbuch gewesen, was ziemlich stark orientiert war zu dem, was kann ich denn in Deutschland eigentlich an Importware überhaupt bekommen? Eine Kiste Limetten, nur als Beispiel, hat man damals in den Achtzigerjahren nicht unbedingt bekommen und da gab's dann Der eine oder andere wird sich vielleicht dran erinnern, wenn man eine Caipirina bestellte, gab's da irgendwie sonen braunen Zucker mit irgendwie 'ner Frucht irgendwie gedrückt da drin und dann hat man da son Leimkordel reingekippt zu dem Kaschasar. Und das hat sich inzwischen alles sehr stark geändert. Und damit können wir irgendwie ganz anders arbeiten. Und was die Ausbildung angeht, wir bilden tatsächlich als Hotel natürlich auch aus. Wir haben sehr viele junge Menschen, die Ausbildung zum zum Koch, zur Köchin machen, die zum Hotelkaufmann, Hotelkauffrau machen. Restaurantfachfrau, Fachmann ist leider sehr stark zurückgegangen in diesem Berufszweig. Und die Berufsschulen oder die IHK in Hamburg bietet den Auszubildenden an, dass wenn sie ihren ersten Berufsschulblock sehr gut abgeschlossen haben, können sie sich entscheiden, dass sie den sogenannten Bar Mixer machen als Schwerpunkt in Ihrer Ausbildung und dann auch später die Prüfung ablegen oder ein Managementfach. Und das ist 'n eine ganz schöne Sache und da haben wir auch wirklich, bin jetzt seit dreizehneinhalb Jahren in dem Hotel 4 Jahreszeiten, auch wirklich sehr engagierte und prima junge Leute gehabt, die in der Ausbildung waren und sagten, so, ich mach den Barmixer und das sehr gefruchtet hat. Entweder sind sie dann später zu uns ins Team gekommen oder sie sind dann nach ihrer Ausbildung weggegangen. Was dieser Beruf auch mit sich bringt, dass man sagen kann, okay, ich möchte gerne mal in Kanada arbeiten, ich möchte in den Vereinigten Staaten arbeiten, ich möchte in Europa in Ländern arbeiten, vielleicht sogar mal nach Südamerika oder auch mal nach Japan und es ist tatsächlich so, wenn man sich weltweit den Markt anschaut und die Bars anschaut, also schön, dass wir Europa haben, dass wir dafür die Ecke gucken können und auch dort einfach arbeiten können. Aber es ist wirklich erstaunlich, was so international alles geschieht. Also wenn ich wollte, könnte ich mich den ganzen Tag nur hinsetzen, irgendwie gucken auf Social Media Kanälen. Wer macht wie was und könnte wirklich jeden Tag eine Inspiration hineinziehen und würde kaum hinterherkommen mit dem, was wir hier machen.
Dennis
Geil. Du hattest Anfang gesagt, ne, Du hast dann auch die Rezepturen gelernt so und auch das das Wort Rezepturen häufiger genannt. Damit verknüpft Du 2 Fragen. Also erstens, wie viele Cocktails könntest Du heute aus dem Kopf mixen? Also wie diese wie viele Rezepturen hast Du im Kopf für Cocktails? Und sind das dann auch immer irgendwie ein ein Standard, den es dann gibt und sagt dann, wenn man den Cocktail x y richtig mixen möchte, dann muss man eigentlich sich so und so verhalten und diese diese Schritte machen?
Tobias
Also die Anzahl von Cocktails, die ich mixen kann, die ich jederzeit abrufen kann, die Zahl kann ich dir nicht nennen. Also das zähle ich nicht
Dave
Weil die so astronomisch hoch ist, richtig?
Tobias
Man kann's 'n bisschen so vergleichen. Also wir sind ja alle mal zur Schule gegangen, haben Fremdsprachen gelernt und mussten Vokabeln lernen. Und da waren wir in der Schule und haben diese Vokabeln gelernt und die wurden abgefragt und die haben wir dann je nach Engagement in unseren Fremdsprachenunterricht irgendwie eingebaut und verwendet. Und dann haben wir die Schule verlassen, haben eine Lizenz gekriegt, so, wir haben jetzt 'n Schulabschluss, gehen weiter in die Welt hinein und plötzlich verliert man, man hat diese Vokabeln nicht täglich präsent. Und aber die liegen irgendwo und dann klebt man die so rauf und so ähnlich ist es mit Rezepturen auch. Also es war damals unter Thomas Pflanz und Peter Kovaci liegt mir wirklich son Stapel hin und haben gesagt, so, da ist jetzt 14 Tage Zeit für die auswendig zu lernen. Was mir geholfen hat, das 'n bisschen zu kategorisieren oder was ich dann irgendwann gemerkt hab, oh na ja, das ist jetzt nicht ähnlich wie Vokabellernen, nur man kann das dann plötzlich irgendwie kategorisieren. Also was sind die Sours, was sind die Fisses, was sind dann die die die Collins und so weiter und so was sind die High Balls und so weiter und so fort. Und damit fiel das dann leichter irgendwie auswendig zu lernen. Das heißt also, es ist eine große Zahl von Cocktailrezepturen in meinem Kopf, die da irgendwo liegen und die ich auch regelmäßig abrufe und manche, die schlummern da so ganz versteckt irgendwie hinten drin. Da muss ich noch mal 'n Moment länger nachdenken, bis ich die raushole. Hinzu kommt auch, wenn man so jetzt als Barkeeperin oder Barkeeper anfängt, man ist jetzt nicht gleich so so gerne, dass man neu möchte oder wie Du das zum Beispiel David bei dem Meet-up machst, ich steh da, hab die Schürze an, der Shaker steht da und jetzt geht mich Gummi und rau rein und alles trinkt, was ich hier zubereite. So, wenn man das ernst nimmt oder sagen wir so im im Berufsfeld damit
Dave
Das hab ich.
Tobias
Ja. Will
Dave
ich will ich nur kurz hier festhalten? Ich find das wirklich sehr ernst. Ja, er Aber lass dich
Dennis
mich trotzdem lass es trotzdem mal einordnen von ihm.
Tobias
Es ist so, dass man jetzt nicht gleich irgendwie an der Mix Station steht und man brilliert, alle schaut zu und man kriegt die Lorbeeren aufn Kopf gesetzt, sondern man fängt dann irgendwann erst mal so als fängt an im Service, guckt immer so, wie wie mixen die? Wie machen das? Ich hab zwar dann irgendwie alles gelernt, aber man fängt dann so Stück für Stück an, sich da ranzurarbeiten an die Mix Station. Das ist das eine. Und dann ist der nächste Schritt, dass man sagt so, ich hab das in dieser einen Bar gearbeitet und ziehe jetzt zur nächsten Bar weiter und lerne von dieser Bar. Also das man sieht schon so zu, dass man 'n gewissen Werdegang an unterschiedlichen Bars macht. Und damit ist auch sehr stark verknüpft. Die Arbeitsweise, die dann in dieser Bar verlangt wird, da hab ich mich son bisschen irgendwie unterzuordnen. Also ich kann da jetzt nicht hinkommen und sagen, so Leute, ich schüttel mit der linken Hand, weil dann schmeckt's besser und der Barmente sagt, nee, wir nehmen aber beide Hände, weil es dann ordentlich geschüttelt wird und Rührglas nehmen wir wirklich tatsächlich 'n Rührglas und kein Thermoglas, weil das das das Eis irgendwie besser und sinnvoller schmilzt und Du spüren kannst, wie wie schnell das Getränk runterkühlt und da kann man nicht son bisschen dagegen sagen und sagen, ja, ich weiß es aber besser. Das macht man nicht. Man ist da schon sehr stark 'n bisschen in der Hierarchie, muss man sich da einordnen. Hat aber darüber auch wiederum die Möglichkeit, Dinge zu lernen, die vielleicht ja, die richtig sind, manchmal auch 'n bisschen falsch, aber man lernt es trotzdem. Und so Stück für Stück geht man dann immer weiter und landet dann 1 Tages dann auch wirklich in sehr etablierten Bars und kann dann dort arbeiten und mixen und tun. Also man hat schon son bisschen irgendwie so an seiner Biografie zu arbeiten und zu präsentieren.
Dennis
Ja. Würdest Du sagen, das ist was, 'n sehr begehrter Platz dann irgendwie beispielsweise im Hotel, weil Du meintest, Auszubildende mit besonders guten Noten bekommen die Möglichkeit, in die Richtung zu gehen, also
Dave
Vor allem Mixing und Management ist das andere Jahr. Also das ist ja das Interessante, die
Dennis
Genau, also ist das was, was dann viele wollen oder ist es eher son Schutz? Man jetzt son sehe, das sich an die Bar stellt, weil er irgendwie denkt, okay, ist eine coole Sache?
Tobias
Na ja, also das ist, es gibt sehr etablierte private Bars, die geführt werden, wie zum Beispiel das Schumanns oder das Gabani in in München, was man kennt. Die Hildegard Bar in Berlin, auch einige andere Basis. Es sind jetzt wirklich nur son paar Alarm, die ich nenne. Aber es gibt eben dann auch so Hotelbars, die auch attraktiv sind. Hotels sind immer sehr stark hierarchisch organisiert und geführt. Und das in allen Bereichen. Und ist es das Ziel, das muss jeder für sich selber entscheiden und wissen, es kommt eben hinzu, dass man, sobald ja 'n Arbeitgeber in einem Arbeitgeberverband ist, hat er Tarifverträge einzuhalten. Und das ist für die Gastronomie immer nicht so ganz unwichtig, wenn man sagt, so, ich möchte in der Gastronomie arbeiten, ist es schon mal wichtig zu gucken, na ja, ist er eigentlich im in der DEHOGA drin und damit verpflichtet, irgendwie den Tarifvertrag zu einzuhalten, der ausgehandelt wurde. Das ist son sone formale Angelegenheit. Mhm. Es muss jeder selber wissen, wo er dann da hinwill, aber es ist jetzt, sag ich mal, nicht verkehrt zu sagen, ich arbeite in 1 in einen etablierten Hotel in Deutschland oder auch guck, wo's im europäischen Ausland attraktiv ist, in einem Hotel arbeiten, 5 Sterne Grand Tail. Also wenn ich so an Frankreich denke, da ist zum Beispiel kann es auch attraktiv sein, dort zu arbeiten, weil die sehr streng genommen sich wirklich an die Tarifverträge halten müssen in Frankreich. Also das sind ja 7 Tagesbetriebe solcher Hotels und da ist das Frankreich sehr stark geregelt, dass man sagt, also 6 Tage arbeiten ist okay, da muss er wirklich Pause haben. Und das europäische Recht sagt aber, na ja, Du hast 10 Tage, darfst Du am Stück arbeiten, was in Deutschland sehr gerne genutzt wird. Und diese gesetzlichen Drehungen, da muss man eben son bisschen gucken. Aber für mich, ich weiß nicht wirklich, ob ich sagen kann, es war 'n Ziel zu sagen, ich muss jetzt im Hotel 4 Jahreszeiten arbeiten oder ich muss in Dorchester verarbeiten. Meine Motivation damals, da war ich an bisschen länger als 'n Jahr in Schottland in Saint Endus. Ich wollte schon irgendwie nach 3 Monaten wollt ich da unbedingt weg. Ich wollt wirklich weg. Also
Dave
das war
Tobias
Und die haben mich nicht gelassen. Also und die haben mir wirklich 'n böses Spiel gespielt. Ich hab dann mich intern im Savoi beworben in London. Wo Du sagten, ja, ja, die Bewerbung läuft, das das ist alles kein Problem, wir haben alles gemacht. Und dann stell ich so nach 6, 8 Wochen fest, dass irgendwie nix passierte und hab dann im Savoi angerufen, gefragt, ob mein Bewerbung aufm Tisch liegt, so wie sich Irgendwann fasst ja so nach, also tut mir leid, deine Namen hab ich noch nie gehört, so war von der Personale. Und ich so, mhm. Hab dann intern mal nachgefragt, sag mal, was ist 'n da los? Und ja, schon, ja, nee, also wissen wir gar nix von Also wir haben da eigentlich Also da Und das war für mich 'n Grund zu sagen, also wenn man so übel mit mir spielt, dann will ich hier nur noch weg und musste da ziemlich lange dran arbeiten. Und man hat's schon endgültig dann beschafft, da wegzukommen. Also ja oder so, das war so meine Mutation einfach da, weil man immer übel gespielt hatte damals.
Dennis
Ja. Wenn wir jetzt noch mal son bisschen auf den Beruf gucken
Tobias
Ja.
Dennis
Der Barkeeperin oder des Barkepers. Ist es ja jetzt nicht nur, dass Du mit dem Cocktail Shaker da stehst und darauf Und der Schürze? Darauf begrenzt sich ja dann Dave. Na, Opa. Mit Sicherheit genau nicht nur, dass in dem Moment hinter der Bar stehen und dann den einen Cocktail mixen, sondern ja. Was ist vielleicht, vielleicht mal da angefangen, was ist deine offizielle Berufsbezeichnung? Gibt's da noch irgendwie was Spezielles im Hotel?
Tobias
Also mein den Titel, den ich trage, der ist tarifvertraglich vereinbart. Der ist Chef de Bar. Die Sprache der Chef. Genau, Chef de Bar ist die die Sprache der Gastronomie und Hotellerie ist französisch. Deswegen gibt es diese Bezeichnungen Chef der Bar. Das klingt jetzt nach ziemlich viel. Ich bin, wenn man's genau betrachtet, in der Rangordnung ein vierter Position.
Dennis
Mhm.
Tobias
Also es gibt einen Barberage Manager. Dann gibt es einen Stellvertreter, der halt den Titel Bar Chef. Das sind beides Positionen, die übertariflich ausgehandelt sind. Dann kommt der Bar Supervisor und dann kommt die Position Chef der Bar. Und das ist die 3 Positionen, die ich grade davor nannte, die sind außer tariflich ausgehandelt und dann Das ist so praktisch 'n Tarifvertrag, nicht die die letzten Stufe, die man son bisschen erreichen kann.
Dennis
Was was gehört alles zu deinem Aufgabenbereich? Und davor kannst Du noch ganz schnell wieder was dazu passt, die Frage beantworten. Bei den 4 Rollen, die Du grade genannt hast, sind die alle nur einzeln besetzt oder gibt's denn irgendeine Ebene mehrere davon?
Tobias
Das ist bei uns im Haus sind diese Positionen einzeln besetzt.
Dave
Mhm.
Tobias
Chef de Bar sind wir, glaub ich, 2. 2, glaub ich, sind wir grade oder vielleicht auch Ein dritter steht, glaub ich, aus. Also das ist so Das heißt, ja, also die 3 Personen sind über mir mir gegenüber weisungsbefugt. Und wenn ich als Chef dabei eine in 1 Schicht arbeite und 1 der 3 Personen ist nicht anwesend, dann bin ich in dem Moment dann weisungsbefugt gegenüber den anderen. Ausm Aufgabenbereich fängt an mit Mis en Place. Mis en Place ist das, was man alles tut, damit die Bar irgendwie oder auch die Küche oder das Restaurant, damit diese diese Arbeitsplätze dann auch funktionieren können. Das heißt also, wenn man bei mir jetzt einen Gin Fis bestellen würde, dann bin ich so gut vorbereitet, dass ich die euch mixen kann und ich sag, entschuldigen Sie, ich muss jetzt noch mal grade in den Keller gehen, den Gin hol, der ist mir grade ausgegangen, damit solche Dinge nicht geschehen. Das nennt man Mison Place. Ich bilde auch, wie es sich gehört, auch Auszubildende aus, die wir immer wieder in der Abteilung haben. Dann gibt es, also ich bin in in der in der in der Schicht bin ich dann, wenn keiner dieser Hören neben mir oder mit mir arbeitet in dieser Schicht, bin ich dann sozusagen weisungs und verantwortlich. Und wenn etwas geschieht, muss ich dann irgendwie auch Protokolle schreiben, dass es ziemlich viel Aufwand ist, überhaupt irgendwie der ganze Schriftkram. Und wenn man so sagt, die macht diesen Beruf, mixen, Rezepturen lernen, Sensorik viel ausbilden und so weiter und so fort, ist das eine. Ich mag's mal son bisschen an dem festhalten, der Charles Schumann, der damals die Schumannspaar aufgemacht hatte, der hatte zum Beispiel an all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Einstellungen im Unternehmen, hat er den automatischen Zeitungsabonnement mitgegeben. Und jetzt wird man sich fragen, was soll ich mit dem Zeitungsabonnement, wenn ich in der Bar arbeite? Aber dem war einfach wichtig, dass seine Belegschaft täglich informiert ist, was in der Stadt geschieht, was generell geschieht und irgendwie die Möglichkeit zu haben, auch mit den Gästen zu kommunizieren. Und also Barkeeping heißt nicht, ich steh da, mach mal 'n paar Cocktails, sondern man soll auch son bisschen wie möglich oder hat son bisschen die Aufgabe auch, seinen Gästen gegenüber sich sich drauf einzulassen und ihnen von dem, wenn sie etwas erzählen oder berichten oder man Gespräche führt, dass man son bisschen Bescheid weiß, worum's geht und dass man vielleicht auch 'n paar Sätze dazu sagen kann. Also das ist Mhm. Man geht da jetzt nicht in die wildesten Diskussionen hinein und und und fängt an zu diskutieren, auch Grundsatzfragen. Das macht man jetzt nicht unbedingt. Aber man sollte schon son bisschen in der Lage sein, Konversationen zu führen und ja. Und immer schön zurückhaltend. Also der Gast steht im Fokus, man selber nicht.
Dennis
Mhm. Das ist okay, falls Du da Ganz, ganz nah an der Stelle, hast Du quasi hast Du den Tipp mitgeschrieben?
Dave
Ja, nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee, das hab ich nicht. Aber tatsächlich ist das in in dem Leitfaden, den ich geschrieben habe für die Bar, falls das jemand anderes ja mal übernehmen soll, tatsächlich, dass man die Leute auch ins Gespräch verwickeln soll und ne, man bereitet irgendwas zu und denkt so, hey, nimm dir 'n bisschen Zeit in Anspruch und dann einfach noch mal tagesaktuelle Themen anbringen oder vielleicht grade bei uns, ne, was es so in den Meetups so ging. Also es es ist schon wichtig, ist 'n relevanter Anteil.
Tobias
Na ja, da aber jetzt, wenn Du wenn Du den Meet-up Mixer machst, dann sind da wahrscheinlich auch deine Fachkolleginnen und Fachkollegen und dann Richtig. Hast Du ja auch als Programmierer neben dem einhändigen Schütteln und dem gleichzeitigen Rühren 1 Cocktails
Dave
Ich ich ich werb das auch den Shaker werb ich in die Luft, das den dreimal drehen.
Tobias
Kommt, das ist wichtig. Niemals. Das Flairhanding ist nicht unsere Kragenweite, lieber David. Das macht man nicht, aber wen stimmt?
Dave
Der ist auch nur 3 der ist auch nur dreimal ausgelaufen. Also stell
Tobias
mir dir vor, wie Du dies das machst, das Schütteln und das Rühren und nebenher über c plus plus und Vinair Zahlensysteme in 'ner Programmiersprache diskutiert. Das ist dann Bar Training. Also da hast Du schon mal eine ganze Menge bringst Du dann da mit. Wenn oft 'n Gespräch technisch sehr spezifisch. Ja, genau.
Dennis
Da weiß ich gar nicht, wo wir da anschließen sollen, Dave.
Dave
Weiter an an der an der an der fachlichen Expertise. Was was mich nämlich interessieren würde, und zwar also, also ich bin nicht der Einzige, der's macht, sondern da ist meistens ja noch ein Dennis, der mich häufig unterstützt, der mir in nichts nach steht, würd ich sagen, so. Also es ist ein äquivalentes Paar so an der Bar. Es ist 'n sehr gutes Team. Und natürlich aber Leute, die uns auch helfen, Dinge vorzubereiten, ne. Und da würd mich jetzt grade mal auch interessieren, interessieren, Tobi, in in in sonem großen Hotel, da hast Du ja auch 'n Team oder muss ja alles sehr stark organisiert sein. Du hast ja grade dieses oder so beispielsweise genannt. Aber wie ist denn das gesamte Team da so aufgebaut? Also was ist noch so wichtig so, wie man sich da organisiert, einen Abend möglichst gut zu gestalten?
Tobias
Also das Team ist 8, 9 oder 10 Leute und wir bespielen 3 Cocktailbars im Hotel. Das sind 3 unterschiedliche Bars. Bloß die Bar, in der ich hauptsächlich arbeite, das ist die Jahreszeitenbar, ist eine reine Cocktailbar, also Cocktailspirituosenbar. Und die anderen beiden Bars, die sind eingegliedert in Restaurants. Das heißt, Sie haben dann noch die Aufgabe, die Gäste, die im Restaurant sitzen und eine Speise nehmen, gegebenenfalls dann Cocktailbegleitende oder essensbegleitende Cocktails zu mixen. Das gilt für uns in der Jahreszeit. Und war auch son bisschen, weil wir von dieser Jahreszeitbar aus, mixen wir Cocktails nebenan für die Wohnhalle, also für 'n weiteres Outlet. Dann gibt's 'n Restaurant, die auch noch mal, obwohl sie eine eigene Bar haben, die aber sehr, sehr klein ist, kommen die mal rein und wollen irgendwie bestimmte Spirituosen dann haben. Dann kommt das auch, weil jemand auf seinem Zimmerchen sagt, ich würd jetzt ganz gerne einen einen Dai Kerry irgendwie trinken oder eine Mojito oder irgendwas und sitz oben auf im fünften Stock der Belletage aufm Balkon und schau auf die Außen auf die Binnenalster und möchte gerne 'n Cocktail trinken. Wir haben auch ein Restaurant, das ist Herlin, das hat im letzten Jahr hat der Christoph seinen dritten Michelange gern bekommen. Die kommen auch regelmäßig zu uns in die Bar und möchten Cocktails haben, die in ihrem 3 Michelaner Sterne Restaurant passend zum Menü serviert werden. Das heißt also, man arbeitet dennoch in einem Hotel übergreifend zu anderen Abteilungen. Und so muss man sich dann eben aufstellen und vorbereiten.
Dennis
Kennen dann, wenn jetzt, wenn teilweise in anderen Bereichen die Leute unterwegs sind und die Servicekräfte unterwegs sind, in welchem Grad kennen die sich aus? Also wenn wenn's jetzt da sowieso was Menü begleiten ist, gibt es wahrscheinlich ja vorher irgendwie definiert oder gibt es Vorschläge et cetera, aber passiert es dann irgendwie auch, dass an 'n Tisch 1 sagt, ne, ich weiß nicht genau, was ich gerne für 'n Drink hätte und sind dann die Servicekräfte genug ausgebildet, da beratend zu sein? Oder geht ihr dann aus der Bar auch manchmal zu den Menschen, sie zu beraten, was sie an Drinks haben wollen?
Tobias
Das kommt auch vor, dass dann jemand aus diesen besagten Outlets kommt und sagt, Müller, kommen Sie mal mit. Der Gast hat wirklich sehr spezielle Fragen und dann Ich bin da in dem Moment klar, mach ich das gerne und steh den Menschen dann auch zur Verfügung, sie zu beraten, aber nur in meinem Arbeitsablauf passt mir das meistens irgendwie nicht so gut rein. Wo ich sag, verdank, der Axel, ich hab hier irgendwie 3 Bons liegen und muss jetzt abarbeiten und jetzt soll ich da 5 Minuten oder für 3 Minuten danach nebenan gehen und eine Beratung machen. Das passt grade nicht, weil wir auch immer sehr stark gemessen werden, wie zügig wir auch Getränke produzieren. Und wir werden da ja auch mehrfach im Jahr getestet, ohne dass die Tester sich sich sich zeigen. Und dann gibt's eine Bewertung und dann kommt wieder Management und sagt so, also warum haben Sie jetzt irgendwie statt den vorgegebenen 3 Minuten haben Sie jetzt irgendwie plötzlich 10 Minuten gebraucht, diesen Cocktail zu machen? Da sind Sie aber viel zu Was ist 'n da los beziehungsweise das geht nicht? Da haben wir 'n Punkteabzug. Das hat man immer son bisschen im Nacken und das ist manchmal auch ziemlich störend. Aber ich erwarten tue ich schon, dass Kolleginnen und Kollegen, die am Gast sind in den anderen Audits, dass sie gut Bescheid wissen und und ihre Gäste so beraten können, dass sie mit den Informationen zu mir kommen, sag ich, okay, jetzt kriegst Du's auch zubereitet und dann passt das. Das ist, hat sich über die letzten Jahre schon verbessert. Das war damals vor 13 Jahren war das immer son bisschen so, nee, nicht so richtig oder ungenügend. Und jetzt haben wir zum Beispiel grad eine Situation haben, in einem Outlet sind 2 Auszubildende, die ihren Abschluss gemacht haben. Wir sind übernommen worden. 1 davon hatte bei uns in der Bar auch gearbeitet und der andere nicht. Und da kommen schon noch irgendwie Fragen, wie ist es denn und ich will den und den Cocktail haben und stehen mit den falschen Lesern vor mir oder haben was nicht gut aufgenommen. Und bei dem einen werd ich, bin ich die letzten 2 Wochen mal 'n bisschen nörckelig geworden, wo ich so, verdammte Axt. Sie haben doch irgendwie hier 3 Monate am Tresenmütje und sind in der Bar gearbeitet. Wo haben Sie's denn wieder vergessen? Also da werd ich dann, das ist aber nur son versöhnlicher Art von mir, wo ich dann son mal 'n bisschen so fopper und sag so, ihr habt's doch gelernt. Jetzt kommt doch mal. Und warum soll ich diese Frage beantworten? Aber gibt Kolleginnen und Kollegen, die wissen, welche Fragen sie zu stellen haben in Gästen, wenn sie Getränke bestellen oder können auch gleich sagen, nee, das geht leider nicht. Müssen wir ausweichen gehen. Wir bieten hier eine Alternative an. Was ich immer ganz schön finde, ist, dass wenn aus diesem 3 Michelange Sterne Restaurant von Christoph jemand kommt, dann ist es meistens der Sommelier. Und mit dem zusammenzuarbeiten, grade wenn es die alkoholfreien Cocktails geht, ist das, macht mir das große Freude. Also der ist genauso geöffnet für das Alkoholfrei wie meine Wenigkeit. Ich find das 'n sehr, sehr spannendes Thema. Und das funktioniert dann immer sehr gut. Beziehungsweise wenn ich Ihnen dann mal eine fiese Frage stelle, dann sagt er, och, das machst Du jetzt schon, wie Du willst. Ich werd den Gast das schon irgendwie beibringen, so ungefähr. Das die die Schuss fahrt man dann natürlich dann auch son bisschen. Aber es man ist schon sehr, man arbeitet viel mit anderen Abteilungen und viele Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Abteilungen haben das dann nach 'ner Weile wissen die, okay, so ticken die Herrschaften in der Jahreszeiten mal, wie sie mixen. Ich hab das schon aufgefasst. Ich kann da schon einige Fragen oder viele Fragen am Gast beantworten, dann sone Vorarbeit voraussortierend sein und komme dann mit den richtigen Anliegen, dass die das gut und zügig abarbeiten können dann für uns, ja.
Dave
Jetzt haben wir ja sehr viel über das Barkeeping und die Barkeeper gesprochen. Ich würd gern auf 'n anderen Aspekt eingehen und zwar die Bar selbst. Tobi, Du hast es grade auch schon erwähnt, so Du arbeitest im 4 Jahreszeitenhotel, das ist ein 5 Sterne Luxushotel. Mhm. Du hast ja auch gesagt, Du hattest eine Station in Berlin, in Schottland war das andere oder in UK Ja. Schottland. Genau. Und da warst Du ja in den unterschiedlichen Bahnen, ne. Also ich sag mal sone freie Bar durchaus und versus jetzt auch sone Hotelbar, eine sehr luxuriöse Hotelbar. Neben diesen Hoteltestern, die Du schon erwähnt hast, was würdest Du sagen, sind so die großen Unterschiede zwischen diesen beiden Barttypen?
Tobias
Ich sag's jetzt etwas überspitzt, die 5 Sterne Grand Hotels können Raritäten ein wenig leichter verkaufen, als es die privaten Bars tun können. Mhm. Also wir haben wirklich Raritäten bei uns stehen, das sind Produkte, die werden teilweise nicht mehr hergestellt. Die sind unglaublich teuer, sowohl im Einkauf als auch im Verkauf, son ein 5 Sterne Grand Hotel, wo Gäste aus allen Herren Ländern kommen, muss man diesen Menschen son bisschen so diese, die etwas geben, was sie sehen und sagen, ja, das Produkt kenn ich, das trink ich jetzt. Bei 'ner privaten Bar kann man das noch 'n bisschen anders sehen und sagen, na ja, ich nehm mir dir die Zeit oder ich Du bist bei mir und ich zeige dir 'n Produkt, was Du vielleicht noch nicht kennst. Das sind so die ganz groben Unterschiede. Was, ich will jetzt aber auch den privaten Bars nicht absprechen, dass die auch Raritäten oder Luxusprodukte haben können. Nur wenn ich mir jetzt vorstelle, ich mach eine Nichthotelbar, würd ich nicht den ersten Gedanken daran verschwenden, mir einen Singlemall, der nicht mehr hergestellt wird und uralt ist und unglaublich teuer, als Allererstes ins Regal zu stellen. Ja. Weil das wird 'n Staubfänger. Also bis ich die Flasche abverkauft habe, bin ich pleite gegangen. Also macht es eher Sinn, sich mit seinen Spirituosen und Getränken so hinzustellen, zu sagen, das sind jetzt keine Staubfänger, sondern das sind Dinge, die ich verkaufe. Wenn es mir aber dann auch gelingt, Gäste zu gewinnen, die in dieses hochpreisige, exklusive Segment lieben, dann kann ich sagen, ja, dann stell ich mir dieses Produkt in den Regal und dann verkauf ich's dir und sehe zu, dass ich das in einem Jahr auch wegkriege. Und das fällt bei uns 5 Sterne Grand hält's 'n bisschen leichter. Also ja, das sind so diese diese groben Unterschiede.
Dennis
Hast Du eine grobe Hausnummer, wie viele Flaschen ihr in der Bar habt oder in den Bars habt bei euch?
Dave
Unterschiedliche meinst Du, oder?
Dennis
Ja, unterschiedliche. Unterschiedliche, genau.
Tobias
Wir machen am jeden letzten Tag 1 Monats machen, müssen wir Inventur machen. Das heißt, ich werd nachher, wenn ich gleich 13 Uhr anfange zu arbeiten, werd ich schon irgendwie anfangen, gewisse Flaschen in die Hand zu nehmen, zu gucken, zu bemessen und aufzuschreiben. Also somit müsste ich eigentlich genau wissen, wie viele unterschiedliche die Zahl ist. Ich hab aber nie mitgezählt. Es ist aber eine ganze Menge. Also es stehen auch Produkte da, zum Beispiel in 1 privaten Bar würd ich mir jetzt nicht unbedingt 'n 'n Aquavid in die Tiefkühltruhe stellen. Mix ich nicht unbedingt, ist jetzt nicht unbedingt 'n Mixgetränk. Bei uns als Hotelbar ist es schon so, da kommt dann die Kollegin ausm Restaurant und sagt, ich brauch mal Linie Aquavit als Dudestiv für meinen Gast im Restaurant. Damit sind wir schon relativ breit aufgestellt. Also wir haben 'n breites und tiefes Sortiment. Wir haben Gin, Wodka, unterschiedliche Rums. Liköre, auch teilweise Liköre, die man, wenn man sich konzeptionell mit 'ner privaten Bar beschäftigt und sagt so, warum soll ich mir das da hinstellen? Die die diese Sorte Cocktails trinkt keiner mehr. Wir müssen sie son bisschen haben, weil da schon irgendwie unterschiedliche Ansprüche dann kommen und dann müssen wir's bedienen. Traut man sich den Weinkeller an, den wir haben, dann haben wir in dem Weinkeller, wo alles gelagert wird, 1780 Positionen.
Dave
Das ist eine Hausnummer.
Tobias
Das ist eine Hausnummer. Und damit haben wir sehr, sehr viel, was wir anbieten, sitzen aber auch regelmäßig da und gucken dann so mal so, na ja, also jetzt haben wir, da sind wir dann die Renner- und Pennerliste. Das heißt, man kann sich dann über 'n System rausziehen und gucken, welche Cocktails sind am meisten verkauft worden? Welche Spirituose ist am meisten verkauft worden? Welches am wenigsten verkauft worden? Und dann steht man da schon und sagt so, okay, gut, dann ziehen wir diese Flasche raus und machen das nicht mehr. Also es gab mal Wir sind ja hier oben im Norden, Dänemark ist nicht weit weg. Und in Dänemark gibt es einen sehr beliebten Kräuterschnaps, der heißt Gammeldansk. Habt ihr den schon mal getrunken?
Dennis
Noch nicht. Nein.
Dave
Aber ich mag den Namen.
Tobias
Ja, ich find den Namen auch toll. Und als ich vor über 13 Jahren anfing, stand da eine Flasche Gammadansk und musste jeden Monat diese Flasche in die Hand nehmen und immer die gleiche Zahl in die Ventourliste aufstellen, weil nie 1 die bestellt hat. Und es sind sehr, sehr viele Dänen, die regelmäßig nach Hamburg kommen, ist ja nicht so weit weg und machen sich hier 'n verlängertes Wochenende. Und ich hab in diesen dreizehneinhalb Jahren ein einziges Mal 'n Gast gehabt, der fragte, sagen wir mal, haben Sie eigentlich auch Gammeldanz? Und der war Däne. Also die Dänen verlassen jetzt nicht unbedingt, was ich auch sympathisch finde, paaren nicht aus Dänemark weg nach Hamburg, einen Gammelduns zu trinken, aber das diese Flasche stand 8 Jahre lang im Regal und ich musste sie jeden Monat diese 8 Jahre lang in die Hand nehmen und bemessen und in die Inventuriste einschreiben. Und ich weiß nicht, entweder haben wir sie weggekippt oder irgendwie, irgendwas haben wir mit der Flasche gemacht, da war die weg. Irgendein Trottel hat diese Flasche Gammeltanz nach 2 Monaten, nachdem sie weg war, wieder bestellt.
Dave
Nein. Und Die würd ich jetzt auch noch weitere 8 Jahre befolgen.
Tobias
Ja und aber es ist jetzt es ist jetzt seit 6 Jahren gibt es keine Gammadanzflasche mehr bei uns. Aber das ist son bisschen, wo wo man son bisschen erzählen kann oder daran merkt, na ja, man hat manchmal Produkte, die einfach da rumstehen, die einfach nicht gebraucht werden, weil die ja auch keiner verlangt, ja.
Dennis
Lass uns gern noch 'n bisschen auf die Drinks eingehen. Ja, oh,
Dave
können wir
Tobias
noch hier
Dennis
Da fehlen noch was anderes.
Tobias
Ich wollt
Dave
sagen, wo wir grad bei der Bar sind, so. Weil, also ich wollt nur kurz rekapitulieren so. Wir haben also natürlich, also 'n Barkeeper, der exzellent ist, der auch Gespräche mit dir führt so. Wir haben richtig gute Cocktails, die auf eine professionelle Art und Weise gemixt werden. Das ist aber ja natürlich nicht alles, was eine Bar ausmacht, so. Und da natürlich, Tobi, Du als Experte, was macht für dich noch eine richtig gute Bar aus?
Tobias
Wenn es das Mixen geht, kann ich so viel sagen, dass man Natürlich hat man da die Rezepturen irgendwie alle gelernt und man weiß, wie viel man von was reintun muss. Das nächste aber Entscheidende ist, dass ich mich sensorisch ausgebildet habe. Das heißt also, ich hab meine 5, 6 unterschiedlichen Burbs dort stehen und weiß, wie sie schmecken, auch wie sie hergestellt worden sind, mit welchen Materialien und mit weniger oder viel mehr Anteilen meist drin und kann über dieses sensorische Wissen den Whisky Sauer, den mein Gast vor mir hat, so mixen, dass ich die Rezeptur verlasse, weil ich sensorisch weiß, was der Gast vielleicht will und treffe dann seinen Geschmack. Und das ist das das das regelmäßige Üben oder über viele Jahre hinweg wirklich zu üben und sensorisch dran zu arbeiten, dass ich tatsächlich über mein eigenes Wissen dem Gast gegenüber seinen individuellen Geschmack treffen kann. Das ist das eine. Das Zweite aber auch ist, dass man, wenn man hinterm Tresen steht, hinter der Bar und mixed, dass man sich sehr zurücknimmt. Also die Gäste stehen im Fokus mit ihren Anliegen, mit ihren Ansprüchen und ich fahre mich runter und nehme mich zurück und stelle mich nicht in den Mittelpunkt, auch wenn Sie da alle sitzen und mir unglaublich gerne bei der Arbeit zuschauen, wie ich da schüttel und mache und tue und wie ich rühre und wie ich stampfe und wie ich einschenke und wie ich Dinge messe. Und trotzdem sehe ich zu, dass ich mich zurückhalte, weil das ist schon Bühne genug und das ist das, woran die Gäste Freude haben und dass man dann auch noch die Möglichkeit hat, mit diesen so vielen unterschiedlichen Menschen, mit denen wir tagtäglich zu tun haben, schon in der Lage bin, ihnen ihnen angemessen entgegenzukommen und ja, ihr ihr ihr Gastgeber zu sein und auf sie einzugehen. Also ich kann nur son Beispiel nennen, ich hab Fußball ist überhaupt nicht mein Thema. Ich kann mit überhaupt nichts anfangen, komischerweise. Alle reden über Fußball und trotzdem probieren 'n Gast, der jetzt von 'nem enttäuschten Samstagabendspiel in den Nachrichten gehört hat, mein Verein hat verloren, dennoch in der Lage bin, mit ihm zu sagen, och Mensch, das tut mir aber leid. Also ne, also irgendwie 'n Gefühl zu geben, 0 Ahnung von nix, Fußball, aber ihm das Gefühl zu geben, ich hör dich.
Dave
Beim
Tobias
nächsten Spiel wird's besser, ich höre dich. So. Und Ja. Das ist so, das das hinzukriegen.
Dave
Mhm.
Tobias
Ja. Atmosphärisch natürlich immer drauf zu achten, dass eine gute Atmosphäre da ist, dass Leute auch in der Lage sind, gut miteinander ins Gespräch zu kommen. Es gibt 'n Älteren, der weiß nicht, ob der noch ob der noch aktiv ist. Das war der Bernd Beyer, der während der DDR Barkeeper war und gearbeitet hat. Und ich hab ihn dann vor damals vor 15, 16 Jahren noch kennengelernt. Und der Bernd Bayer war genial, der hatte wirklich die Fähigkeit, da war da wirklich fantastisch drin, hinterm Tränen zu stehen, zu mixen und die Gäste miteinander, also Gäste unterschiedlicher Couleur miteinander ins Gespräch zu bekommen. Das hat er fantastisch gekonnt. Und das sind auch so Dinge, die zum Barkeeper wie Keeping dazugehören, dass man sich natürlich das Fachwissen und die Fähigkeiten, 'n Good and Drink zu machen, aber auch die Fähigkeit zu besitzen, dafür zu sorgen, dass die Menschen so wie sie dort sind, miteinander und eine gute Zeit verbringen. Und halt ich vor einiger letzten, ja, vor 2 Wochen war der Altenberger, 'n Kollege, der auch in Berlin und jetzt in in Heiligenhafen arbeitet, noch mal irgendwie son bisschen Gespräch geführt und so uns 'n bisschen aufgefallen ist, dass die Leute, wenn sie in so einen Ort gehen, der der Ort der Geselligkeit ist, ein Ort der Kommunikation, des oder auch mal einfach nur sitzen und schweigen und nix tun. Und sind wir son bisschen haben wir son bisschen festgestellt, dass die diese Mobiltelefone Leute da sitzen, Teile kommen in die Bar, bestell 'n Drink und dann dadeln die an ihren Telefon rum. Und vergessen son bisschen die Möglichkeit zu sehen, wie wir miteinander ins Gespräch bekommen. Also bei uns zum Beispiel dabei wird unglaublich gern das Telefon in die Hand gerissen und irgendwie fotografiert, weil Und ich frag mich, also wo wo gehen die ganzen Fotos hin? Also was machen die? Ich ist mir nicht erklärlich. Und manchmal machen wir auch so den Scherz, wenn da so Paare sitzen oder auch so 2, 3 Leute und dann packen, ne, kommen als Gruppe rein, bestellen. Und dann packen die ihr Telefone aus und gucken da Dann erlaube ich mir aber auch mal 'n Spruch und hau den nah einen rein, sag so, das ist aber entzückend. Da gehen Sie mal gemeinsam aus, einen Trinken und packen ihre Telefone aus und reden mit ihren Telefonen. Komisch. Und geh weg und das Gelächter ist groß. Ja, also das der Ort, die die die Bar als Ort der Geselligkeit des Gesprächs Ja. Der guten Atmosphäre, das kann man auch ganz stark über Musik auch irgendwie probieren zu machen. Über Akustik generell in in in der Gastronomie, was mir stark auffällt, ist, wenn ich so in gastronomische Betriebe gehe, egal wo sie sind, dass viele sich Gastronominnen und Gastronomen darauf konzentrieren, was sie irgendwie ihren Gästen anzubieten haben, aufm Teller, im Getränk, in 'ner Tasse. Und dann sitze ich da und sag so, na ja, aber die Akustik ist echt fürchterlich hier. Es klingt einfach schrecklich und vor vielen Jahren hab ich noch mal 'n Artikel gelesen, da gibt's 'n gab's 'n Typen, der hat eine App programmiert, als diese ganzen Apps aufkamen, hat er auch diese App programmiert und hat in dieser App Orte bewertet und beschrieben, wie schlecht oder wie gut die Akustik ist. Mhm. Weil es gibt tatsächlich Menschen, die aufgrund von Tinnitus oder aufgrund anderer Einschränkungen oder auch aufgrund ihrer ihrer neurologischen Persönlichkeit Schwierigkeiten haben, sich darin dann wohlzufühlen. Und da konnten die Leute dann wirklich in ihren Apps wo klingt es so gut? Und für mich eben entsprechend
Dave
ist
Tobias
für mich zum Beispiel auch verdammt wichtig. Wie wie gut ist eine Akustik? Wie ja, weil das wirklich 'n Entscheidendes ist für für für für eine gute Atmosphäre.
Dennis
Ist das so, es gibt ja in den meisten Bars, wenn ich's auf Fotos richtig gesehen hab, ist das bei euch auch so, gibt es ja Tische, an denen man sitzen kann. Und es gibt die tatsächliche Bar, wo ja auch Barhocker sind und man kann sich dann an die Bar setzen. In voller Transparenz können wir vielleicht an der Stelle berichten, Tobias, wir hatten bereits schon mal eine Aufnahme mit dir gemacht, die aus technischen Gründen leider nicht den Weg an die Öffentlichkeit gefunden hat, deswegen wir heute das zweite Mal zusammensitzen und Du dir zum zweiten Mal die Zeit nimmst, mit uns zu reden, wo wir dir super dankbar für sind, dass Du dass Du dir die Zeit nimmst. Dave und ich, die Tatkraft als 1 ihrer Stärken haben, waren kurz davor, ins Auto zu steigen und nach Hamburg zu kommen, weil wir gesagt haben, okay, das geben wir nicht noch mal ein, dieses Risiko, dass die Folge aufgrund von Internetschwierigkeiten nicht richtig aufgenommen wird und dass wir da direkt hingehen. Und aber auch vor oder nee, kurz nach der Folge, die wir das letzte Mal aufgenommen haben, waren wir beide beruflich in Dresden unterwegs. Dresden. Und und genau, haben uns dann sehr gut an das Gespräch erinnert und waren natürlich dann an 2 hintereinander folgenden Tagen auch in 2, 3 unterschiedlichen Bars.
Dave
In sehr exzellenten Bars.
Dennis
In 2 sehr exzellenten Bars auch.
Tobias
Ah ja, schon 2, ja. Stimmt.
Dennis
Genau. Und das hätten wir also ohne den Kontext der Podcastfolge hätten wir's wahrscheinlich so auch nicht gemacht, aber es war halt, dass wir dann das vorher recherchiert haben. Und wir haben uns entgegen Daves initialem Gefühl, sich in einen an einen Tisch zu setzen, haben wir uns an die Bar gesetzt. Und was dann uns zumindest ermöglicht hat, auch mit dem dortigen Barkeeper dann einfach 'n bisschen mehr zu reden, was super interessant war, weil man dann auch 'n bisschen mehr erfahren hat über, ne, die Spirituosen, über den Drink selbst, über die Herstellung und so weiter.
Dave
Wir haben ein neues Wort gelernt, Maseration. Ja. Sehr interessant.
Dennis
Ja, genau, zum Beispiel Und darüber spekuliert, was man alles in Wodka hängen kann. Und genau. Also, wo komm ich eigentlich her mit meiner Frage? Genau, eigentlich die Frage
Dave
An die
Dennis
Bar setzen. Genau. Ist das, kann man das so kategorisieren? Also sind das oft Leute, die sich dann an die Bar setzen, die auch tatsächlich mehr reden wollen oder was ist das fürn Platz oder ist das, was was für Leute setzen sich an den Tisch und was für Leute setzen sich an die Bar selbst?
Tobias
Also ich habe, diese Frage zu beantworten, hab ich jetzt keine wissenschaftlich empirische Studie betrieben, genau das zu beurteilen können, wer wer setzt sich da an und wer setzt sich da nicht hin? Ich hab vor einigen Jahren mal eine wunderbare Frau kennengelernt und natürlich bin ich mit dieser Frau dann ausgegangen und die wollt immer am Tisch sitzen. Und ich war total genervt davon, warum die immer am Tisch sitzen. Ich find's irgendwie am Tresen 'n bisschen netter, so. Also nicht, weil ich Barkeeper sind, sondern wo ich da auch gerne irgendwie sitze. Ich kann noch nicht mal erklären, warum. Und Mhm. Irgendwann krieg ich's dann raus und hab gesagt, oh, da hab sie gefragt, sag mal, ich würd jetzt gern echt mal am Tresen sitzen. Ich hab keine Lust, die hier mal am Tisch. Und dann sagt sie, ja, ich setz mich aber nicht an Tresen, weil ich hab so kurze Beine. So, das das heißt also, ihr ging es darum, sich möglichst wohlzufühlen und hat für sich entschieden oder gemerkt, aufm Bar hocker hocken am Tresen ist nix für mich. Und für mich langer lulatsch mir mal in einem Meter 90 ist das wurscht. Oder ob ich am Tisch sitze oder am Tresen, aber ich hab das nie bedacht.
Dave
Mhm.
Tobias
Und hab auch mal son bisschen geguckt, so wer setz dich eigentlich ganz gerne an Tresen und wer setz dich gerne an Tisch? Ja, also es es gibt Frauen, wenn sie sagen, ich setze mich an den Tresen, dann werd ich als etwas anderes wahrgenommen, historisch bedingt oder soziologisch bedingt. Deswegen sitz ich werd ich irgendwie vielleicht vermehrt oder werde von Männern anders betrachtet, deswegen setz ich mich nicht an Tresen. Das geht zum Beispiel die Jahreszeitenbar in Hamburg. Bei uns ist eine Bar. Wir haben ganz, ganz viele Frauen jeglichen Alters, die alleine in die Bar kommen und sich zu uns hinsetzen, weil sie auch wissen, dass wir als Barkeeper, wir kümmern uns sie im Sinne von, wir passen auf, dass sie nicht dumm angequatscht werden, was auch zum Barkeepersein dazugehört. Die Thematik ist ja regelmäßig da, wie Männer mit Frauen umgehen, die ja nicht immer die höflichste Form ist. Und bei uns machen sie das. Also ich hab wirklich ganz oft Damen unterschiedlichen Alters, die setzen sich alleine an Tresen zu Herrn Ruchs und zu Herrn Müller und zu Herrn Bollen an den Tresen, weil sie wissen, ich fühl mich da wohl, die passen auf, hier passiert nix, ich werde dich drum angequatscht und wenn's 1 wagt, Mhm. Dann kommt 1 dieser 3 Männer und geht mal da irgendwie suggestiv zu den Herrschaften hin und sorgt mal dafür, dass sie wieder Ruhe im Karton ist oder überhaupt nichts irgendwie entstehen kann. Mhm. Häufig ist es aber auch so, dass es Menschen sich gerne an den Tisch setzen, weil sie das auch den Ort sehen in 1 Bar, wo sie zu zweit, zu dritt irgendwie als Gruppe sich wohler fühlen und besser miteinander sprechen können. Manche das auch gerne machen, am lieber am Tisch zu sitzen, weil sie Dinge zu besprechen haben oder Dinge, über das sie sprechen, nicht möchten, dass sie wahrgenommen werden von den Gastgebern. Wo wir als Gastgeber auch immer deutlich unseren Gästen zeigen, dass das, was wir hören, dass wir das nicht nach außen tragen. Natürlich sitzen auch immer wieder Menschen vor und sagen, ach, Sie arbeiten ja hier in sonem tollen Hotel. War die und die und der und der jetzt irgendwie da? Den Falle hatt ich irgendwie vorgestern gehabt tatsächlich, da war 'n Gast bei uns und 'n Stammgast da. Der saß an einem bestimmten Ort, weil er dort sitzen muss, ging wieder raus. Und dann fing er an die ein, Müller wer wer ist 'n das? Wieso? Und das ist doch der und der. Und ich hab keine Ahnung, ich kenn ihn nicht. Ich weiß nur, dass er da oben sitzen muss, damit dem nix passiert. Der hat endlich mal eine Stunde, wo er mal ohne irgendwie Aufpasser sitzen kann oder die ihn beschützen. Der sitzt da einfach, ich hab keine Ahnung. Und dann fingen die da am Tisch irgendwie wild an rum, gut, war er auch dem Alkohol vielleicht geschuldet, wild an zu spekulieren, wer das ist. Und stocherten immer wieder bei mir nach und sagten, Herr Müller, das ist doch der und der und das ist der. Und ich hab gesagt, keine Ahnung. Also ich weiß nix.
Dave
Also wir geben schon Wusstest Du's wirklich nicht oder hast Du so getan?
Tobias
Ich hab tatsächlich so getan. Ich kenn diesen Gast seit, na ja, ich würde jetzt indiskret sein, wenn ich sage, wie viel Jahre ich den schon kenne und auch weiß,
Dave
wer das ist.
Tobias
Und auch, was in den vergangenen Monaten alles geschehen ist mich herum in all seiner Schrecklichkeit. Aber ich, wir demonstrieren somit auch den Gästen gegenüber, wann immer sie erzählen, also wenn sie da rausgehen, bleibt das hier, ne. Also wir gehen jetzt nicht irgendwie durch die Gegend und und erzählen. Und darüber wissen auch viele Gäste, weil sie das mitbekommen, wissen sie, dass dies hier 'n Ort ist, wo sie sich austauschen können und auch ich Gespräche an Tresen oder an der Bahn mitbekomme, die wirklich von intim bis hoch diskret sind, ich bekomm sie mit. Also wir sagen nix. Mhm. Das ist wirklich so. Das das das muss man seinen Gästen auch immer regelmäßig demonstrieren, wie ich das grade an diesem Beispiel schilder. Das stand vor 2 Tagen. Damit bekommen andere Gäste auch mit, ja, die nehmen's wirklich ernst. Und damit wissen sie auch, somit gibt's dann also auch, kann man jetzt sagen, es gibt Menschen, die sitzen ganz bewusst antresen, weil sie auch gerne den Menschen dort zuschauen, auch mal 'n kurzen kleinen Tag halten oder mal eine Frage haben. Oder auch das irgendwie schön finden, am Tresen zu sitzen und worüber sie sich auch unterhalten, wissen, dass wir darüber schweigen.
Dave
Mhm.
Tobias
Und dann gibt's eben manche Menschen sagen, nee, die Gespräche, die ich führen, die wollen wir jetzt wirklich nur unter uns haben. Oder wir wissen zwar, dass die Schiss halten, die's mitbekommen hinterm Tresen, aber wir wollen's dann doch lieber für uns haben. Und manche fühlen sich ja einfach am Tisch auch irgendwie bequemer zu sitzen als am Tresen. Also das kann man so son bisschen so kategorisieren, ja, vielleicht. Mhm.
Dennis
Ich muss Das heißt jetzt mit dir, Dave. Also Du wolltest ja, genau, Dave, Du wolltest ja an den an den Tisch gehen. Jetzt hast Du zweimal die Experience gehabt, da am Tresen zu sitzen. Genau. Und was ist, was würdest Du das das nächste Mal machen?
Dave
Und das ist und das ist genauso mein Ding. Also ich hab's auch, bevor ich's mit dir jetzt zweimal gemacht habe, davor dreimal auch so sonst über, also viele Jahre dann auch mal irgendwie gemacht. Einmal sogar alleine tatsächlich, weil eine Freundin halt da Service Kraft war und dann hab ich mir gesagt, okay komm, ich komm mal zu 'ner Schicht vorbei. Und ich muss sagen, ich ich find's sehr, sehr positiv. Also ich glaub, die einzige Bedingung, die ich daran habe, ist so, man ist zu zweit unterwegs, weil ich find irgendwie so an 'ner Bar zu dritt zu sitzen, wenn das nicht so die die Ecke ist, immer so komisch. Also wo guckst Du hin, damit auch beide das mitbekommen? Wenn Du in der Mitte sitzt, sieht's, ist immer 'n bisschen oquord. Aber ich, also die, die also die lebt, es waren immer sehr positiv. So, also ich hab bin mit fremden Leuten ins Gespräch gekommen, jetzt, also wir jetzt nicht unbedingt. Es ist irgendwie sone schöne Atmosphäre. Man kommt mit dem Barkeeper ins Gespräch und ich hab sogar tatsächlich schon mal was ausgegeben bekommen aufs Haus von Barkeeper, wir dann ja auch in der einen Bar. Deswegen also eigentlich eigentlich sehr schön, dass sich das dann auch so ergibt. Also von daher würd ich, glaube ich, wenn zu zweit unterwegs bin, mich, glaub ich, wieder in die Theke setzen. Mhm. Tresen. Tresen.
Tobias
Es gibt auch Gruppen, die sich gemeinsam dort hinstellen, weil dann vielleicht es leichter fällt, weil die 2 stehen und die 2 sitzen, also 2 sitzen, 2 stehen,
Dave
Mhm.
Tobias
Dass sie untereinander das Gespräch auch irgendwie leichter wechseln können. Ja. Ne, also dann trifft es ja schon so, dass man dann da sitzt und dann ergeben sich ja manchmal so Gespräche so über Kreuz. Und Ja. Das ist dann unglaublich störend. Und dann gibt's eben Menschen, die sagen, nee, wir sitzen dann als Gruppe auch lieber am Tresen, weil wir da die Möglichkeit haben, leichter das Gespräch untereinander zu wechseln. Ja. Das ist ist auch 'n Grund, warum man ganz gerne am Tresen sitzt als Gruppe so. Und Ja. Samstagabend war jemand da, der Laden brechend voll. Also wirklich, wir hatten zu tun, bis zum geht nicht mehr. Und da saß 'n einzelner Herr, saß am Tresen und trank. Und natürlich bietet man an ins Gespräch so, schmeckt es, passt es, ist alles gut. Jetzt jetzt sie zu, übernachten sie bei uns oder wie auch immer so und hat so gemerkt so, alle Fragen höflich freundlich beantworte. Und er saß da wirklich nur und hat seine 2 Cocktails getrunken, saß auch sehr grade und dem Noss seine 2 Getränke, hatte keine Lust zu reden, hat auch nicht großartig irgendwie rumgegotzt von irgendwelchen Leuten irgendwie, ne. Also diese Radar Tierblicke irgendwohin, grade zum weiblichen Geschlecht. No Way, da saß da und hat einfach seine 2 Getränke in dieser 1 Stunde circa 15 Minuten, saß er und hat die beiden getrunken und hat's genossen. Hat mal nachgefragt, hat's gepasst? War alles zu Ihrer Zufriedenheit? Sie möchten ihr jetzt zahlen? Ja, passt wunderbar. Wünsch Ihnen noch 'n schönen Abend? Ja, vielen Dank für den schönen Abend und ist gegangen. Also der saß wirklich nur da und hat seine 2 Getränke genossen? Mhm. Gibt's auch. Ja. Hochsympathische Menschenbier.
Dennis
Sehr gut. Cool. So. Jetzt müssen wir aber trotzdem noch kurz auf Drinks
Dave
Ich wollt sagen, wir müssen über Drinks zu sprechen kommen, ja. Genau.
Dennis
Kann man nicht nicht machen. Also ich glaub, 2 Sachen, die mich da grundsätzlich interessieren, natürlich irgendwo, was so deine persönlichen Lieblinge sind mit all der Expertise, die Du hast und vielleicht son bisschen auf Trends eingehen, also was so, was sich so in den letzten Jahren irgendwie entwickelt hat, was so aktuell an der Bar, Mhm. Zu der, wie würdest Du sagen, der heiße Shit. Würde Dave sagen, der das das Zeug ist, was man braucht aktuell. Ja, es ist schon. Also zielt
Tobias
die Frage ab zu dem, was ich zu Hause habe, meine Gäste gut bedienen zu können?
Dennis
Na ja, sind unterschiedlich erst. Fangen wir mal da an, was was was ist denn, was trinkst Du am liebsten? Also wenn Du irgendwo hingehst an eine Bar, was ist dein Lieblingsgetränk? Fangen wir mal damit an.
Tobias
Also ich hab ich trink jetzt nicht Querbeet. Also ich trink nicht alle Cocktails, ich hab meine 3, 4 Lieblinge, die trink ich. Leidenschaftlich gerne Gone. Dann gibt's 'n wunderbaren Champagnercocktail, den ich total gerne trinke. Das ist Seebach, der ist so von Mitte, Ende neunzehnten Jahrhunderts, kommt aus Kalifornien, benannt nach einem Hotel, Seebach, fantastischer Champagnercocktail. 6 Spritzer Angustura Bitters, 3 Pichon noch obendrauf, Schrippezac, berührt damit, abgeseiht und Champagner obendrauf und das ist 1 meiner Lieblings Champagnercocktails, die ich trinke.
Dave
Mhm.
Tobias
Und die Kolleginnen und Kollegen, wenn ich hier in Hamburg ausgehe, die wissen mein Trinkverhalten und das dann auch immer ganz schön und ich trink auch leidenschaftlich gern alkoholfrei. Find ich ganz spannend, ist 'n tolles Thema, da bin ich immer offen dafür. Und wenn ich 'n Gymlett bestelle, dann wissen alle Kolleginnen und Kollegen, wo ich in deren Bars ich diesen Drink bestelle, also wenn er den getrunken hat, wo vielleicht noch 'n zweiten Rum drauf, wir müssen 'n Taxi bestellen, da kommt doch nicht mehr nach Hause. Also das ist für mich der absolute,
Dave
der ist der absolute
Tobias
Pillardrink, aber ich ich trink ihn eigentlich so gut wie gar nicht mehr, aber ich find Gimlett unglaublich toll. Also das sind so die die 3, 4 Drinks, die ich ganz gerne nehme. Andere Cocktails trink ich eigentlich gar nicht. Es sei denn 1 von den Kolleginnen und Kollegen am Tresen sagt Müller, ich hab wirklich ich hab grad 'n Cocktail entwickelt für die neue Karte oder ich hab den und den Cocktail geübt, probieren Sie den mal und sagen Sie mal, was Sie davon halten. Da das tue ich dann schon, aber ich tu's ansonsten selber eigenständig 'n Whiskey Sau bestellen tue ich nicht, weil ich kann selber viel, viel besser und schöner. Mag jetzt auch 'n bisschen arrogant klingen, aber ich bin da sehr, sehr empfindlich, wenn bestimmte Klassiker gemacht werden und ich bekomm die dann serviert und weiß die Ursprungs und die Herkunft und die Geschichte dieses Cocktails und dann wird er mir nicht richtig gemixt und hingestellt. Dann hab ich keinen Spaß dran, aber Und ich mag dann auch nicht so gerne irgendwie die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Bars und dann in diese Diskussion einzusteigen.
Dave
Mhm.
Tobias
Mag ich nicht so gerne, weil es auch sehr, sehr schwer ist. Es gibt Cocktailbücher, die natürlich von Ende des neunzehnten Jahrhunderts, die es gibt, sind aber auch alles Bücher, die keine ISBN Nummer haben, wie wir's von Roman her kennen. Das heißt, wir können nicht immer graben, unten steht auch manchmal nicht wirklich drin, wann sind sie gedruckt worden und es sind auch Bücher, da hat's eigentlich damals auch kein Lektorat gegeben. Und es gibt Cocktails, die im Ursprung eigentlich ganz anders waren und über die 30, 40 Jahre danach ihren ihren ihre Definition bekommen haben, wie sie jetzt getrunken werden. Also wir können das Beispiel sauer nehmen. Whisky, sauer ist eine Kategorie. Und Whisky Sowers und Sowers ist immer eine Spirituose, Zitronensaft und Zucker, Ende. Nix anderes dabei. So und den Whiskey Sauer hat man damit so auch gemixt. Und irgendwann gab's dann Möglichkeiten von Kühlungsmöglichkeiten oder bessere Kühlungsmöglichkeiten, dann hat man angefangen, da mal 'n Eiweiß rein zu machen und hat dem aber 'n anderen Namen gegeben. Der hieß dann Boston sauer. Mhm. Den hat man aber noch nicht so lange definiert. Also es glaub also, ich glaub 36 19 36 gab's dann wirklich endgültig diese Definitionen oder neuen Namen. Nehmen wir den Moskauer Mule. In vielen Bars bekommt man den in einem in einem Kupferkelch Kupfertasse mit Henkel und eine Scheibe Gurke drin. Ist aber eigentlich im Ursprung nichts anderes ein stinknormales Glas gewesen mit viel Eis drin, plus Wodka, Schuss Limette und Ginger Beer oben drauf. Scheibe Limette, Ende, sonst nix. Die Kupfertasse kam dadurch zustande, weil es mal die Prohibition gab und dann hat man sich da hat man den natürlich versteckt. Mhm. Dann gab es irgendwann mal ein Zitrusembargo der Briten, der Deutschen gegenüber den Briten und die Briten standen im Garten und haben gesagt, na ja, jetzt kriegen wir keine Zitrusfrüchte. Jetzt müssen wir aber irgendwas anderes reintun, was frisch ist. Haben wir eine Scheibe Gurke genommen, reingetan, gesagt, schmeckt auch frisch. So, das heißt also, es gibt Wandlungen, die die wir bekommen's heute so serviert, die aber eine Entwicklung haben, aber nichts mit dem Ursprung mehr zu tun haben. Und Mhm. Da darf man sich son bisschen sich verrückt machen lassen. Ja. Zu den Trends grade, Espresso Martini rauf und runter. Also damals vor 14 Jahren
Dave
Immer noch?
Tobias
Ja, ja. Damals vor 14 Jahren war da Espresso Martini in Schottland irgendwie ganz fleißig am Laufen. Ich kam zurück nach Kontinental rum und sagte, halleluja, kein Espresso Martini mehr. Und es hat keine 4, 5 Jahre gedauert und der erste bestellte irgend 'n Espresso Martini. Ich rannte für jeden, dem ich 'n Espresso Martini nebenan in die Wohnhalle hab, mir irgendwie 'n Espresso gezogen und das Ding dann gemixt und war echt total genervt. Jetzt jeden Abend. Also es gibt Trends, ja.
Dennis
Okay, sehr gut. Ja, selbst mal hab ich mich ja schon mit 'nem Monster Martini geoutet, dass ich den in letzter Zeit gerne bestellt hab
Dave
und hab Den Du dann auch zweimal bestellt?
Dennis
Eine Abfuhr bekommen, dass das kein vernünftiger Drink ist.
Tobias
Von mir?
Dave
Ja. Ja. Du warst 'n Hater vom Pontstream.
Tobias
Ja, ja, nee, ich mag genau. Ich finde irgendwie, ich finde den Namen beknacker hatte nämlich 'n Ursprung 'n völlig anderen Namen gehabt, den ich jetzt aber grade nicht aufm Kasten habe. Und irgendwie, den hat wohl jemand in den, meine, ich glaub, in den 8 End Achtziger-, Neunzigerjahren hat den, glaub ich, irgendjemand mal entwickelt und hat dann 'n anderen Namen gehabt. Und irgendwie kommt der jetzt auf mit 'nem anderen Namen. Und es ist reine süße Pappe, die man da trinkt, find ich. Und das find ich, klar, diese Cocktails haben auch ihre Berechtigung auf der Karte oder dass sie gemixt werden. Ich verweigere ja den Leuten nicht und sag irgendwie, Ponsar können Sie bei mir nicht bestellen. Ich mache ihn den nicht. Natürlich kriegen Sie den, aber ich mach mir da manchmal schon 'n Scherz und
Dave
lass da mal
Tobias
'n frechen Kommentar los und wo dann gestern wirklich ganz erschrocken angucken und sagen, ja, Sie scheinen ihn ja irgendwie gar nicht zu mögen. Sag ich, nö, mag ich auch nicht, aber Sie kriegen ihn trotzdem. Und dann trinken Sie den und sagen, Mensch, also so gut wie hier hab ich den noch nirgendwo getrunken. Also 'n bisschen Spaß Geil. Hab ich dann auch auf der Arbeit. Ja, ja.
Dave
Ja. Ja. Ich fand das ich fand das so sehr beschreiben. Ich glaub, in der in der Aufnahme, die wir jetzt nicht mehr haben, da hast Du, glaub ich, gesagt, das schmeckt wie son Maracuja Eis aus den Achtzigern und irgendwie hab ich den probiert und dacht mir, ja hundertprozentig hundertprozentig. Und ich hab diesen Champagner dazu nicht ganz verstanden und ja. Ja. Aber das Baracuja ist hab ich megastark rausgeschmeckt.
Tobias
Ja. Das ist wie son Eis aus den Achtzigerjahren, genau. Nur in flüssig.
Dave
Ja, genau.
Tobias
Ja und zu der Frage, was man so zu Hause haben kann oder haben sollte, wenn man gerne mixed und wenn Freunde zu Besuch ist, nicht so viel hinstellen, das sind alle Staubfänger und ja. Lieber 'n kleines Sortiment, eine Flasche Dinnen, eine Flasche Wodka, vielleicht 'n Burben, den man irgendwie stehen hat. Und dann kann man über die anderen Materialien sich dazu selbst gemacht irgendwie dazu machen und 2, 3 Cocktails mixen und anbieten. Das ist Und den nur, ne, den weißen Wermut, den man in meinem Drivmatini macht, den kann man dann auch zum Kochen weiterverwenden, bevor er dann endgültig oxidiert. Also sich nicht verrückt machen lassen, kleine Sachen zu Hause stehen haben, das reicht und dich einfach 'n bissel rumprobieren damit.
Dennis
'N Kollege hat noch reingeworfen das Stichwort Dirty Sodas und meinte, das wär im Moment was. Sagt dir das was und ist das wirklich 'n Trend?
Dave
Das war, glaub ich, ein Gregor.
Tobias
Ja, Dirty Sodas sagt mir jetzt vom Namen nichts, hat mir jetzt bei mir auch niemand bestellt. Was grade in den letzten letzten halben Jahr wir sehr verstärkt wahrnehmen, die immer mehr verlangt werden, sind die Dirty Martinies. Und das ist schon 'n relativer Klassiker. Es gibt Dry Martine, das ist Gin, Wermut gerührt, abgeseiht Olive rein oder auch wahlweise mit Twist oder auch ganz gerne mit Wodka anstelle des Gins. Und die Dirty Martinis haben anstelle des Wermuts, also entweder Wagner oder Gin, tut man dann Olivenlake mit hinein und das rührt oder schüttelt man.
Dave
Mhm.
Tobias
Und ich merk so grade, ich den Dirty Martina hat man immer schon mal irgendwie so mal gemacht, das waren so die Experten. Also Leute, die sich auskennen, die häufiger in Bars sind, die haben dann gesagt, ich hätt gern 'n Dirty Martinie und dann brauch ich nur Fragen, ja Wodka Gin. Mhm. Antwort war klar, was kam, musste ich, die haben's drauf. Und jetzt bestell ich son bisschen fest, dass Leute kommen und 'n Dirty Martinie bestellen und wenn ich sie frage, wie sie den haben möchten, gucken nämlich völlig verwundert an.
Dennis
Mhm.
Tobias
Das heißt, es sind Leute, die haben das irgendwo aufgegriffen, haben's vielleicht mal irgendwie probiert und für gut befunden oder haben mit gesagt mitgeteilt bekommen, also wenn Du in die Bar gehst und Du bestellst 'n Dirty Martinie kriegst den besten müssen aber die Frage dann nicht zu beantworten. Ist auch alles nicht schlimm und nicht böse, aber ich merke so, die Dirty Martinis, die ziehen ganz oft. Dirty Soda kann ich mir eigentlich nur son bisschen vorstellen. Also den Namen zufolge Ich würde dann euch Gäste fragen, was ist für euch 'n Dirty Soda? Was ist das? Ich kann mir da eigentlich nur vorstellen, dass also dass man also nicht einen Wodka, Lime und Soda bestellt, sondern dass man einen Wodka Olivenlake Soda bestellt. Das ist das, was ich assoziativ mit diesem Namen jetzt in Verbindung bringe. Kann aber heute Abend mal meinen Kollegen fragen. Mal gucken, was der sagt. Was kennst Du von Dirty Soda? Schon mal gehört. Kann ich mal nachfragen. Okay.
Dennis
Ich hab ich hab's auch schon wieder komplett vergessen. Was der Jan hatte den Artikel gekriegt.
Dave
Genau, genau. Aber da
Dennis
ging's irgendwie, das Nee, Mann.
Dave
Genau, es geht Soda, also Soda Getränke, so was wie, glaub ich, so Cola, Sprite und so was alles. Und dass man die halt noch mal so zusätzlich dann verziert mit irgendwie so irgendwie hier, wer soll mal das aus der Sprühdose, diese Sahne. Sahne. Sahne irgendwie so so, also diese, irgendwelche Serups mit verschiedenen Geschmäckern oder irgendwelche Fruchtsäften und dann halt das zusammenmix.
Tobias
Ist, glaub
Dennis
ich, so
Dave
grade halt, was halt alkoholfreie, alkoholfreie Cocktails angeht halt, porträt. Aber da kann's natürlich auch noch mal 'n Schuss Alkohol reinmachen. Aber genau, also Sodageetränke mit sehr viel Creme und also son bisschen Sahne einfach.
Tobias
Ist jetzt Ich
Dave
glaub, das
Tobias
Also hab ich jetzt hier in Hamburg noch nicht wahrgenommen.
Dennis
Alle haben auch keine bestellt.
Dave
Also ich hoffe ich hoffe, es wird nicht ankommen. Ich hoffe, es wird nicht ankommen.
Tobias
Ja, das wär jetzt tatsächlich mal, also wenn, das würd ich hier, das werd ich mal mit meinem mit mit mit Rucksack a mal fragen mal, was da sag ich, das wär eine eine Begrifflichkeit Dirty Soda. Was stellst Du dir da drunter vor? Hast Du schon mal was gehört? Und
Dave
wenn da
Tobias
jetzt jemand sagt, ja, ich will 'n Dirty Soda und sag dann, also für mich ist 'n Dirty Soda 'n Coca Cola oder ja, son Koffein Koffein Limonade mit mit geschüttelt Sahne oben drauf. Dann würden wir uns jetzt aber erst mal besprechen, ob wir das überhaupt dann auch zulassen würden. Also son bisschen, es 'n paar Sachen, die lassen wir nämlich nicht zu 1 Wahl und sagen, also wenn das bestellt wird, nee, gibt's nicht. Machen wir nicht.
Dave
Bisschen Stolz hat man dann doch.
Tobias
Das hat nicht unbedingt was mit Stolz zu tun, sondern es hat auch manchmal was mit mit 'nem Konzept 1 Bar zu tun. Also es gibt, was wir zum Beispiel nicht in unserer Bar machen, ist, wenn da so 3, 4 Leute sitzen und sagen, ja, wir möchten jetzt gerne 4 Espresso Espresso Martine shots haben. Und dann sagen wir, tut mir leid, machen wir nicht. Ne, oder sagen, wir möchten gern Mexikaner haben, das ist sone Bloody Mary. Kannst Du mal können Du noch mal mixen und auf viele Schnapsgläser verteilen? Sagen wir, nee, machen wir eben nicht. Wir machen keine keine Cocktails als Shots, das machen wir nicht, weil das nicht zum Konzept unserer Bar gehört. Und es gibt hier in Hamburg eine Bar, die heißt Chuck Club. Und die hat nämlich genau das in ihrem Konzept, dass sie sagen, wir bieten unseren Gästen eine Menü oder ein ein Getränkemenü an mit Cocktails in kleinen Shotgläsern. Das ist deren Konzept perfekt, wunderbar, passt. Aber wir machen's nicht. Ja. Wenn ihr's wollt, bitteschön.
Dennis
Spannend. Lass uns noch mal ganz kurz auf Cocktails ohne Alkohol eingehen, weil Du gesagt hast, das ist zum einen was, was Du spannend findest und ist mit Sicherheit auch was, was jetzt vor, keine Ahnung, 30 Jahren noch weniger irgendwie Thema war und auch von daher eine gewisse Aktualität mit sich bringt, auch wenn's jetzt kein jetzt Trend von 2026 vielleicht ist.
Tobias
Wie ist
Dennis
da so wie ist da so der der der Stand der Technik, muss man ja wahrscheinlich auch sagen, oder? Also ist versucht man sich dann komplett irgendwo in in neuen Rezepturen oder ist es, dass man versucht, den Alkohol einfach zu ersetzen und irgendwie ein ein ähnliches Getränk herzustellen, was sehr ähnlich schmeckt, aber ohne Alkohol? Also was ist, wie geht ihr damit unwohl? Wie gehst Du damit
Tobias
Also das das Thema alkoholfrei ist alkoholfrei, Cocktails und Getränke ist schon seit einiger Zeit ein immer mehr aufkommendes Thema und auch Verlangen der Gäste. Und dieser Trend wird sich fortsetzen. Und ich denke, 2026 wird noch mal wirklich 'n Shoot nach vorne kommen, weil das auch medial immer mehr aufgegriffen wird und beschrieben wird und die Spirituosenindustrie und die Brauereien aber wirklich ganz schön am Schimpfen sind, was deren Umsatzeinbrüche angeht. Und das wird mehr. Das wird immer mehr, wird auch immer wichtiger. Klar, vor 10 Jahren kam 'n Kollege rein und sagt, ich brauch 'n Ipanema, ich brauch 'n Frühpunch. Das war so das Alkoholfreie, was man angeboten hat. Ändert sich grade vollkommen und komplett. Und ich freu mich drüber, dass sich das ändert, dass man den Leuten nicht nur irgendwie Hochsaftmixturen hinstellt und dann trinken die den zweiten davon und dann haben sie nur noch die süße Pappe und keine Lust mehr und verlangen das Wasser, was ich auch wirklich verstehen kann. Und ich fand's auch damals als Achtzehnjähriger Führerschein gehabt, aufm Land gewohnt, immer mitm Auto durch die Gegend geguckt, hab keinen Alkohol getrunken, auch nicht irgendwie gemessen, wie viel könnt ich trinken, im Auto zu fahren, partout, einfach keinen Alkohol getrunken. Und das Angebot auf den Partys war immer schlecht. Mhm. Apfelschorle, Orangensaft, Wasser, Ende. Nix. So und fand das damals schon doof und find's heutzutage umso schöner und umso spannender. Die Also es gibt eine Entwicklung aufm Markt, dass Hersteller sagen, wir stellen alkoholfreie Ersatzprodukte her und nennen es dann alkoholfreien Whisky, wir nennen es alkoholfreien Gin, wir nennen es alkoholfrei weiß der Geier was. Alkoholfreier Wodka haben wir auch schon gefragt, haben Sie den? Haben wir gesagt, tut uns leid, also alkoholfreien Wodka.
Dennis
Kann man Leitungswasser nehmen, oder?
Tobias
Ja, es weil Wodka eigentlich keinen keinen keinen keinen Geschmack hat außer der LH 0, der da drin ist. Die Schwierigkeit bei den alkoholfreien Cocktails ist einfach die, dass der Geschmacksträger Alkohol wegfällt. Ja. Ja? Und jetzt etwas zu finden, was einen Geschmack transportieren kann und nicht Zucker isst oder zuckerarm, das ist das unglaublich Schwierige dadran. Und da wird es aber auch son grade son Feld, es gibt in Paris 'n ganz tollen Typen. Sommelier arbeitet in in Bereich, ich glaub sogar irgendwie sogar als Familier in Michelin Sternerestaurants gewesen, hat gesagt, mach ich nicht mehr. Und der widmet sich sehr, sehr stark der alkoholfreien Fermentation und macht Mixturen. Und das ist wirklich noch mal 'n spannendes Thema. Bei uns leider zu wenig. Wir haben nicht wirklich die Zeit, uns ausgiebig damit zu beschäftigen. Ich tu's in meiner freien Zeit. Ich lese ganz gerne dazu, ich tausch mich mit Kolleginnen. Es gibt hier eine Kollegin in in in in Hamburg, die arbeitet im Rabbithole, die ist studierte Biochemikerin. Die hat den Weg in die in die in in die Bar gefunden und die beschäftigt sich tagein, tagaus mit Fermentation unterschiedlicher Art. Und sich mit dir auszutauschen, ist echt spannend und schön. Mhm. Also es wird 'n Trend. Es es wird mehr. Und wir müssen uns drum kümmern.
Dennis
Ja. Ja, nee, absolut. Spannend. Da hat Dave natürlich auch auf seiner Karte hier fürs Meet-up. Hol da, das hast Du 'n anderes Konzept, ne. Du versuchst ja schon irgendwie das ähnliche Erlebnis Genau. In alkoholfrei ab.
Dave
Deswegen deswegen interessant, dass Du auch Konzept angesprochen hast, To To Wie, weil weil unser Konzept dann da an der Stelle ist sozusagen, egal ob Du alkoholfrei trinkst oder nicht, so ihr redet über denselben Cocktail rein geschmacklich. Und das ist so irgendwie das, was wir uns so auf die Fahne schreiben wollen. Deswegen versuchen wir, dass beide sehr nah beieinander sind. Auch wenn Du sagst, ist eine natürlich eine Schwierigkeit, diesen geschmacksträger Alkohol da immer komplett mit reinzukriegen, aber dass man sagt so, hey, egal ob ich jetzt mit Alkohol oder ohne Alkohol trinke, so wir können uns darüber auch austauschen, wie wir den finden und ein sehr ähnliches Erlebnis haben.
Tobias
Das ist es auch. Also das ist, ich hab in Jahreszeiten angefangen und da kenn ich das noch, wenn so grade wenn so Männer irgendwie, 2, 3 Männer irgendwie da waren. Und dann sagte 1, nö, ich nehm alkoholfrei. Dann ist da von den anderen Männern echt irgendwie angeschnauzt worden, was ihm einfällt, alkoholfrei zu trinken. Was Und da bin ich immer dazwischen gehabt, gesagt, Leute, niemand in dieser Bar trinkt gegen seinen Willen Alkohol. Also
Dave
Mhm.
Tobias
Ich möcht nicht auch schon lesen, dass ich damals schon
Dennis
irgendwie, Gäste, denen
Tobias
ich das so gesagt habe, dass die sich im Nachhinein beschwert haben, mag ich nicht ausschließen. Glücklicherweise
Dave
hat
Tobias
sich das wirklich zum Positiven geändert und ich muss weniger da hingehen und sagen, es trinkt hier niemand gegen seinen Willen Alkohol. Weil meine Generation ist eine Elterngeneration und Sie haben eine junge Kindergeneration, wo das inzwischen wirklich selbstverständlich ist, noch nicht vollkommen. Aber in der jungen Generation ist es wirklich untereinander akzeptiert, wenn jemand sagt, nee, ich trink keinen Akku, ich mach das nicht, ich muss dich auch nicht begründen. Mhm. Und mit dieser Elterngeneration hab ich ja jetzt zu tun, wo sie bei ihren Kindern das mitbekommen. Das heißt also, sie ist wird immer weniger der Fall, dass ich dazwischen gehen muss. Und darüber freu ich mich, es akzeptiert wird. Was noch son bisschen fehlt, ist, wenn wir jetzt die diesen diesen Dry Generaly haben, wo der Gastronomie 19000000 Euro durch die Lappen gehen, weil die Leute keinen Alkohol trinken. Oder auch den Sowas oder den Sober Oktober, also zweimal im Jahr diese die Monate, wo kein Alkohol getrunken wird. Was wir oder ich son bisschen feststelle, ist, die Leute, die diesen Monate so in Anspruch nehmen, verbinden ihre Geselligkeit immer mit Alkohol und bleiben dann fern. Mhm. Ja, also sie sagen, ich trinke keinen Alkohol, also geh ich auch nicht aus. Und das find ich son bisschen schade, weil der Gesichtspunkt der Geselligkeit stark mit Alkohol in Verbindung gebracht wird und ich bin dagegen. Glaubst Du? Geselligkeit ist keine Frage des des Alkoholrauschs. Und daran haben wir ganz ehrlich zu erarbeiten, die Leute zu ermutigen.
Dennis
Ja. Mich auch. Das haben wir ja auch letzte Mal auch schon nie gesagt, aber also es ist definitiv so, also wenn ich das selbst reflektiere oder so. Es hat auf jeden Fall einen Aspekt davon, ne, wenn man Alkohol trinkt. Also die an, das andere, nicht extrem, aber die andere Seite ist ja davon auch beispielsweise, ich trinke auch alleine keinen Alkohol, so, ne. Also von daher deswegen ist es auch für mich so verknüpft halt mit der Selig. Dergestalt, wenn ich halt zu Hause nicht alleine einen Wein öffne oder so was. Ja. Kann man, also kann man genauso infrage stellen, ne. Ja, aber ich finde den Gedanken gut oder beziehungsweise ich, ja, ich glaube, geht auch kein Weg daran vorbei, da sich 'n bisschen zu öffnen und das auch neu zu denken.
Dave
Und da gehe ich ja hoffentlich mit 'nem guten Beispiel voran.
Dennis
Ich weiß nicht, wie in Dresden. Dresden.
Dave
Ja, gut.
Dennis
Hast Du dich nicht komplett in dein Alkoholverbot gehalten?
Dave
Aber aber auf der Konferenz selbst zum Beispiel.
Dennis
Das stimmt.
Dave
An der Abendveranstaltung. Bist Du gefahren? Ja, bin ich gefahren.
Dennis
Ja. Ich nicht.
Tobias
Und Du
Dave
hast einen fahren lassen. Ja.
Tobias
Oi eii
Dave
eii, ja. Ja. Aber aber ist ist ist vielleicht, also vielleicht jetzt auch für die Podcastfolge zu viel und vielleicht auch 'n bisschen philosophisch so, aber wir als Säugetiere, sag ich mal, oder als Menschen haben wir nicht ein Anrecht auf Rausch, so einfach son bisschen so Eskapismus, sag ich mal, ne. Einfach so einfach dem Alltag entfliehen und sagen, okay, ich versetz mich jetzt 'n anderen Rauschzustand, sei's jetzt mit Alkohol, sei's aber auch mit anderen Drogen, also wo Alkohol auch eine Droge ist. Also hat man nicht da 'n Anrecht drauf oder ist es nicht auch irgendwie was Schönes, das zu machen so? Aber also sollte kein Thema für diese Folge werden, aber find ich, ist trotzdem etwas, was man ja, was durchaus ja Berechtigung hat in dieser Diskussion.
Tobias
Definitiv. Also das ist, natürlich ist die Frage, haben wir nicht 'n Anrecht auf Rausch? Und das geht auch nicht darum, dem Menschen seinen seinen seinen Rausch zu verbieten. Es gibt ein wunderbares Buch, was von Jakob Hein, Facharzt für Psychiatrie neu übersetzt hat und neu herausgebracht hat. Das heißt, Dunk and Comportment, betragenes Betrinken oder betragenes Betrunken, irgendwie so heißt das Buch. Und das ist eine Studie von 2 Soziologen aus den Sechzigerjahren, die sich die Frage gestellt haben, warum ist in dieser weißen, dominierten westlichen Welt bis hin zu Straftaten, die im Rauschzustand, insbesondere in Alkohol Ja. Begangen worden sind, warum sind die weniger bestraft worden, als ohne im Rausch zu sein? Und haben sich dann unterschiedliche Kulturen angeschaut und geguckt, wie gehen die denn mit Rausch Und haben festgestellt, dass diese anderen Kulturen, sei es auch teilweise isolierte Kulturen, ein völlig anderes Verständnis von Rausch haben.
Dennis
Mhm.
Tobias
Ja, also dass der Rausch positiv besetzt ist, dass man sich positiv benimmt, dass man sich gut benimmt. Und haben sind son bisschen, ich verkürz das jetzt alles 'n bisschen laienmäßig und haben einfach festgestellt, dass diese der Rauschzustand und das Schlechte und Böse, was man tut, eine Frage der der der Kultiviertheit ist. Und wir weißen Westlichen haben's irgendwie nicht haben sind tatsächlich, wenn es Rausch geht, sind wir son bisschen verroht. Mhm. Also wir haben's nicht gut beigebracht bekommen, uns positiv im Rausch zu benehmen und zu verhalten, weil andere Kulturen, selbst die, die isoliert sind, ein völlig anderes Verständnis von Rausch haben und auch anders erzogen haben. Ist 'n ganz spannendes Buch, das zu lesen. Und das war schon in den Mit Endsechzigerjahren wusste man das schon. Und heutzutage gehen sogar Gerichte so weit, dass sie sagen, okay, Du hast aufgrund von Alkohol oder hast einen Unfall gebaut mit dem Auto. Das betrachten wir nicht als eine Entschuldigung mehr, sondern wir betrachten das eine als etwas Weiteres Negatives und bewerten dich in in oder in deiner Straffälligkeit noch höher, als wenn Du's nüchtern gemacht hättest. Und das ist eine Warnung, die stattfindet. Und ich kann dieses Buch wirklich jeden empfehlen, der Lust hat, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Auch mit der Begründung, ich hab doch 'n Recht auf Rausch und ich möchte diesen Rausch auch leben. Und dieses Buch zu lesen, gibt einem wirklich noch mal Gedanken darüber, dass Rausch ja eine Frage der Erziehung ist. Mhm. Und es vorwiegend sein.
Dave
Ja, das ist immer Da
Dennis
haben wir sogar so fast noch 'n Pick of the day
Dave
Ja, ja.
Dennis
Als Buchempfehlung eingebaut in diese Folge. Sehr gut. Cool, cool.
Tobias
Meine Herren, Gut. Ich muss in 5 Minuten aufstehen und zur Arbeit gehen.
Dennis
Das ist löblich. Und nee, von daher kommen wir auch gerne zum Ende der Folge, ich glaub, am ganz guten ganz guten Umfang gehabt. Und vielleicht, Dave?
Dave
Darf ich's jetzt sagen? Ja. April, April? April, April, richtig.
Dennis
Genau, wir werden uns zukünftig nicht nur das Thema der Bar kümmern. Wir werden's natürlich weiterhin auf unsere Meetups und der Konferenz anbieten.
Dave
Muss ich wahrscheinlich auch irgendwelche in den Namen passt. Irgendwelche Specials wird's bestimmt geben noch mal.
Dennis
Und irgendwelche Specials wird's hoffentlich auch geben und Tobias, wir hatten auch gesprochen, vielleicht kriegen wir doch auch da noch mal den Besuch hin und wir machen 'n bisschen mit Kameras, die wir mitbringen und so was und nähern uns noch mal 'n bisschen mehr den den Drinks in der Bar. Ich hätte Riesenlust darauf.
Tobias
Also ich bin
Dave
An dieser Stelle.
Tobias
Ich bin sehr, sehr gespannt, wie diese Folge bei euren bei euren Zuhörerinnen und Zuhörern ankommt. Und bin wenn irgendjemand Lust hat zu schreiben, tut es. Ich bin sehr gespannt, was Leute berichten. Und wenn es Bedarf gibt zu sagen, das irgendwie weiterzumachen oder was Leute schreiben und weiter Interesse haben. Ich bin da, machen wir. Und ja, bin wirklich sehr gespannt und sehr offen.
Dennis
Sehr cool. Sehr cool. Vielen, vielen Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast für diesen, Anführungsstrichen, Spaß und dann aber doch, find ich, irgendwie eine sehr wertige Folge, die dabei rausgekommen ist, auf die ich auf jeden Fall hörenswert fand. Und an unsere Hörer*innen genau der Hinweis, Podcast, der Programmier bar, der Programmier Punkt bar ist die Adresse, an die ihr gerne schreiben könnt. Und wir freuen uns über ganz viel Feedback zu dieser Folge. Tobias, vielen, vielen Dank und hab einen schönen Tag, viel Spaß an deiner Bar heute.
Tobias
Dankeschön. Ich freu mich sehr, bin gespannt, was kommt heute. Und vielen Dank für eure Einladung für diesen Podcast. Hat mir sehr viel Freude bereitet. Alles Gute.
Dave
Danke, Gott zu hören. Danke. Bis Abend, tschüs für Sie.

Speaker Info

  • Tobias M. Müller

    Tobias Müller ist Barkeeper und Chef de Bar aus Hamburg. Mit langjähriger Erfahrung in der Gastronomie, unter anderem in Fünf-Sterne-Hotels, verbindet er klassische Barkultur mit kreativen Cocktailkreationen. Tobias legt besonderen Wert auf Signature Drinks, alkoholfreie Alternativen und die Atmosphäre in der Bar, wobei er Gäst:innen aktiv einbindet und ein Gespür für die Dynamik im Raum entwickelt. Neben seinem handwerklichen Können ist für ihn die Verbindung von Genuss, Kommunikation und Community ein zentraler Aspekt seiner Arbeit.

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