CTO-Special mit Barbara Wittenberg von 1KOMMA5°
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Shownotes
Ein Stromausfall im Münsterland als Auslöser für eine ganze Tech-Karriere? Bei Barbara Wittenberg war genau das der Moment, in dem sie verstehen wollte, warum Stromnetze so fragil sind – und warum es so schwierig ist, sie wieder in Gang zu bringen. Heute ist sie CTO bei 1KOMMA5° und baut ein System, das genau diese Probleme für die Zukunft lösen soll. Ihr Weg dorthin: überraschend geradlinig – und gleichzeitig geprägt von unerwarteten Sprüngen.
Im Gespräch mit Jan und Fabi erzählt Barbara, wie sie nach ihrem Studium in der elektrischen Energietechnik an der RWTH Aachen in die frühen Smart-Home- und Smart-Meter-Experimente bei E.ON einstieg – und warum diese Ansätze trotz ihres Vorsprungs an der Realität scheiterten.
Unbeirrt, vielleicht sogar zusätzlich motiviert, wechselte sie die Perspektive: erst zu Oracle, dann zu Google. Dort lernte sie, was es wirklich heißt, Systeme zu skalieren: Was passiert, wenn Lieferdienste über Nacht explodieren, Architekturen einbrechen oder Datenströme plötzlich exponentiell skalieren?
Heute verantwortet Barbara als CTO von 1KOMMA5° unter anderem das Heartbeat AI System, das Solaranlagen, Batterien, Wärmepumpen und Ladestationen intelligent miteinander vernetzt, inklusive eigenem IoT-Layer, Machine-Learning-Forecasting und dynamischen Stromtarifen. Und natürlich einer App, die Kund:innen erklärt, warum das Auto mal nicht sofort lädt.
Unter der Haube arbeitet ein 250-köpfiges Tech-Team an nichts Geringerem als an der Frage: Wie elektrifizieren wir Haushalte so, dass sie Geld sparen, CO₂ reduzieren und gleichzeitig das Netz stabilisieren?
Natürlich sprechen wir auch über Barbaras Leadership, ihren Mut zu unkonventionellen Karriereentscheidungen, Diversität in Tech und darüber, warum es manchmal genau dann vorangeht, wenn man sich trotz aller Unsicherheiten einfach traut. Ein CTO-Special mit viel Energie, im wahrsten Sinne des Wortes.
- Jan
- Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen CTO Special hier in der programmier.bar. Heute für euch am Mikrofon einmal der Jan und neben mir der Fabi. Hallo. Moin Fabi. Fabi, wir, ich wollt grad sagen, wir scherzen ganz oft, vielleicht noch, bescherzen sie es, das ist was, was wir schon ganz oft so festgestellt haben, sodass die Lebensläufe, die wir hier in den CTO Specials besprechen, sind ja selten linear. Meistens sind das so Achterbahnen, manchmal sind das auch so Querfeldeinwege. Aber halt gefühlt ist das immer sone Strecke, die sich erst ergibt, wenn man so im Nachhinein draufguckt. Als ich das erste Mal auf LinkedIn den Lebenslauf von unserem heutigen Gast gesehen hab, dacht ich mir, das ist, glaub ich, die linearste Geschichte, die ich jemals gesehen hab so, ja. Ich weiß nicht, ob da vielleicht son bisschen was weggelassen wurde, können wir gleich dann mal noch mal drüber sprechen, dass das so, das Bild ist vielleicht zu perfekt, ja. Aber es war auf alle Fälle sehr beeindruckt. Und nicht nur, dass dass beeindruckt war, wie wie geradlinig das sich so alles ergibt, sondern auch die Tatsache, dass da so mittendrin son Director Posten bei Google war und sich, wenn man sich diesen Lebenslauf durchliest, das wirkt einfach nur so, ja, das war 'n Sprungbrett. So, für manche ist das so die Position, da fangen sie an, sich auszurungen. So von der heutigen Gast war das so, jetzt geht's richtig los.
- Fabi
- Dann bin
- Fabi
- ich mal gespannt, ob Du da mit deiner Analyse auf Basis von LinkedIn wirklich recht hattest. Wen geht's denn?
- Jan
- Heute sprechen wir mit Barbara Wittenberger. Hallo Barbara, schön, dass Du da bist. Schön, dass Du Zeit für uns hast.
- Barbara
- Sehr gerne, ich freu mich.
- Jan
- Barbara, Du bist CTO bei 1.5 Grad. Ein Firmenname, den ich zugeben muss, den ich bis vor Kurzem auf Anhieb immer falsch geschrieben hab mit diversen Großbuchstaben und Sonderzeichen und Zahlen an den richtigen Stellen. Wie lang hat das bei dir gebraucht, bis Du's richtig schreiben konntest?
- Barbara
- Da das ging ganz schnell. Das war, ich würde sagen, die ersten 2 Tage vielleicht, dass man sich eingewöhnen musste. Weil wenn man einmal weiß, wie's aussieht und das mal geschrieben, gesehen hat, dann vertut man sich da eigentlich nicht mehr.
- Jan
- Für alle, die 1.5 Grad nicht kennen da draußen, was macht
- Barbara
- ihr? 1.5 Grad ist ein ja, jetzt fast nicht mehr Start-up, aber eigentlich ein Start-up, das Elektrifizierung von Haushalten macht. Das heißt, wir installieren bei unseren Kunden Solaranlagen, Batterien, Elektroladestationen und Wärmepumpen, verbinden diese dann aber vor allem miteinander mit unserem System HardBeat AI und optimieren die Anlagen einmal im Haus des Kunden, aber auch gegenüber dem Energiemarkt. Und wir bieten das Ganze auch ohne Installation an, also man kann bei uns sozusagen auch nur Stromkunde in unserem dynamischen Tarif zusammen mit der Optimierung von HardBeat AI werden, wenn man kompatible Geräte hat.
- Jan
- Okay und vielleicht musst Du dazu noch erklären, was ein dynamischer Stromtarif ist.
- Barbara
- Ein dynamischer Stromtarif, also der Energiemarkt im Prinzip hat nicht immer denselben Preis für Strom, auch wenn viele Verbraucher, insbesondere in Deutschland, gewohnt sind, dass sie einfach einen fixen Preis, irgendwie 35 Cent pro Kilowattstunde für ihren Stromtarif zahlen und am Ende einfach auf 'nem Jahreswert multipliziert mit diesem Preis abgerechnet werden, ist eigentlich der Energiemarkt volatil. Angebot und Nachfrage sozusagen müssen immer zusammenpassen und daraus ergibt sich an dem Schnittpunkt der Angebots- und Nachfragekurve im Preis. Also je nachdem, wie viel Energie gerade erzeugt wird und abgefragt wird, variiert das 15 minütlich sogar und ein dynamischer Stromtarif ermöglicht Kunden, auf diesen fünfzehnminütigen Wert tatsächlich auch zu verbrauchen oder abgerechnet zu werden, vor allem, wenn sie ein, 2 Meter haben. Und das sozusagen nutzen wir, unseren Kunden immer den günstigsten und saubersten Strom anzubieten, weil interessanterweise oder logischerweise ist der Preis immer dann am günstigsten, wenn viel aus Erneuerbaren erzeugt wird. Und da verschieben wir sozusagen dann durch die Steuerung der Geräte den Verbrauch unserer Kunden in die Zeitpunkte, wo's besonders günstig ist, weil grade viel Wind wird oder PV erzeugt wird.
- Jan
- Okay, ich glaub, mit der Erklärung hat auch jeder verstanden, warum ihr als Unternehmen CTO braucht. Und warum Du bestimmt auch viel zu tun hast in in deinem Job den ganzen Tag über. Aber ich hab ja am Anfang schon angesprochen, dass mir dein Lebenslauf so sehr linear vorkam. Und wenn man sich da den mal anschaut, dann ist da ja sehr viel Energie im Mix sozusagen, ja. Und meine erste Frage oder nein, eine Frage vorher, täuscht mein Eindruck, ja? Hat Fabi recht und LinkedIn hat mich getäuscht? Oder ist es möglich so, dass Du deinen Lebenslauf selbst auch als linear beschreiben würdest?
- Barbara
- Ich würde meinen Lebenslauf nicht unbedingt als linear beschreiben, zumindest wusste ich zwischendurch nicht, wo er mich hinbringen wird. Sagen wir das mal einfach so. Das heißt, es gab durchaus 'n paar interessante Wendungen in meinem Lebenslauf, aber da können wir ja vielleicht gleich noch mal drauf eingehen. Dass ich irgendwann vom Energieversorger zu Oracle gewechselt habe, war glaube ich nicht so ganz straight forward, zumindest hat mein Umfeld mir das gespiegelt, das es für einige unverständlich wahr. Genauso unverständlich war es für viele, dass ich den eben schon angesprochenen Director Posten bei Google dann gar nicht nach so langer Zeit wieder verlassen habe, zu 'nem Start-up zu gehen in der Energiebranche. Das heißt, ganz so linear, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint, war das jetzt gar nicht. Aber im Nachhinein betrachtet, macht ja manchmal, machen manche Dinge manchmal Sinn. Und so passt es jetzt ganz gut zusammen.
- Jan
- Okay. Fangen wir vielleicht ganz vorn an oder vielleicht nicht ganz, ganz vorn, aber was hast Du studiert und warum?
- Barbara
- Ich hab Wirtschaftsingenieurwesen elektrische Energietechnik studiert an der AWTH Aachen.
- Jan
- Das ist ja schon sehr nah dran, oder?
- Barbara
- Das ist schon sehr nah dran. Und da kommt auch meine ursprüngliche Motivation, also oder sogar noch davor für die Energiewirtschaft her. Mich hat gestern noch 'n Freund daran erinnert, dass vor 20 Jahren in meinem Heimatdorf tatsächlich der Strom ausgefallen ist aufgrund 1 Schneechaoses. Also da sind die Hochspannungsleitungen zusammengebrochen und wir hatten keinen Strom mehr. Und da hab ich damit, das war kurz vor meinem Abitur, da hab ich damit angefangen, mich zu beschäftigen, warum denn nicht? Und warum ist es eigentlich so kompliziert, es jetzt wieder sozusagen herzustellen, dass wieder Strom verfügbar ist? Und so bin ich im Prinzip zu meinem Studium gekommen und hab dann elektrische Energietechnik ausgewählt und mich da tiefer in die Themen reingegraben und eben vor allem auch Optimierungsmodelle entwickelt für die Integration von erneuerbaren Anlagen in das Energiesystem.
- Jan
- Dann ist das ja eigentlich 'n sehr glücklicher Zufall, dass euer Strom da so ausgefallen ist, weil das ist ja eigentlich was, was in Deutschland nicht sonderlich häufig passiert. Also ich hab Familien in den USA, ich bin da relativ häufig und da sieht man sehr viel Werbung für, Du brauchst hier 'n Generator für zu Hause und hier ist dein irgendwie 'n Notfallsystem, weil da Stromausfälle noch sehr viel mehr an der Tagesordnung sind, als ja das vielleicht bei bei uns so sind, ja.
- Fabi
- Ja, auf jeden Fall, ich
- Jan
- erinner mich auch noch, ich war, ich glaub, da war
- Fabi
- ich 13 oder 14 war ich bei Freunden in den USA in Detroit zu Gast für einen Monat und da war's auch und der Zeit war, glaub ich, der Strom 3, es war kurz nach dem elften September, ich glaub, für 3 oder 4 Tage ausgefallen. Es war wirklich so, wir mussten mit Taschenlampen durch 'n Supermarkt gehen und so was und so. Ich denk wegen, also ich mein, dass mein Deutschlern mal kurz der Strom ausfällt, schon mal passiert, aber schon sehr selten.
- Barbara
- Ja, das da da ist dann tatsächlich 'n guter Zufall, weil das war auch nicht nur kurz, das war auch in Teilen des Münsterlandes damals über mehrere Tage. Tankstellentüren sind irgendwie offen geblieben und haben nicht mehr geschlossen, weil auf einmal der Strom weg war und das war durchaus interessant. Ich hab damals aufm Dorf gelebt, die Kühe mussten per Hand gemolken werden, bis das technische Hilfswerk mit Unterstützung kam. Also das war einfach ganz spannend zu sehen, dass es am Ende doch nicht so einfach war, wenn einmal die Leitungen beschädigt sind, das Ganze wiederherzustellen. Und da kam dann mein Interesse an der Energiewirtschaft her.
- Jan
- Wie ging es dann nach deinem Studium weiter?
- Barbara
- Nach meinem Studium ging es tatsächlich sehr geradlinig weiter. Das, was man von Ingenieuren, von der RWTH Aachen erwartet, die Energiewirtschaft studieren. Ich bin bei E. ON gelandet. Hab bei E. ON tatsächlich in verschiedensten Bereichen schon damals im dezentralen Energieumfeld gearbeitet. Hab das erste Smart Meter Smart Home Produkt von E. ON im deutschen Markt eingeführt, hab an dem ersten virtuellen Kraftwerk von E. ON gearbeitet und damals Wärmepumpen in die Steuerung integriert. Das heißt, das war tatsächlich sehr linear und so, wie man sich das vorstellen würde, meine ersten Stationen bei E und nach dem Studium.
- Jan
- Und die Entscheidung, zu sonem großen Konzern zu gehen, war das naheliegend oder war das vielleicht auch die die einzige Wahl, weil wenn man hier so bei uns im Stromnetz was bewirken will, man halt zu den Großen muss, son Hebel zu haben oder was wären da an, also wo hättest Du auch landen können?
- Barbara
- Interessante Frage, die hat sich für mich damals so gar nicht so richtig gestellt. Sondern damals hat sich für mich die Frage gestellt, zu welchem großen Energieversorger geh ich denn? Mhm. Geh ich zu E. ON, geh ich zu RWE? Also damals war das noch nicht so gesplittet das Business, wie das heute gesplittet ist, sondern beide waren im Endkundengeschäft, beide waren auch in dezentralen Energien. Das heißt, für mich hat sich eigentlich nur die Frage gestellt, zu welchem der großen Energieversorger geh ich? Oder geh ich vielleicht ins Netz? So, ich hatte aber damals schon Interesse an Endkunden und eben Erzeugung, also dezentraler Erzeugung und erneuerbare Erzeugung und hab mich dann nur gefragt, welcher große Energieversorger denn und dann wurde es E. ON.
- Fabi
- Mit dir haben wir ja in unserem CTO Special son sehr, sehr besonderes Profil eigentlich für dieses CTO Special, weil sonst unterhalten wir uns, fangen wir an, okay, wie war der erste Kontakt mit Computern, wie war der erste Kontakt mit Software? Und jetzt bei deinem Studium, als auch jetzt deinem Weg zu E. ON frag ich mich so, wie viel war denn von deinem Alltag da Software schon teil? War das mehr hardware bezogen so? Und kannst Du mir da probieren, 'n bisschen so zu erklären, wie dein Arbeitsalltag bei E. ON so war?
- Barbara
- Auf jeden Fall. Ich glaube, mein erster Kontakt, da müssen wir noch 'n bisschen früher anfangen, darüber machen sich heute noch viele Freunde von mir lustig, war es aber in der Schule mal Französisch nicht gewählt, stattdessen Physikinformatik zu machen und unsere Homepage für die Schule neu zu programmieren. Haben sich damals viele gefragt, warum als Frau und alle sind im Französischkurs und warum willst Du jetzt mit den noch 4 anderen unbedingt Physik Informatik machen? Nur weil hier 1 sozusagen der Lehrer unbedingt diesen Kurs starten möchte und das war sozusagen vielleicht eher der erste Kontakt. Interessanterweise sind wir dann damals auch, obwohl's schon damals keine Bücher mehr zu bestellen gab, noch beim Programmieren in Fortran gelandet, weil's ganz interessant war. Was mir an der Uni dann interessanterweise wieder geholfen hat, weil auch da viele Modelle des Netzes und der Energiewirtschaft tatsächlich noch in Vorrang geschrieben waren, weil da viele Simulationen schon über viele Jahre, Infrastruktur ändert sich ja nicht so oft, also Netzinfrastruktur, einfach noch so geschrieben waren. Und so ging das quasi von der Schule über das Studium immer mal, ich würde mal sagen, so mit vielleicht 20 Prozent des Zeitaufwandes auch in Programmierung weiter. Fog sich so durch das Studium durch, hab dann auch in meiner Diplomarbeit tatsächlich Optimierungsmodelle geschrieben, für wie integriere ich denn erneuerbare Energien in dieses deutsche Stromnetz? Was passiert dann? Was muss ich eigentlich machen? Bei bestimmten Ausbauzielen, die wir in Deutschland erreichen wollten, was muss dann sozusagen Was passiert dann auch mit der Auslastung des Stromnetzes oder mit dem Marktpreis? Und bei E. ON hab ich dann tatsächlich erst mal sonen Break gemacht in meiner ersten Station und hab tatsächlich eher Markteinführung, Smarthome, damals viele Diskussionen wenn wir jetzt Smarthome in Deutschland einführen, schon damals geführt zu, wenn wir Technologie aus den US nutzen, was passiert denn eigentlich mit den Daten? Wo liegen die? Wie sieht das Ganze mit dem Cloud Setup aus? Das war damals noch ziemlich neue Themen und da hab ich mich eine Zeit lang so die ersten 2 Jahre, ich mein, insgesamt fünfeinhalb Jahre bei E. ON, hab ich mich eher weniger mit ja, technischen oder auch Programmierthemen beschäftigt. Bin dann aber ganz am Ende sozusagen in meiner letzten Station noch mal in dem Bau des virtuellen Kraftwerks gelandet. Na ja, und das virtuelle Kraftwerk zeichnet sich ja sozusagen dadurch aus, dass es am Ende virtuell durch Code viele einzelne Anlagen vernetzt und dann wieder steuert. Und so war ich dann eigentlich wieder in dem Thema, das mich im Studium schon beschäftigt hat, nämlich wie steuer ich eigentlich sone Wärmepumpe? Wie entscheidet das Optimierungsmodell, wann der richtige Moment ist, Energie sozusagen in die Wärmepumpe aus dem Netz zu beziehen? Genau. Und hab mich dann doch wieder damit beschäftigt.
- Jan
- Wenn man das heute diskutiert, dann erscheint das ja wie son Selbstläufer eigentlich, ne. So, ja, virtuelle Kraftwerke und automatische Steuerung von großen Verbrauchern und so, das klingt alles so naheliegend. Wie war das damals? War das damals schon Konsens, dass das gemacht werden muss und das war jetzt nur noch, okay, wir müssen das irgendwie hinkriegen, das auch zu implementieren und dass das so funktioniert? Oder war das mehr so, na ja, wir versuchen das experimentell, aber die Leute haben das vielleicht noch son bisschen belächelt als gesamtes Konzept.
- Barbara
- Ja, das ist genau der Punkt, warum ich am Ende auch von E. ON einmal in die Techwelt gewechselt bin. Das war damals 'n Konzept, das war technisch durchaus lösbar. Also technisch konnten wir da einen eine gute Lösung implementieren, konnten auch Steuerung machen, aber skalieren im Markt konnte das aus verschiedensten Gründen nicht. Also das fing an mit Verbrauchern, die sich gefragt haben, warum will denn jetzt jemand meine Wärmepumpe steuern? Das Gegenüber fehlende Smart Meter, damals noch viel mehr als heute. Also wenn man keinen Smart Meter hat, kann man den Kunden auch nicht in den eben erklärten dynamischen Tarifen abrechnen. Das heißt, wir konnten damals den Benefit, den es davon gibt, dass jemand anders deine Wärmepumpe steuert, gar nicht an den Kunden weitergeben. Und so war das eine cooles technisches Projekt und wir haben eigentlich eine technische Lösung gebaut, die dann im Markt aber so richtig gar nicht Fuß fassen konnte zu der Zeit, zu der sie entwickelt wurde. Also da war einfach das das Mindset und die Voraussetzung in unserem Energiesystem noch gar nicht so weit.
- Fabi
- Und kannst Du vielleicht aber trotzdem noch mal 2 Sätze zu dem Prinzip des virtuellen Kraftwerks irgendwie erklären, auch wenn's vielleicht heute einfach ist, jemandem zu verkaufen war. War in erster Linie der Ansatz dieses virtuellen Kraftwerks, wirklich einfach optimiert die Leistung 1 einzelnen A-Haushalts, also ich im Endeffekt einfach Kosten spare oder geh's ging's da mehr die Optimierung des Stromnetzes, wenn man's im Großen denkt sozusagen, wann macht das Sinn, Last zu verteilen so oder oder am Ende beides? Oder was sind die Faktoren für 'n virtuelles Kraftwerk?
- Barbara
- Am Ende beides. Das virtuelle Kraftwerk, also eine normales Kraftwerk, wenn man sich das so vorstellt, dann wurde das Kraftwerk früher danach betrieben oder gefahren, wenn Strom benötigt wurde bei den Verbrauchern. Also zum Beispiel, wenn 'n Fußballspiel im Fernsehen übertragen wird und die Halbzeitpause fängt an, das war immer so das typische Beispiel im Studium, was man sich angeguckt hat, dann schalten alle den Herd ein. So, dann gibt's immer einen Peak. Da müssen typischerweise Standardkraftwerke dann einmal hochfahren, das auszugleichen. In dem Moment, wo man immer mehr auf erneuerbare Energien wechselt, muss aber der Verbrauch der Erzeugung eigentlich folgen, weil der Wind weht ja nicht stärker, weil grade Halbzeitpause ist. Sondern der Wind weht dann, wenn er weht und eigentlich müssen wir dann diese Energie verbrauchen oder zumindest speichern. Und das virtuelle Kraftwerk macht im Prinzip diesen Abstraktionsschritt und macht den Verbrauch auch steuerbar oder macht vor allem den Verbrauch steuerbar, sodass er nach der Erzeugung gesteuert werden kann. Und das klappt natürlich vor allem, wenn man viele einzelne Einheiten zusammenbringt, die klein sind, wieder auf eine Größe zu kommen, die dann auch tatsächlich im Markt Sinn macht. Und natürlich ist das Ganze dann nicht nur nach nach PIS, sondern das Netz braucht ja grade dann Hilfe, wenn mal was eintritt, was sozusagen nicht vorhergesehen war, wenn auf einmal doch kein Wind da ist. Und da kann natürlich auch son virtuelles Kraftwerk einspringen und auf einmal zum Beispiel Verbraucher aus den Batterien, die verbunden sind, versorgen, statt sozusagen aus dem Netz in Haushalten. Also am Ende ist es beides, einmal sozusagen Marktoptimierung, aber auch gleichzeitig der Support für das Netz. Da gibt's auch unterschiedliche Märkte, kann man auch noch mal sehr lange drüber reden, an denen verschiedene Produkte im Prinzip wie an 'ner normalen Börse, aber dann für den Strom gehandelt werden, sowohl auf der Energieseite sozusagen als auch auf der Netzsupportseite.
- Jan
- Und die Erfahrungen mit dem virtuellen Kraftwerk haben dich dazu gebracht, zu Oracle zu gehen, weil Du hast da, die machen Virtualisierung wenigstens richtig oder wie wie kam dieser Sprung?
- Barbara
- So, und da sind wir bei der nichtlinearität meines Lebens da. Ich hätt ja
- Fabi
- auch vorher gesagt, Horacle hat für mich in der Lineare tätig schon vorher gesagt, nicht so richtig Sinn gemacht. Der hat der Schritt,
- Barbara
- aber Genau, der kam tatsächlich, der war der kam tatsächlich daher, dass dieses virtuelle Kraftwerk, das hat nicht skaliert. Und für mich war immer so das, okay, wenn man technologisch eine Lösung entwickelt, die Magie kommt ja dann, wenn das Ganze eskaliert. Also ich muss ja das, wenn ich 'n virtuelles Kraftwerk habe, das funktioniert nur, wenn ich Zehntausende Einheiten damit connecten kann. Das hat damals nicht funktioniert. Und dann hab ich mich damit beschäftigt, was skaliert denn eigentlich? Und bin bei On Premise in Cloud Transformation gelandet, irgendwie meinen Gedanken und meinem Nachvollziehen von was grade an Technologiesprüngen im Markt passiert. Und so bin ich eigentlich auf Oracle gekommen. Und hab mich dann tatsächlich einfach initiativ bei Oracle beworben, die damals grade einen neues Cloud Center in Amsterdam geöffnet haben und bin bei Oracle gelandet. Und das war aber tatsächlich für mein Umfeld sehr wenig linear, wie ich die Energiewirtschaft verlassen konnte und dann Datenbanktransformationen on prem in die Cloud machen konnte.
- Jan
- Und ich ich behaupte nach wie vor, dass das linear ist, weil Dann erklär's uns.
- Fabi
- Wenn ich wie so in dem Fall doch linear war, ob
- Jan
- ich sie's nicht glaub. Bin ich Barbara zu mir, so ja, also zu Oracle zu gehen, zu sagen so, ja hier, wir wir müssen halt mal verstehen, wie das mit dieser Skalierung sauber funktioniert, ja. Das macht auch vollkommen Sinn, wenn man das auch nur, also wenn man diesen Wechsel als ein Mittel zum Zweck sieht irgendwie, sondern sagen, ja, ja, ich will dieses Problem hier lösen, deshalb bin ich hier mal zu E. ON. Die kriegen das hier mit der technischen Grundlage nicht hin. Also geh ich dahin, wo ich das mitnehmen kann oder wo ich das machen kann. Also gerne, Barbara, ich will ja nicht reinreden. Du weißt bestimmt Besser Bescheid, aber. Ja, weißt Du dein Leben besser Bescheid. Aber ich ich als Außenständer, ich find das nach wie vor immer noch eine sehr stringente Geschichte und so alles.
- Fabi
- Aber ich ich mein, was wirklich interessant ist, dass Du halt problemgetrieben vorgegangen bist, ne, das das würd ich sagen, ist schon eine Besonderheit so, dass man, weil man ein Problem nicht gelöst hat und überlegt, wer wer hat es denn, in welchem Skalierung kann es denn lösen? Aber wer hat es gut gelöst? So und das ist, glaub ich schon, also den den Switch und den Grund für einen Jobwechsel hatten wir noch nicht hier im CTO Special.
- Barbara
- Ja, da kommen wir auch noch mal wieder drauf zurück.
- Jan
- Ja, wir sind gespannt. Okay, aber also Oracle. Mhm. Vielleicht erst mal, bevor wir darüber sprechen, was Du da gemacht wirst, was Du da gemacht hast. Wie wird man bei Oracle empfangen, wenn man von soner sehr technischen Stelle vielleicht kommt? Jetzt verstehst Du was, ich mein, Du bist ja nicht mit soner klassischen Softwareentwickler oder Projektmanagement zumindest nicht mit der mit dem akademischen Hintergrund da hingekommen. Ja, Du hast es vorhin dann schon vorher auch gemacht und haben Berührungspunkte gehabt. Aber als als jemand mit 'ner doch eher hardwarenahen Ausbildung sozusagen, ja, war man da doch bestimmt eher auch 'n Exot, oder?
- Barbara
- Ich weiß gar nicht so sehr, ob Exot das richtige Wort ist. Ich würde eher sagen, dass in amerikanischen Companys grundsätzlich der Background weniger zählt als das Mindset. Und das ist, glaube ich, auch das, was ich sozusagen in dem Wechsel gespürt habe und was auch im Rückblickend betrachtet hat die Oracle Zeit meiner Karriere sozusagen auch einen Riesensprung verpasst. Aber weil vor allem das, wo komm ich her, was hab ich vorher gemacht, wie alt bin ich, was ist der Background, also in jeglicher Hinsicht, ganz, ganz wenig zählt, sondern das, wie komm ich eigentlich hier an? Wie beschäftige ich mich mit neuen Themen und wie gehe ich das Ganze an? Und das hat meine Oracle Zeit tatsächlich auch geprägt. Relativ KPI getrieben, wenn man dann Erfolge zeigen kann, geht es sozusagen schnell weiter. So mein mein, ich weiß gar nicht, Highlight und der größter Schock war irgendwie innerhalb von 2 Wochen dann wieder umzuziehen von Amsterdam nach München und ich musste mich gefühlt gar nichts kümmern, aber ich wurde in München gebraucht, also hab ich meine Sachen gepackt und bin dann sozusagen einmal das Land und die Oracle Business Unit gewechselt und das das ist so typisch dafür, dass eigentlich das, was Du grade genannt hast. Ich hab einen anderen Background und komm jetzt hier hin und muss mich mit 'nem neuen Thema beschäftigen. Gar nicht die Frage ist, sondern nur das, wie komm ich denn rein und beschäftige mich eigentlich mit diesem neuen Thema, zählt und auch das ist, was sozusagen auch die Wahrnehmung von anderen dann in diesem Thema prägt.
- Jan
- Wir sind erst so 20 Minuten in dieser Folge drin, aber ist das vielleicht der große Spoiler erläutert? Ist das das Erfolgsrezept, Barbara, bei dir zu sagen, man geht einfach dahin, wo die krasse Arbeit ansteht und da kann man halt richtig was was wuppen dann so, ja. Und nicht so, ich gründe jetzt hier 5 Firmen so lange, bis es irgendwie funktioniert, sondern ich bin ja schon irgendwo und irgendwo hier gibt's was Geiles zu tun. Man muss sie halt nur finden, man muss offen dafür sein, man darf sich nicht zu schade dafür sein, man muss einfach mal anpacken und machen und
- Fabi
- dann dann klappt das schon?
- Barbara
- Ich weiß nicht, ob's der Spoiler Alert ist, aber das ist rückblickend betrachtet auf jeden Fall das, was mich in vielen Themen weitergemacht hat. Also selbst bei E. ON bin ich nicht lange in derselben Position geblieben sozusagen, wenn ich da war, sondern habe das gemacht, was Du grade gesagt hast. Oh, hier gibt's 'n spannendes Projekt. Ups, irgendwie weiß keiner genau, ob er sich jetzt da reinwerfen soll und das übernehmen soll oder nicht. Okay, wenn mich jemand 2 Tage vor Weihnachten anruft und fragt, ob ich nächstes Jahr was anderes machen kann, warum nicht? Wenn das Thema spannend ist und mich motiviert und es was zu tun gibt, dann Ärmel hochkrempeln und los geht's sozusagen. Das hat so tatsächlich funktioniert und so hab ich mich auch in vielen Bereichen weiterentwickelt und tatsächlich auch immer wieder neue Dinge dazugelernt über die Zeit.
- Fabi
- Und vielleicht, dann wissen Sie verstehen, was genau Du innerlich jetzt bei Orals gemacht hast, Du hast ja gemeint, on on premise Datenbanken so, aber Du hast ja grad gemeint nach 2 Wochen schon wieder gewechselt. Das heißt, was was hast Du inhaltlich in diesem Job? Waren ungefähr 3 Jahre, die bei Oracle warst. So wie wie war dein Werdegang und welche Themen hast Du dich da gekümmert? Und war das dann softwarenähe? War das so wie wie kann ich mir das vorstellen?
- Barbara
- Das war eine Mischung aus Cultureal Change in großen Firmen und technischen Migrationsprojekten. Also das waren tatsächlich am Anfang große Firmen, die mein Team betreut hat, die von On Preme sozusagen in die Cloud migriert sind mit ihren Oracle Datenbanken ganz zu Beginn der Oracle Cloud Lösung. Also noch keiner so richtig daran geglaubt hat, dass die irgendwann auch mal skaliert. Und mein Wechsel kam dann tatsächlich, als Oracle angefangen hat, die ersten Cloud only Teams zu bauen, die sozusagen sich nur noch auf die Cloud Themen fokussieren sollten und mit Kunden nur noch in der Cloud arbeiten und quasi gar nicht mehr die Standarddatenbankstrukturen on prem sich anschauen sollten. Und genau, damit hab ich mich dann über die knapp zweieinhalb Jahre beschäftigt.
- Jan
- Und also ich will meinen nicht,
- Fabi
- ob's die richtige Stelle ist, an der die Frage passt so. Aber ich hab mich so grundsätzlich gefragt, es wirkt ja jetzt schon, dass es dann teilweise softwarernäher ist und so. Und Du hast ja schon gemeint so, dass deine Karriere sehr früh begonnen hat, in damals noch dich gegen Französisch zu entscheiden und dann fortan auch irgendwie im Studium zu haben so. Und ich frag mich, gab's irgendwann einen Punkt, wo Du das Gefühl hattest, so, Du musst noch mal näher irgendwie auch an Softwareentwicklung rangehen? Weil ich weiß gar nicht, wie sind denn aktuell so deine Softwareentwicklungskills? So ist es was, wo Du, also es wirkt auf einem, dass Du direkt aufm SEO Management Track irgendwie mit eingestiegen bist. Son gab's irgendwann 'n Punkt, wo Du's früher hast, Du musst da, was diese Entwicklungs Know how angeht, irgendwie noch was nachholen
- Fabi
- oder so was?
- Fabi
- Oder ist das am Ende gar nicht so, dass Du auf den in den Positionen so irgendwie technisch in die Tiefe mit rein musstest so? Kannst Du mich da probieren son bisschen, da da da hing mein Kopf grade son bisschen, als Du als Du über Oracle erzählt hast.
- Barbara
- Ja, das das springt tatsächlich 'n bisschen über meine Zeit bei Oracle und auf Google hinweg. Weil tatsächlich, ich war näher an der Software im Studium und dann zu meinen Endpighten sozusagen in meinem letzten anderthalb Jahren bei EOC und dann wieder ganz zu Beginn bei 1.5 Grad. Als es noch nicht so richtig 'n Tech Team gab, als wir wieder angefangen haben, Optimierungsalgorithmen zu schreiben, als wieder Code Reviews gemacht werden mussten und wir gar nicht so viele Augen hatten, die sich immer abwechseln konnten, da war ich wieder näher dran. Und im Studium und meiner Ehrenzeit tatsächlich zu den Zeiten, in denen ich bei Oracle und dann auch bei Google war, waren ganz viele Themen, Architektur, Diskussionen, wie baut man denn skalierende Systeme sinnvoll auf? Was sind die nächsten Entwicklungsschritte von Softwarerollouts? Was sind die nächsten Entwicklungsschritte, wenn man eine bestimmte hat, hin zu 'nem modernen System und gar nicht so sehr im Coding selbst?
- Jan
- Aber Aber da würd ich mal an Faris Frage vielleicht anknüpfen, weil wenn Du sagst, das waren so so Architekturthemen. Wie wie hast Du dich da denn so reingefuchst? Weil ich kann von mir zumindest behaupten, dass der Großteil von meinem Architektur Know how daher kommt, weil ich schon viel Mist gebaut hab, so architektonisch, ja. So viel Learning by Doing, Sachen mal probiert, auch Sachen probiert, die natürlich nicht funktionieren, ne. Daraus irgendwie lernen gezogen und so was alles. Und wenn Du jetzt sagst, ja, Du hast das im Studium gemacht und dann bei ION aber so direkt in in in die Architektur rein so. Hast Du, also wo hast Du dir die die die Praxiserfahrung drauf geschaufelt oder hast Du da einfach viel Learning by Doing dann auch bei bei E. ON gemacht oder viel durch so den Teams zuschauen und lernen, wo wo kam das her für dich?
- Barbara
- Learning by Doing grade für die Architekturthematik, vor allem mit Großkundenprojekten auch bei Oracle. Wenn man mal sieht, wie so große Projekte, Architekturentscheidungen, die mal schiefgelaufen sind, später wieder aufräumen müssen. Da kann man sehr, sehr viel raus lernen. Und das am Ende dann, wenn wir sozusagen einen Schritt weitergehen, bei Google hab ich auch Skalierung von Start ups mit Google Technologie gemacht. Die landen ja auch meistens dann in soner Betreuung bei Google, wenn was mal nicht so gut geklappt hat. Und da lernt man ganz, ganz viel daraus, wie jemand Entscheidungen getroffen hat, die jemand nachher in 'ner Skalierungsphase sozusagen wieder bereut hat und dann wieder Projekte durchführen musste, wieder aufzuräumen. Also da hab ich sehr, sehr viel aus diesen Themen mitgenommen, wenn auch nicht so Hands on. Genau, im Studium und bei E. ON war das eher Hands on, aber eben nicht skalierten Bereich. Und aus dem, was sind dann eigentlich, wenn ich mal skaliert bin und mich mit meiner Architektur beschäftige, meine Probleme? Das hab ich tatsächlich vor allem bei Oracle und Google mitgenommen.
- Fabi
- Cool. Lass uns doch vielleicht mal den Switch zu Google machen, damit wir verstehen, wie wie Du von Oracle zu Google gekommen bist und was Du genau bei Google gemacht hast.
- Fabi
- Wir hatten Aber da
- Jan
- sind wir uns jetzt alle einig, dass das zumindest so naheliegender Schritt ist oder Google Oracle, da ist jetzt niemand mehr verwundert.
- Fabi
- Dann habe ich besser verstanden von und zu Oracle, aber vielleicht siehst Du es ja jetzt auch anders und sagst, was daran nicht linear war.
- Barbara
- Nee, der war der war straight forward, würd ich sagen. Da ist im Recruiter auf meinem LinkedIn Profil gelandet und hat mich angerufen. Und da hab ich darüber nachgedacht, dass Google Kultur schon sehr spannend ist und auch meine andere Kultur in der in der Techwelt und in dem Techuniversum zu sehen. Und der Schritt war tatsächlich relativ straight forward, würd ich sagen.
- Fabi
- Und was kannst Du noch mal, Du hast grade mal kurz angeteasert, aber kannst Du noch mal zusammenfassen, was Du bei Google dir auch knapp 3 Jahre gemacht hast?
- Barbara
- Ja. Ich habe grade, also ich hab am Anfang auch einen bisschen Energiewirtschaft tatsächlich gemacht, weil Google grade 'n Engpass hatte. Aber eigentlich habe ich Skalierung von Start ups mit Google Technologie gemacht. Also Start ups, die irgendwie mit Google Cloud in Berührung sind und dann da mit der Google Cloud skalieren wollen und ja, auf technische Challenges stoßen, irgendwie vielleicht doch noch kleinere Indikationsprojekte haben und Themen haben. Und das haben mein Team und ich bei Google betreut.
- Jan
- In welcher Größenordnung musst ich mir mal die Firmen vorstellen, mit denen ihr zusammengearbeitet habt? Ich mein, wir sind ja auch Google Kunde, somit hier paaren 50 Leuten. Wären wir da noch bei dir gelandet, wenn wir jetzt 'n Problem haben oder ist das eher so noch früher oder noch später oder was waren da so die die Fälle, mit denen Du dich beschäftigt hast?
- Barbara
- Ich weiß gar nicht, ob früher oder später, weil ja die Frage immer ist, wo man hinskalieren möchte. Aber eher Start ups, die grade in der Skalierungsphase sind. Also das war kurz vor beziehungsweise in Corona und nach Corona, dass ich bei Google war. Da kennen wir ja alle grade Lieferdienste, die wahnsinnig schnell skalieren wollten. Mhm. Und dann macht schon mal son Technologie Set-up von sonem Lieferdienst das Ganze auch nicht so mit. Und da trifft man schon mal auf Challenges in der Skalierung und das waren dann Cases, die bei mir und meinem Team gelandet sind.
- Fabi
- Mhm. Hast Du da, welche Themen hat sich's da da, also hast Du da irgendeinen Beispiel, was irgendwie in Erinnerung geblieben ist? So was sind's für für für Skalierungs, was waren die größten Problematiken, war's die Datenbank zu klein war? Was was, also was waren so was waren so Challenges, die da so waren? Hast kannst Du das von irgendeinem erzählen?
- Fabi
- Mit sehr interessieren.
- Barbara
- Was kann ich denn mal abstrahieren? Was sind so Challenges, die man dann hat? Also die sind einmal ganz viele Schnittstellendhematiken. Also dass ich irgendwie an Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Systemen meinen Überblick mit der Zeit verliere und dann eigentlich gar nicht mehr weiß, wo eigentlich was ist. Und mir dann mal angucken muss, woher kommt denn eigentlich jetzt der Traffic? Und so richtig hat sich damit keiner beschäftigt. Und wenn ich das wieder managen muss, wie wie mache ich das eigentlich? Also da kommen ganz viele Themen her. Und dann tatsächlich auch jetzt nicht nicht ganz in dem technischen Bereich, aber so was wie wie rolle ich denn eigentlich einen Google Workspace aus über verschiedene Companys, die ich vielleicht neu dazugekauft habe? Was muss ich eigentlich technisch inhaltlich machen? Wie führe ich eigentlich vielleicht auch Systeme, die grade in verschiedenen Cloud Lösungen laufen, nach soner Akquisition wieder zusammen? Und was muss ich da beachten, wenn ich irgendwie Amazon Lambda Funktionen verwende, die ich nicht in der Google Cloud finde? Und wie komm ich da dann eigentlich so raus, dass ich das Ganze wieder sinnvoll aufsetzen kann?
- Fabi
- Das heißt, Skalierungsprobleme nicht nur bezogen auf meine Services müssen skalieren, weil der Traffic so ist, sondern einfach ich als Unternehmen skaliere und Probleme, die ich mit mit Unternehmensskalierungen habe und wie ich dann das alles aufsetze so, sind sind beides sozusagen. Nicht natürlich nicht, sondern auch unternehmen bezogen.
- Jan
- Das ist ja son bisschen son Consultingjob gewesen und hab ich, hast Du auch mal Consulting gemacht?
- Fabi
- Ich hab kein Consulting gemacht.
- Jan
- Okay, ich hab
- Fabi
- ich hab
- Jan
- das mal, ich muss sagen, ich fand das immer ganz interessant, weil man halt so die Chance hat, immer mal wieder in andere Firmen reinzugucken, in andere Domänen, in andere Probleme. Aber ich muss auch sagen, dass so nach 'n paar Jahren bei mir dann der Punkt, wo ich dachte, oh, also ich will nicht zum siebenunddreißigsten Mal irgendwie irgendwie Du sagst, ich will nicht zum siebenunddreißigsten Mal jemanden erklären, wie man Google Workspaces ausrollt so irgendwann, ja. Gab's gab's diesen Punkt bei dir auch oder war das so abwechslungsreich oder hat dich dieser vielleicht repetitive Moment auch gar nicht gestört? Wie wie war das so nach dem ersten 10 bis zwanzigsten Monaten?
- Barbara
- Ja, ich war ja so lange gar nicht bei Google, wenn man mal auf den auf mein LinkedIn Profil auch wieder schaut. Das heißt, so richtig gab's den repetitiven Moment nicht, weil ich zwischendurch auch noch mal durch den Switch son bisschen von Energie- und Tailkoindustrie zu Start ups so richtig gar nicht in einen repetitiven Moment reingekommen bin. Und eigentlich schon relativ viel auch von dem Switch, von Oracle Technologie zu Google Technologie sozusagen mich da noch mal eingraben musste. Dass ich hätte da auf jeden Fall, das ist auch das, was ich vielen geantwortet habe, als ich dann schon wieder gewechselt habe, ich hätte da auf jeden Fall noch mindestens ein Jahr lang neue Dinge lernen können und hätte mich auch nicht in 'nem repetitiven Modus gefühlt.
- Jan
- Und unabhängig davon, dass Du auf der Stelle noch bestimmt 'n paar Monate oder Jahre hättest Du irgendwie was machen können, Google ist ja selbst schon so riesig, dass Du dich ja auch in dem Unternehmen noch in ganz viele unterschiedliche andere Richtungen hättest austoben können so, ja. Ich stell mir das als eine sehr interessante Entscheidung vor, wenn ich da bei Google sitze und dann son kleines Start-up anruft und fragt so, hey, willst Du nicht lieber bei uns arbeiten? So. Weniger Kunden, weniger Jobsicherheit, dieses Großkonzern ist gar nicht so interessant, wie Du es dir vorstellst. Komm doch komm doch lieber zu uns. Unabhängig davon, wie Du dich dann entschieden hast, aber wie war dieser Entscheidungsprozess überhaupt? Wie wie mussten wir da, was war da für dich relevante Argumente pro und contra?
- Fabi
- Ja, vor allem erst mal das Wie, Du hast grad in den Mund gelegt, so, es gab einen Anruf so. Wie ist denn wie ist das denn überhaupt? Erzähl uns mal, wie's dazu kam und auch wie wie groß war denn 1.5 zu dem Zeitpunkt grade so? Also auch sehr klein, wenig Kunden so. Bin gespannt. Wie groß waren Sie? Wie wie ist es gelaufen?
- Jan
- Okay, ja, guter Punkt.
- Barbara
- Wie kam es dazu? Die OMR ist tatsächlich schuld. Mhm. Ich hab auch der OMR Philipp kennengelernt. Ich hab ihm für Google 'n CTO Event gehostet und Philipp hat 1.5 Grad auf der Mainstage gepitcht. Und wir wurden tatsächlich quasi im Voraus schon connected über LinkedIn. So, hey, ihr seid ihr beide auf der UMA, warum kennt ihr euch eigentlich nicht? So, aus vielerlei Gründen, Energiebranche, Start up Skalierung, irgendwie sprecht doch mal miteinander, so ungefähr. Und dann kommen wir zu dem zu dem magischen Punkt, wo die wo die Challenges gelöst werden, da ist es spannend oder wo man die Challenges lösen kann zurück. Und zwar hat Philipp gepitcht, wie 1.5 Grad die Energiewende sozusagen wuppen will auf der Elektrisierungsseite. Und das waren genau die Punkte, aus denen damals unser also die Punkte, die er lösen wollte, aus denen damals unser virtuelles Kraftwerk bei E. ON nicht skaliert ist. Wenn ich die Anlagen installiere, weiß ich, welche Anlagen ich installiere. Kann ich Kooperationen mit Herstellern aufbauen? Dann kann ich auch diese ganzen Schnittstellen zu Batterien, zu Wärmepumpen mit diesen Herstellern entwickeln, sodass ich Zugriff auf die Geräte bekomme, dass ich tatsächlich Geräte steuern kann. Okay, wenn's keine Smart Meter gibt, dann muss ich eben selber das Rollout machen und jetzt auch Smart Meter installieren. Ich hab ja ohnehin Installateure, die ich rausschicken kann und die das machen können. Und da hat Philipp im Prinzip in seinem Pitch bei mir sone Liste abgecheckt von Punkten, die dazu geführt haben, dass in der Energiewirtschaft virtuelle Kraftwerke nicht skalieren konnten, als ich damals bei E. ON war. Und da hab ich gedacht, na ja, das skaliert jetzt. 1.5 Grad, das funktioniert. Da ist einfach das Setup ist so gut, dass diese Themen, die die Skalierung vorher verhindert haben, jetzt gelöst werden können. Und damals, 1.5 Grad war son Jahr ungefähr alt, als wir miteinander gesprochen haben. Jetzt sind bin ich seit 3 Jahren dabei und wir sind 'n bisschen mehr als 4 Jahre alt. Und da gab's schon relativ, also das war gar nicht so klein als Company, aber das war noch klein auf der Seite für Technologie, Selbstentwicklung und Co, sprich, da waren am Anfang in meinem Team 3 Leute, als ich angefangen habe. 1.5 Grad war aber schon größer, weil der erste, also der erste Step von Philips Masterplan war ja tatsächlich Merger und Acquisition. Also Installationsbetriebe finden, kaufen, zusammenführen, Hardware standardisieren, Propurement standardisieren und eine bauen. Und dann war sein Schritt 2 Masterplan, das Ganze zu digitalisieren, also diese Installationsbetriebe zu digitalisieren und Schritt 3 das virtuelle Kraftwerk. Und damals war 1.5 Grad tatsächlich bei diesem Schritt 1. Aber für mich hat der Ablauf so viel Sinn gemacht, das nacheinander zu tun, weil man dann bei Schritt 3 gar nicht die typischen Probleme hat, die man hat, wenn man jetzt einfach 'n Start-up gründet und 'n virtuelles Kraftwerk bauen will und sich dann fragt, wo sind denn meine Kunden? Und wie kann ich denn überhaupt Anlagen anbinden? Weiß ich nicht. Will ja auch keiner dann mit einem sprechen als son Start-up. Warum sollte einen Hersteller von Batterien einem die Schnittstelle offenlegen, wenn man kein Kunde ist? So und das war der spannende Moment.
- Jan
- Das ist das ist, glaub ich, 'n 'n wichtiger Punkt, den Du grade aufmachst, ne. Wer will denn mit einem sprechen, wenn ich son kleiner kleines Start-up bin? Die Vision von von Philipp, die Du aufgezeichnet hast, die die kann man, glaub ich, kaufen, ja. Also für alle draußen Philipp Philipp Schröder, kann man mal googeln. Die die kann man, glaub ich, verstehen. Ich versteh auch, warum Du sagst, okay, das hat in deinem Kopf so alles hingemacht. Das war das, was Du da auch irgendwie machen wolltest. Aber trotzdem muss ich noch mal ketzerisch fragen, ja. Wenn man mit mit deiner Erfahrung so dann auf 1.5 Grad guckt und denkst, ja, also das, was wir bei E. ON damals nicht hingekriegt haben mit irgendwie 'nem riesigen Budget und 'ner guten Lobby Connection irgendwie auch zu Regulatoren und so was alles, ja. Das schafft dieses kleine Start-up hier, was ein Jahr alt ist, so ja, die die schaffen das bestimmt. Mit denen mit denen mach ich das. Also verstehst Du, was ich mein? Auch wenn der Plan ideell bestimmt Sinn gemacht hat, ist ja die, wenn man von außen einfach drauf hört, okay, wie gut sind denn die Chancen, dass das wirklich klappt? Da kann ich auch die Leute verstehen, die da vielleicht draufguckt haben und gesagt haben, das vielleicht nicht die allerbesten Chancen sind.
- Barbara
- Konnte ich damals nicht verstehen. Ich hab diese Frage mir tatsächlich gar nicht gestellt. Ich hab drauf geguckt und gedacht, hey, da gibt's Installationsbetriebe, super, da gibt's Kooperationen mit Hardwareherstellern und da gibt's jede Menge zu tun von CRM Rollouts über Google Workspace Einführung über Entwicklung von digitalen Tools für Installationsbetriebe bis hin zu meinem Key Motivationsthema Energiemarktoptimierung, Steuerung von Anlagen und Co. Und da war für mich tatsächlich, da musste ich gar nicht so lange überlegen, auch wenn meine Google Kollegen damals durchaus ähnliche Fragen gestellt haben wie Du jetzt. Bist wie auf wie kommst Du denn jetzt auf diese Idee? Hab ich tatsächlich gedacht, ich werde sonst 1 Tages aufmachen und mir denken, boah, da hab ich die Chance verpasst, die Energiewirtschaft mitzugestalten und die Energiewende auch tatsächlich voranzubringen. Und da gab's so so richtig die Frage, nicht? Da dachte ich, na ja, irgendwo in einen Großkonzern zurück wie Google, da wird sich schon eine Möglichkeit geben, falls es mal irgendwann schiefgehen sollte mit dem Start-up, aber ich hab gar nicht, also ich hatte ja keine, das war einfach so offensichtlich.
- Jan
- Okay, dann vielleicht eine Frage für mich zum Verständnis, weil immer wenn ich so darüber nachdenke, so diese diese Energiewende und wo womit steht und und scheitert das eigentlich alles so. Ich stell mir da immer vor, das
- Fabi
- hat auch viele Regularien irgendwie da und viel
- Jan
- Red Tape und Bürokratie irgendwie alles so im im im Weg sind, ja. Und ich verstehe, dass 'n Start-up irgendwie schnell literieren kann und vielleicht auch in der Produktentwicklung agiler sein kann als jetzt 'n Großkonzern, aber trotzdem kämpft ihr am Ende gegen gegen dieselben Hürden manchmal an. Oder oder ist das gar nicht so? Und das ist eigentlich eher 'n rein technisches Problem und deshalb könnt ihr das gut lösen. Und es ist gar nicht so, wie man immer denkt, dass dass Bürokratie und und Infrastruktur und Politik da irgendwie alles so so mit reinspielen.
- Barbara
- Das spielt auf jeden Fall da mit rein. 1.5 Grad war auch zur richtigen Zeit mit dieser Idee unterwegs. Also hätte man dasselbe 10 Jahre früher gemacht und das hätte einfach noch überhaupt nicht das Thema Smart Meter Roll out gegeben, hätte man diese Kunden nicht auf dynamische Tarife bringen können. Also das war schon einmal die Idee, aber auch gleichzeitig das Fortschreiten des Marktes 'n bisschen in die richtige Richtung. Und dann kann man tatsächlich, wenn paar Rahmenbedingungen gegeben sind, dann ist viel auch tatsächlich zu lösen durch das Thema und jetzt machen wir das mal einfach. Weil natürlich ist jetzt nicht, ich wir warten nicht darauf, dass Smart Meter Roll Quote 100 Prozent ist und wir unser Produkt überall anbieten können, sondern es gibt noch was zu tun. Wir müssen selber mal Meta installieren als 1.5 Grad, damit die Kunden auch von dem, was wir sozusagen entwickeln, profitieren können. Aber das war sozusagen wie 10 Jahre später so viel weiter fortgeschritten als noch 10 Jahre davor, dass auch des der Zeitpunkt der Richtige war, des weiter zu treiben. Nichtsdestotrotz haben wir natürlich auch heute noch wahnsinnig viele regulatorische Verbesserungen, die gewagt werden können. Also ich war grade noch vor 1 Woche in Brüssel genau zu dem Thema, was fehlt eigentlich, die Energiewende weiter zu skalieren? Das ist immer noch 'n großes Thema von Verfügbarkeit von Daten. Dann könnte man noch so viel besser optimiert, wenn man eigentlich wüsste, was unser Netz braucht. Und wie wird es eigentlich standardisiert? Wie sehen Accessprotokolle aus auf solche Themen, das auch sicherzugestalten in Europa? Also da gibt's immer noch sehr, sehr viel zu tun, aber die Ausgangsbasis war auch zu dem Zeitpunkt eine andere. Und dann gab es bei 1 nur 5 Grad und bei Philipp die richtigen Punkte das Ganze zusammenzubringen, die sich 'n Großkonzern vielleicht auch gar nicht einfach so getraut hätte. Also E. ON hat ja kaum zum Beispiel installiert in dezentralen Häusern die Wärmepumpen selbst, sondern hat in wesentlichen Stromverträge gemacht und große Kraftwerke oder große erneuerbare Anlagen gehabt. Also da gehört, glaub ich, schon auf der Start up Seite dann auch viel Mut zu und es einfach mal zu machen mit dem, was grade möglich ist in dem Markt.
- Fabi
- Vielleicht würd ich auf jeden Fall gleich mal interessieren, noch mal 'n bisschen auf die technische Seite zu gehen, was ihr da jetzt genauso softwareseitig auch so entwickelt. Aber vielleicht kannst Du mich vorn noch mal mir euer Businessmodell noch mal ganz genau erklären. Wobei weiß ich jetzt, ich probier mal kurz zusammenzufassen, welchen Teil ich verstehe und dann, wo mein Fragezeichen daran ist so. Also ich verstehe, dass ihr höchstwahrscheinlich am installieren verdient. Ich verstehe das wahrscheinlich über HardBeat AI, weil ihr habt das irgendwie eine Fee Kurs oder so was vielleicht auch in der Software selbst verdient, dass ihr bestimmt auch bei diesen dynamischen Tarifen, die wahrscheinlich nicht direkt über euch laufen, irgendwie eine Händlerfee oder so was bekommt. Aber ja, Du hast ja viel auch darüber, also gerne kannst Du mal korrigieren, ob das stimmt. Und dann aber, was mich interessiert, dieser Part mit dem Stromnetz, dass ihr sagt, okay, Du willst irgendwie die Last Lastausgleich irgendwie haben sozusagen, gucken das mit dem virtuellen Kraftwerk, was wir am Anfang hatten. Und da frag ich mich so, also habt ihr irgendwas davon, dass die Last im Stromnetz sich gleicher gleich verteilt oder ist das was Ideelles so? Also oder ist das ist das auch Teil des Businessmodells?
- Barbara
- Ich fang einmal an mit deinen
- Fabi
- Annahmen sozusagen. Genau. Es gibt einen Installationsbusiness, wenn man so will, bei 1.5
- Barbara
- Gramm, sozusagen. Genau. Es gibt einen Installations Business, wenn man so will, bei 1.5 Grad, wo's darum geht, die Anlagen zu installieren. Dann gibt es als zweiten Punkt den Teil Hardbeat, wenn man so will, also die Optimierung, die eine Softwargebühr hat dafür, dass ich den Kunden optimiere und eben diese Einsparungen eigentlich möglich mache. Und ja, wir sind Energieanbieter, das heißt, wir bieten den dynamischen Tarif tatsächlich selbst an. Mhm. Aber das ist nicht das, auf den wir Gewinn machen, weil wir tatsächlich den Börsenpreis quasi an den Kunden durchweiten, sondern unser Punkt ist, wir optimieren deine Anlagen und dich darauf. Dadurch hast Du eine große Einsparung. Und da gibt es sozusagen, daneben wir einen Softwarefie für. So, das erst mal grundsätzlich gesagt. Dann das Netz. Ich hab eben schon mal ganz kurz erwähnt, es gibt auch Produkte quasi in Märkten, auf die man anbieten kann, dass man das Netz supportet.
- Fabi
- Wenn
- Barbara
- man jetzt, das ist jetzt Deutschland vielleicht nicht das gute Beispiel, wir sind aber mittlerweile in 7 Ländern, wenn man sich jetzt mal Schweden anguckt, da sind wir zum Beispiel für Frequenzregelleistung qualifiziert. Das ist einen im Prinzip einen Stabilisierungsprodukt im Netz, Sobald die Frequenz, wir müssen mal 50 Hertzfrequenz halten im Stromnetz, wenn die abweicht, müssen wurden früher Kraftwerke aktiviert, das Ganze wieder auszugleichen. In 1 dezentralen Welt könnten da auch virtuelle Kraftwerke dran teilnehmen und sozusagen ihre Flexibilität anbieten, das Ganze wieder zu stabilisieren. Und da bietet man sozusagen auch verschiedene Zeitpunkte und mit 'ner gewissen Flexibilität, zu sagen, falls das Netz jetzt abweichen sollte und uns braucht, bin ich in 2 Sekunden mit 'ner bestimmten Kapazität da und supportet das, damit wir das wieder stabilisieren können. Das heißt, da gibt es dann tatsächlich auch Einnahmemöglichkeiten in dem Ganzen. Darüber hinaus, wenn man sich aber jetzt mal das Grundprinzip anguckt, ist das gute Jahr, warum sozusagen beides in gewissem Maße, also beides, sprich ökonomischer Benefit und Netzstabilisierung zusammenhängt, ja, dass wenn viel Erneuerbare erzeugt werden, ist normalerweise zu viel Strom im Netz. Wenn das niemand abnimmt, müssen wir die Erneuerbaren
- Fabi
- abschalten, weil
- Barbara
- wo soll der hin? Mhm. Sprich, und dann ist es auch super günstig, weil zu viel erzeugt wurde. Das heißt, für unsere Kunden ist gleichzeitig der Moment, wo viel Erneuerbare erzeugt werden, der beste Moment, das Elektroauto zu laden, den Speicher zu füllen und meistens dann auch sinnvoll aus Netzsicht. So, das hab ich jetzt absolviert. Wer in der Energiewelt unterwegs ist, wird man jetzt sagen, ja, ja, aber der Strom wird ja nicht da verbraucht, wo er erzeugt wird, wenn es aus dem Windpark kommt. Genau und da hakt das Modell in dem Sinne, dass eigentlich müsste man, da kommen wir wieder zu der Datenverfügbarkeit zurück, das Netz noch so viel mehr digitalisieren, zu wissen, was braucht es denn regional für das Netz? Wir fangen jetzt an, auch in Deutschland mit dynamischen Netzentgelten. Das heißt, die Kunden zahlen, also man zahlt ohnehin Netzentgelte für das, was man sozusagen aus dem Netz bezieht, quasi eine Gebühr für die Durchleitung durch die Infrastruktur. Und die wird jetzt auch Schritt für Schritt flexibilisiert, besser widerzuspiegeln, was braucht eigentlich dieses Netz grade, so ähnlich wie der Strompreis? Weil es gibt Zeitpunkte, da ist es eigentlich günstig, was durchzuleiten in bestimmten Regionen. Und es gibt Zeitpunkte, da ist das teurer. Und dann kann man das Ganze auch noch mal besser optimieren. Das heißt ja, es gibt auch einen ökonomischen Case sozusagen hinter der Optimierung für das Netz. Das funktioniert aber auch schon ohnehin, wenn man sich ökonomisch optimiert, supportet man in großen Teilen auch schon das Netz heute.
- Jan
- Cool. Also ich sag mal, ganz High Level habt ihr eigentlich 'n Optimierungsproblem, ne, wenn man da da technisch drauf guckt. Aber jetzt vielleicht zurückzukommen zu, Du fängst jetzt quasi grade bei 1.5 Grad an. Heute ist dein erster Tag als CTO, Du kommst ins Büro. Was findest Du davor? Wen findest Du davor? Was für Prozess? Also was wie bist Du da reingestiegen?
- Barbara
- Das erste Thema tatsächlich, mit dem ich mich beschäftigt habe, als ich bei 1.5 Grad angefangen habe aus technischer Sicht oder die ersten beiden Themen eigentlich war einmal das Thema Standardisierung von CRM Systemen.
- Fabi
- Mhm.
- Barbara
- Wenn man ganz viele kauft, kommen wir wieder zurück zu Themen, mit denen ich mich vorher schon beschäftigt habe. Das macht ja Sinn, dass alle ein einheitliches CRM System nutzen, dass sozusagen alle Kundendaten in den Betrieben, in denen man unterwegs ist und die Prozesse standardisiert werden. Das heißt, das war sozusagen ein Thema, mit dem ich mich am Anfang beschäftigt habe. Das ist Hast Du
- Jan
- eigentlich in 'n junges Unternehmen reingekommen und hast die Probleme von 'nem sehr alten Unternehmen gelöst?
- Barbara
- 'N bisschen schon. Einen, das, ich hab auch heute noch 2 Business Units. 1 heißt tatsächlich Virtual Assembly Line. Das ist die ganze Digitalisierung von Installationsbetrieben, weil wir natürlich, was auch immer schon in diesen Betrieben da war, mit übernommen haben und dann digitalisiert und standardisiert haben. Da entwickeln wir auch eigene Softwarelösungen, so was Warehouse Managing Managementsysteme, Installationsmanager, die Qualität bei Installationen sozusagen überwachen und verschiedene Dinge tun. Das heißt, das ist eine Business Unit. Und die Zweite war dann tatsächlich HardBeat, okay, wenn ich Assets connecten will, wie connecte ich die denn? Da kommt ja nicht nur Optimierungsproblem, sondern IoT Layer, Verbindung von den Anlagen, Firmware Updates testen. Das heißt, wir haben angefangen, einen Lab zu suchen und eine Lab aufzubauen für das Thema und da weiter reinzusteigen. Der Grundsatz sozusagen, noch mal zurückzukommen, die beiden, sind die beiden Businessunits, die ich heute hab. Ich hab eigentlich angefangen bei 1.5 Grad mit dem CRM Standardisierung und tatsächlich Infrastrukturstandardisierung, weil natürlich hatte irgendwo schon mal jemand angefangen, 'n kleines Entwicklungsprojekt zu machen, On Prem, jemand anders hatte angefangen, 'n kleines Entwicklungsprojekt mit 'ner Agentur zu machen auf AWS. Gleichzeitig hatte aber schon jemand entschieden, wir nutzen Google Workspace. Und ich hab dann angefangen, das Ganze zu standardisieren, Migrationsprojekte zu machen und einmal eine eine Basis sozusagen für das zukünftige Wachstum, das wir vor uns hatten, zu legen.
- Fabi
- Es waren nur nur 3 Leute in deinem TV. Wir haben alle 3 unterschiedliche Entscheidungen getroffen.
- Fabi
- Ah.
- Barbara
- Nee, das Stardabs ist indischeals, weißt Du, also die Anfangszeiten von Stardabs sind superspannend. Das war sehr spannend.
- Jan
- So wie Du das beschreibst, klingt das eigentlich wie 'n sehr antitypisches Start-up für mich, weil ja ganz viele Start ups eigentlich eher versuchen, so den gegenteiligen Weg zu gehen, ne. So möglichst lean, möglichst wenig sich selber an den an den Fuß binden, möglichst wenig Assets auch irgendwie selber vorhalten, möglichst wenig Personal und so. Und wenn ich seh, ihr kauft andere Firmen, ihr versucht maximal vertikal integriert zu sein, ihr seid in 'nem Geschäftsfeld unterwegs, was super personalintensiv mit der der ganzen Installation, ja, was auch in der Fläche präsent sein muss, sonst kann das gar nicht funktionieren. Das heißt, ihr könnt euch auch nicht wie Lieferdienste oder so, nur auf son paar Großstädte stürzen und damit schon irgendwie profitabel werden. Aus der Erfahrung kommend, die Du mit anderen Start ups bei Google gemacht hast, wie viel Kulturschock, Mindset Shift, wie auch immer war das für dich, da anzufangen? Oder täuscht mein Eindruck vielleicht einfach nur?
- Barbara
- Der Eindruck täuscht in Teilen. 1.5 Grad ist son bisschen einen Schmelztiegel aus ganz vielen verschiedenen Ansätzen. Weil natürlich hab auch ich in meinem Team einen Team, das hat grüne Wiese 'n Energiemanagementsystem gebaut. So, wie sich son Start-up so vorstellt, ich hab keine Legacy, ich möchte jetzt Energiemanagement machen, ich brauch einen Optimierungsalgorithmus, ich brauch 'n IoT Layer, ich möchte damit anfangen, let's do it. Und gleichzeitig hab ich einen anderen Teil meines Teams, der sehr mit etablierten Businesses zusammenarbeitet, die tatsächlich, wo Entwickler rausgefahren sind und sich mal hingesetzt haben und angeguckt haben, wie sieht denn eigentlich son Tag im Lager aus? Und welches Problem löse ich denn hier eigentlich von jemandem, der hier arbeitet? Und welche Software wird denn heute genutzt? Und quasi diesen Teil sich angeschaut hat und 1.5 Grad ist da schon eine sehr, sehr spannende Mischung auch aus unterschiedlichen Kulturen. Also Kulturschock würde ich jetzt nicht sagen, weil das ist jetzt nicht, ich glaub, der Kulturschock wär gekommen, wenn ich in die Energiewirtschaft komplett wieder zurückgegangen wäre nach meiner Zeit bei Oracle und Google. Also eher in etabliertere Unternehmen. Ich glaube, dann hätte ich einen Kulturschock bekommen, 1.5. Grad ist ja sehr, sehr schnelllebig, aber ist schon einen Schmelztiegel aus sehr verschiedenen Kulturen und Ansätzen.
- Jan
- Wenn Du Engineering Culture ansprichst, so das das geflügelte Start up Wort, ja, stell ich mir bei euch 'n bisschen schwierig vor. Ja. Weil ihr hängt ja, also ihr wollt ja nun mal maximal viel Einfluss auf das Netz haben. Ihr wollt möglichst viel Einfluss auf große Verbraucher bei euren Kunden haben und so was. Und ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht da der falsche Ansatz ist, Software auszuliefern. Wie schafft ihr da eine Engineering Culture aufzubauen, die vielleicht weg von diesem, ne, hinzu, okay, wir haben hier schon eine nicht kleine Verantwortung für unsere Kunden, die wir uns irgendwie auch immer bewusst machen müssen und die sich am Ende auch in dem Produkt und der Qualität widerspiegeln muss?
- Barbara
- Das ist 'n ganz spannendes Thema. Und das, wir sind sehr, sehr schnell zu 'nem etablierten System gekommen von, Boss Reporeting und Themen rund das Thema, weil natürlich kann ich jetzt nicht einfach und konnt ich auch am Tag 1 nicht, sämtliche Sales von 1.5 Grad ausschalten, weil wir einen Bug in unserem Angebotstool gebaut haben. So, dann steht eine Firma, die schon damals relativ groß war, auf einmal da und kann keine Angebote mehr legen. Das heißt, wir waren relativ schnell in 'nem gefühlten Scale up Approach, was das angeht mit Verantwortung für eine Company und auch gleichzeitig für Kunden, weil wir hatten natürlich auch dadurch, dass wir viel installieren, relativ schnell Kunden connectet in unserem System. Das heißt, da in dem Sinne, grade was sozusagen das Management von Lösungen, die wir schon haben oder Einführung von neuen Features gibt, stimme ich dir total zu. Da gab's nicht so viel Flexibilität. Das muss sitzen und das muss auch musste auch mehr oder weniger von Tag 1 superprofessionell gemanagt werden. Was aber ja nicht heißt, dass das Team nicht machen kann. Und dass wir nicht im kleinen Rahmen, also wir nehmen immer mal einen Standort, wir haben auch selber kleine Standorte gegründet und die haben dann zum Beispiel als so tatsächlich Testbalance fungiert und haben am Anfang mal auch die Software mit in Bugs bekommen. Weil wenn man noch gar nichts quasi gemacht hat und noch 'n 2 Personen Installationsbetrieb ist, dann darf auch mal was schief gehen. Das heißt, wir haben das son bisschen ausbalanciert und wählen auch heute immer noch, wo können wir denn mal was testen wirklich und auch was im Zweifelsfall kaputtmachen? Und wo sind wir aber eigentlich schon in 1 Enterprise Welt, wo die Dinge einfach laufen und funktionieren müssen, responsibility da sein muss und wir auch dementsprechend damit umgehen müssen.
- Fabi
- Was mich jetzt noch mal 'n bisschen dazu interessieren würde, ich würde gern so diese Softwarelandschaft von eurer HAPEATAEA noch 'n bisschen besser verstehen so. Also grade wenn Du den IOT Layer ansprichst, den ihr da habt so. Also vielleicht kannst Du mal da son bisschen erzählen, was welche Probleme ihr da lösen müsst. Also zum Beispiel so die, also der IoT Layer, die Hardwareanbindung. Ich, wenn ich's richtig verstanden hab, habt ihr keine eigene Hardware, sondern es sind immer andere eine Hardware von, ich mein, mit welchen Wärmepumpenherstellern ihr zusammenarbeitet sozusagen, die ihr über diesen Layout. Also was genau ist dieser Layout? Und ist am Ende so, dass ihr diese Layout Layer wirklich jede proprietäre Software von den einzelnen Herstellern irgendwie anbindet oder so? Oder wie was, über über was, wenn das Software, unterhalten wir uns da?
- Jan
- Bevor wir bevor wir da draufkommen, weil HardBeat find ich superwichtig, aber ich würde 'n halben Schritt noch zurückmachen. Und zwar, so wie ich das verstanden hab, ist ja HardBeat sone eigenständige Einheit bei euch, oder? So. Und vielleicht bevor Du erklärst, was ihr da da technisch macht, wie kam es dazu, dass ihr das irgend, weiß nicht, das Ausgründung, das ich weiß nicht, wie das abgelaufen ist bei euch so, ne. Aber wie kam es dazu, dass ihr habt, diesen Teil wollen wir jetzt irgendwie eigenständig managen versus den ganzen Rest. Und wie lief das für dich ab? Weil ich würde mal vermuten, dass das ja vorher so unter deiner Führung quasi mit entwickelt wurde. Oder wurde das erst dediziert, gegründet und da komplett von neu auf gemacht?
- Barbara
- Dann muss ich vielleicht, ich muss noch einen Schritt ganz kurz zurückgehen, weil HardBeat, also unsere HardBeat AI GmbH hat tatsächlich auch diese 2 Business Units. Das heißt, nicht nur die die Seite, die man als Heart Beat liest Mhm. Im Sinne von Energiemanagementsystem, IoT Layer können wir sofort einmal drauf eingehen, sondern auch die Seite Virtual Assembly Line, das heißt Softwareentwicklung für die Betriebe. Ursprünglich gab's die Gesellschaft mal, weil wir eine Gesellschaft brauchten, die mit Endkunden Stromverträge abschließt und einen Energieversorger wird im Markt. Und dann haben wir, war der logische Schritt für uns tatsächlich, alle Aktivitäten, die wir im Softwarebereich machen und die mit unseren Endkundenprodukten und Endkundenprodukte. Für mich sind sozusagen einmal Produkte für unsere Installationsbetriebe und einmal Produkte für die Endkunden, die bei 1.5 Grad Hardware oder den Hardbeat kaufen, dass wir das Ganze wandeln und in 1 Gesellschaft zusammenbringen. Das heißt, immer wenn ein Kunde bei 1.5 Grad, egal ob es 'n Installationsbetrieb ist oder ob das einen b-to-c-Endkunde ist, der Kunde von uns ist, Kontakt mit 1 Gesellschaft hat, kommt der Service immer aus der HardBeat AI GmbH. So, und so ist das Ganze mal mit der Zeit einfach entstanden daraus, dass wir am Anfang mal eine Gesellschaft für einen Energieversorger und damit die das schon gegründet haben. Und die gab's im Wesentlichen, als ich angefangen habe, da war die auch schon hingen die auch schon bei mir, nur meine ganzen Mitarbeiter waren am Anfang nicht in dieser Gesellschaft. Und irgendwann haben wir das Ganze dann forciert und gesagt, jeder Service, der an einen Kunden rausgeht, wird jetzt in dieser, also und digital ist, wird in dieser Gesellschaft gewandelt. Und so kam das Ganze.
- Jan
- Ist das was, was sich bei euch im Alltag irgendwie bemerkbar macht, weil die Leute in anderen Gebäuden, anderen Büros, anderen Stockwerken sitzen oder ist das eigentlich nur in Anführungszeichen auf dem Papier und dem Kunden gegenüber, hat aber für euch, für den Arbeitsalltag intern keine große Bedeutung?
- Barbara
- Das hat für den Arbeitsalltag tatsächlich keine große Bedeutung. Ich sitz zum Beispiel heute in München. München ist 'n integrierter Standort, da sitzen Teile meines Teams. Da gibt's den Standort München sozusagen, der Endkunden für Installationen betreut. Da sind draußen sogar 'n paar Teile, die zu Baustellen ausgeliefert werden müssen, sozusagen auf dem Innenhof zu finden. Das heißt, das ist am Ende einen ganz gemischtes Setup und im Alltäglichen gibt es da nicht die Heartpeat AI GmbH sitzt hier und der 1.5 Grad Standort oder die Holding sitzt woanders, sondern das ist am Ende 'n integriertes Team, das nur in Gesellschaften getrennt ist.
- Jan
- Okay. Dann sorry Fabi, jetzt deine Frage.
- Fabi
- Meine Frage bleibt die gleiche sozusagen. Erklär mir mal, wie diese IoT da ja funktioniert und was so, was ich, was fürn Stück Software ich mir da vorstellen kann.
- Barbara
- Wir haben tatsächlich und Du hast es grade schon so angedeutet, Hersteller ausgewählt, mit denen wir zusammenarbeiten und bei denen wir dann tatsächlich eine tiefe Integration in das Set-up der Hersteller machen und mit dieser Firmware interagieren. Das heißt zum Beispiel Wärmepumpenhersteller Spiegel, Dykin, mit beiden haben wir so eine Kooperation, dass wir Signale direkt an die Wärmepumpe senden können und sozusagen mit der Wärmepumpe interagieren können. Das heißt, wir nehmen jetzt nicht nur standardisierte Schnittstellen, manchmal nutzen wir auch E-Bus und was auch immer für Connections, Aber wir arbeiten auch mit Herstellern so nah zusammen, dass wir zum Beispiel neue Firmware Updates, speziell für uns auf 'ner bestimmten Flotte in unserem Lab in Berlin testen und sozusagen da die entsprechenden Adapter entwickeln, das Ganze möglich zu machen und zu integrieren. Und dann haben wir ja auch sozusagen extra für uns hergestellte Hardwareprodukte, als zum Beispiel 1.5 Grad Batterien oder Ähnliches, wo wir dann noch mal einen Schritt näher dran sind in dem, was eigentlich auch an Firmware und Co auf diesem, auf der Hardware läuft.
- Fabi
- Verstanden. Und wenn ich jetzt, wenn ich jetzt als Kunde was bei, also ich ihr ihr macht Wärmepumpen plus PV Anlagen und so, wenn ich jetzt das Komplettpaket bei euch kauf an Hardware, das heißt, ich hab beispielsweise eine Wärmepumpe von Daikin, ich hab eine Batterie von 1.5 Grad, ihr baut 'n Smart Meter ein und die PV, gut die PV Module und dann, also Wärmepumpen und Wechselrichter, beide von Daikini und Stiebel, woher kommen Wechselrichter, mit wem arbeitet ihr da zusammen?
- Barbara
- Auch eine, da gibt's auch einen Portfolio an Anbietern, mit denen wir zusammenarbeiten, aber zum Beispiel Endphase, jetzt mal ein Beispiel zu nennen. Und ja, Du spielst grade schon auch das Richtige drauf an, das ist auch 1 unserer Alleinstellungsmerkmale, über die verschiedenen Asset Gruppen und Hersteller hinweg integrieren wir das Ganze. Und am Ende ist es dann egal, ob Du deine Wechselrichter und deine Batterie von Endphase sind und deine Wärmepumpe von Stibl oder die Wärmepumpe von Daiken oder dein Elektrocharger von MENNEKES oder von Wallbox. Solange das quasi ein Hersteller ist, mit dem wir einen Kooperationsvertrag haben, integrieren wir dann auch diese Anlagen und abstrahieren dann natürlich in unserer Software davon, was ist eigentlich am Ende da fürn Device? Da gibt's eine Asset Kategorie Wärmepumpe und wir abstrahieren dann, was auch immer da drunter passiert, sodass wir das in unserer Optimierung eben für die Asset Kategorien bauen können. Aber da gibt's einen sehr großen Layer, der viel Aufwand auch hervorruft, diese Integration mit jedem Hersteller zu tun, weil wir da nicht so richtige Standards haben über alle Themen hinweg, die tatsächlich erlauben, dass man auch solche Anlagen steuern kann.
- Fabi
- Und vielleicht, damit ich's noch mal komplett verstehen, bedeutet es am Ende, ihr habt, ich mein nicht, ist HeartBeat AI, ist das auch 'n Hardwareprodukt, also habt ihr noch ein eigenes 1.5 Hardware Produkt, was an dem in dem Haus des Kunden sozusagen ist und der, das kommuniziert wiederum mit den Einzelgeräten und nur dieses Gerät mit eurer Cloud oder kommunizieren die einzelnen Geräte mit eurer Cloud?
- Barbara
- In den meisten Ländern haben wir ein, ich sag Ihnen das jetzt extra mal so, weil Australien ist 'n bisschen, wir sind noch in Australien. Mhm. Da kommunizieren Geräte auch direkt mit der Cloud. Wenn wir uns aber mal die europäischen Länder angucken, haben wir tatsächlich einen eigenen Heart Beat. Das ist son Device, was im Prinzip die Connection der Geräte vor Ort sicherstellt, entweder über das Hausnetzwerk oder auch über kabelgebundene Lösungen, je nachdem, welche Geräte sozusagen beim Kunden vor Ort sind, das herstellt und dann mit unserer Cloud kommuniziert. Also ja, wir haben einen HardBeat AI ist im Prinzip auch ein Device, was beim Kunden installiert wird.
- Fabi
- Mhm.
- Fabi
- Und vielleicht jetzt so meine erst mal letzte Frage zu diesem HardBeat Softwares Deck. Und wenn dir jetzt, wenn Du sagst so, also vielleicht kannst Du einmal erzählen, wie viel Leute arbeiten denn so, also wie viele Entwickler arbeiten an diesem ganzen HardBeat AI System so und dann was mit welchem wo steht die größte Komplexität drin beziehungsweise wo steht die meiste Zeit von euch drin? Ist es wirklich eher sozusagen diese IoT Plattform, die Anbindung von diesen verschiedenen Geräten oder ist das, was Heartbeat AI ausmacht mit der Steuerung und irgendwie vielleicht Anbindung ans ans Netz und so was, steckt, ist das ist das gleich viel Aufwand so? Ist der der Steuerungsteil vielleicht eher einmal gebaut und jetzt geht's darum, möglichst viel Support zu schaffen so? Mit was beschäftigt ihr euch da grade und was sind eure Herausforderungen, die ihr da grade habt?
- Barbara
- Ja. In meinem Team sind so die 250 Mitarbeiter mittlerweile. Mhm. Und davon ist son bisschen mehr als die Hälfte erst mal auf dem Hardmeat AI Thema unterwegs. Das heißt schon durchaus 'n großes Team, was sich mit den Themen beschäftigt. Eigentlich gibt es 3 Felder, mit denen man sich beschäftigen muss und die, ich würd jetzt nicht sagen, gleich viel, aber die gleich wichtig erst mal sind sozusagen zu lösen. Und das ist einmal genau dieses Thema IoT Layer und Connections, das Testing davon, das Entwickeln, die Integration mit der Firma, weil da kommt eine neue Firma, da muss ich wieder neu testen. Hat jemand 'n Register geändert, muss ich sicherstellen, dass es immer noch funktioniert. Gibt's eine Beschreibung, die passt nicht zu dem, was ich ausm Register auslese? Mhm. Das heißt, da da ist sehr viel, Aufwand steckt in diesem Thema drin. Dann gibt es das Thema Energiemarkt und Optimierung. Das heißt, wenn ich diese Anlagen habe und die sind connected und die sind in meinem virtuellen Kraftwerk, dann muss ich ja wahnsinnig viele treffen. Wie sieht morgen eigentlich das Wetter aus? Wann wird eigentlich PV in diesem Haus erzeugt? Will ich, wie ist der Strompreis? Will ich die Batterie aus dem Netz befüllen? Warte ich, bis die Sonne scheint? Soll die Wärmepumpe schon 6 Uhr anspringen oder kann ich das auf 8 Uhr schieben, weil sowieso in der Vorhersage noch niemand da ist. Wann fährt eigentlich das Elektroauto weg? Bis wann muss das geladen werden? Das heißt, ich habe dann ein wahnsinnig großes Thema, bei dem's eigentlich Machine Learning- und Algorithmen geht, dann auch eine Optimierung darauf erst mal laufen lassen zu können und zu sagen, okay, die optimalsten Entscheidungen für diese 60000 Haushalte, die ich connectet habe, sieht im Einzelnen jeweils so aus, weil wir optimieren ja erst mal jeden Haushalt sozusagen, der hat seine eigene Schedul am Ende, nachdem wir das ganze Vorkasigen Thema gelöst haben, die Optimierung laufen lassen haben und dann muss die auch noch die ganze Zeit aktualisiert werden, weil vielleicht kommt die Sonne ja doch früher raus. Muss ich wieder anpassen, was ich mir gedacht habe. Das heißt, das ist so der zweite große Punkt, wo Entwicklungsaufwand in Heartbeat angewandt wird. Und der dritte und nicht zu unterschätzende ist dann die App für den Kunden.
- Fabi
- Mhm.
- Barbara
- Den muss man ja auch irgendwie in dieser ganzen Story mitnehmen und nicht einen abstraktes virtuelles Kraftwerk bauen. Und der Kunde fragt sich, ich hab mein Elektroauto eingesteckt, aber das lädt ja gar nicht. Warum nicht? Kann ich morgen überhaupt in die Arbeit fahren? Muss ich einfach bei 1.5 Grad anrufen und fragen, warum lädt mein Elektroauto nicht? Diese ganzen Themen müssen ja auch so zum Kunden rübergebracht werden, dass der Kunde versteht, was eigentlich passiert. Und das ist dann der dritte Teil, auf dem wir auch sehr viel Arbeit aufwenden in Hartbeat tatsächlich dem Kunden zu erklären, was wir eigentlich tun mit unserer Optimierung, unserer unsere Lösung und warum das eigentlich so entschieden wurde und das dann auch entsprechend sozusagen für den Kunden aufarbeiten und darstellen.
- Fabi
- Aber ist es am Beispiel Elektroauto, wie ist es denn dann da gelöst? So weil ist das so was wie der Kunde entscheidet so, hey, jetzt will ich überhaupt nichts von euch steuern lassen so, ich das Auto muss jetzt laden so, ich überschreibe alles, was ihr tut. Und ansonsten ist so ein, ist mir grade egal, ich schließ an, entscheidet ihr so, ist mir ich hab erst mal 50 Prozent Akku, reicht mir selbst über die nächsten nächsten Tage. Ist das son ja, nein steuert mal oder ist mir egal oder wie wie wie ist es am Beispiel Elektroauto?
- Barbara
- Das ist noch 'n bisschen granularer. Also ich kann zum Beispiel auch einfach sagen, das muss geladen sein bis oder mein Algorithmus schlägt schon vor, normalerweise fährst Du immer 8 Uhr 30 los, fährst Du morgen auch 8 Uhr 30 los. Wenn ja, dann muss es bis dahin 70 Prozent oder was auch immer geladen sein. Das heißt, wir treffen quasi Vorannahmen in dem Ganzen, aber der Kunde kann auch sagen, nee, heute fahr ich aber nachts in Urlaub, bitte jetzt laden, sofort, schnell laden sozusagen. Und das gibt uns dann Parameter oder Variablen in der Optimierung, mit denen wir dann eben das bestmögliche Ergebnis unter den Vorgaben des Kunden treffen können. Das genauso ähnlich wie mit der Wärmepumpe. Da kann man zwar nicht, da wählt man sozusagen nicht aus, aber da werde ich ja nicht die Wärmepumpe, wenn die Sonne an 'nem bestimmten Park erst 10 Uhr auf dem Dach dieses Kunden landet, dann braucht der Kunde vielleicht trotzdem vorher warmes Wasser. So. Und das seh ich ja oder lern ich sozusagen in der Optimierung und dann schieb ich das ja nicht auf einen späteren Zeitpunkt. Das heißt, das Ganze ist am Ende einen großes Modell und der Kunde kann aber eingreifen, insbesondere beim Elektroauto und Annahmen, die wir auch treffen, verändern und sagen, jetzt möchte ich bitte schnell laden. Und nicht den günstigsten Preis oder die sauber, den saubersten Strom nutzen.
- Fabi
- Superinteressant. Ich, die eine Frage von mir, die geht jetzt wieder 'n bisschen weg von Software. So, ich meine, von daher, als Du zur explizite Software grade noch eine Frage hast, Jan würd ich ja diesmal den Vortritt lassen. Ansonsten, ich hab mich so gefragt, weil jetzt grade bei so Punkte, dass ihr ja auch als euer Businessmodell auch mit der Netzoptimierung, ihr könnt da irgendwie, die Herzanzahl irgendwie stabil zu halten, könnt ihr da auch fungieren. Ich hab mich so gefragt, wie viele Anlagen braucht ihr denn, dass ihr da ein sinnvoller Player in so einem Netz seid, sozusagen überhaupt für so etwas zu fungieren? Also jetzt in sonem deutschen Netz so, wie viele ab oder das war bestimmt auch grade in der Anfangszeit, so wart ihr da schon auf nirgendwo gesagt habt, okay, wart da son Player, dass ihr das überhaupt sein konntet? Wie viel Anlagen braucht man da? Über welche Größen unterhält man sich? Ich hab da so gar keine Vorstellung davon, so was was da son Zielwert ist, wie viele Anlagen braucht man da pro Markt? Können wir auch von Anlagen reden oder in welchen KPIs denkt ihr? Denkt ihr in Kilowattstunden pro Tag, die ihr produziert? Ich weiß überhaupt nicht, auf welche KPIs ihr da so betrachtet.
- Barbara
- Der Vorteil erst mal ist, dass man schon einen positiven Benefit für den Kunden schaffen kann in dem Moment, wo man einen Kunden connected hat und dieser Kunde einen dynamischen Tarif hat. Ab dem Moment kann man für den Kunden die Kosten schon mal und die sozusagen den c-o-zwei-Footprint schon mal bestmöglich optimieren. Dann wird's natürlich richtig spannend, wir sind heute bei 60000 Kunden, dann wird's natürlich richtig spannend, wenn das Portfolio größer wird, weil man dann zusätzliche Flexibilitäten über das Portfolio nutzen kann. Also da gibt es schon Grenzen von Megawatt im Prinzip, die man mal erreichen muss und damit mal zumindest irgendwie 'n paar 1000 Anlagen haben muss, damit man Netzstabilisierung bringen kann. Weil natürlich bringt es nichts, wenn man ein Haus connected hat und dann versucht, das Netz in Schweden zu stabilisieren, da gibt's wenig Impact. Also dann braucht man schon einige 1000 Anlagen, dann dahin zu kommen, diese Netzstabilisierungsdienstleistungen auch bieten zu können. Aber angefangen haben wir mit und quasi den Impact ab Day 1 kann man ab dem ersten verbundenen Kunden machen, weil wir erst mal den Kunden Inhouse und den Kunden selbst gegenüber dem Energiemarkt und der erzeugten grünen Energie optimieren. Und danach sagen, okay, auch im Portfolio gibt es dann noch Möglichkeiten, noch weiter zu optimieren.
- Jan
- Cool. Wie Vielleicht ist jetzt
- Fabi
- das jetzt dann da da, das kannst Du gerne auch als den Werbeblock dafür nutzen, aber ich hab mich gefragt, wie wie viel wie viel bringt mir denn wirklich das Privatanbieter son dynamischer Stromtarif? So, ich persönlich hab jetzt keinen dynamischen Stromtarif so, aber so, ich weiß nicht.
- Jan
- Man merkt, dass das Ende des Jahres von Fabi überlegt, den Tarif zu wechseln?
- Fabi
- Nee, ja, das ist, nee, das nicht, aber vielleicht überzeugst Du mich ja davon so. Aber ich bin auch grad im Rabbit Hall abgetaucht, mir eine eigene Wärmepumpe zu Hause das aber selbst zu machen.
- Fabi
- Ach so,
- Jan
- Du hast schon eine Wärmepumpe?
- Fabi
- Nee, ich hab
- Jan
- doch ja schon Batterie und Fotovoltaik gemacht.
- Fabi
- Das hab ich schon, ja, aber ich hab nur noch auf Gas, aber ich bin grad im Rabbit Hall abgetaucht, das selbst so. Ich guck mal grade, wie man kann. Aber deswegen dynamischer Stromtarif, da muss ich noch von überzeugt werden so, weil ich mein, grade in Deutschland ist doch, wie viel wie viel Cent ist denn überhaupt Steuern daran? So wie viel bringt man denn der dynamische Stromtarif da gut? So ist es.
- Fabi
- Das ist
- Jan
- kein guter Papier, ja.
- Fabi
- Also so, weil ich mein, wie wie viel ist es? Wie viel ist Steuern von den paarunddreißig Cent? Sind das nicht, bin ich bei 20 Cent oder so? Also korrigiere mich gern in meiner
- Barbara
- Steuern, sondern auch Netzentgelte. Also 'n großer Teil davon ist ja dann je nach Region auch Netzentgelte, die man, wenn man die dann auch dynamisiert wechselt in Modelle, dann auch wieder nutzen kann, sozusagen weniger zu zahlen. Vielleicht einfach mal Also wir, der, wenn wir jetzt auf unser Produkt gucken, auf unser Produkt und sozusagen der Pitch für den Kunden einmal, das nachzuvollziehen, ist ja unser Alleinstellungsmerkmal, wir wechseln jeden in seinen individuellen Preis. Das heißt, unser Hardbypreis wird für jeden der Kunden individuell berechnet. Und wenn man sich das dann mal anguckt auch über verschiedene Kunden hinweg, dann kommen wir da bei Kunden, die 35 Cent im Fixtarif zahlen würden, kommen wir runter auf auch Jahresschnitte von 7, 8, 10 Cent. Und wenn wir in andere europäische Länder wechseln, also das ist jetzt mal so Jahresschritte, wenn wir mal nach Niederlande, in die Niederlande zum Beispiel gucken, dann haben wir manchmal Monate, wo Kunden im Schnitt negative Preise im Schnitt über den ganzen Monat zahlen, weil in den Niederlanden wir heute schon Batterien auch nutzen, einzuspeichern und später wieder zu verkaufen. Und quasi dadurch mehr Erneuerbare zu integrieren und zu anderen Zeitpunkten wieder einzuspeisen. Das heißt, das Einsparpotenzial hängt sehr davon ab, also a einmal, welche Möglichkeiten ich habe in dem Modell, in dem ich bin, das ist aber auch unser Ansatz, möglichst viel dynamische Tarife, Smart Meter. Das Maximum sozusagen dynamische Netzentgelte, das Maximum erst mal an Variationen für den Kunden zu ermöglichen, dann desto mehr Anlagen ich habe, die verbunden sind, desto größer wird mein Einsparpotenzial. Weil zum Beispiel das Elektroauto, wenn ich das immer mit 35 Cent lade, relativ teuer. Wenn ich das stattdessen nachts zwischen meistens so 2 bis 3 oder 4 Uhr lade im dynamische Tarif, wenn viel Wind weht, na ja, dann hab ich negative Strompreise inklusive Netzentgelte häufig oder zumindest mal Werte von 2 3 Cent pro Kilowattstunde. Das heißt, da wird allein schon mit 'nem regelmäßig genutzten Elektroauto das Ganze sehr, sehr spannend und da sind Tausende von Euroeinsparungen pro Haushalt am Ende drin. Hängt aber sehr davon ab, deshalb gibt's jetzt nicht sonen allgemeinen Wert, wie viele Anlagen hab ich eigentlich und wie flexibel bin ich am Ende in meinen Verbrauch?
- Fabi
- Aber bei diesen 7, 8 Cent, da kommt dann aber auch mit rein, weil dann PV Strom sozusagen, der von meinem eigenen Dach kommt, irgendwie mit gegengerechnet ist so. Also nicht auf die bezogene, aus dem Netz bezogene Kilowattstunde gerechnet, sondern auf alles, was ich verbraucht habe.
- Barbara
- Wenn ich mein Auto, also wenn ich mein Elektroauto nur nachts lade, dann nicht mal. Aber wenn ich jetzt sozusagen mir meinen Strompreis übers Jahr im Schnitt angucke, genau dann kommt auch PV erzeugter Strom. Der kostet auch irgendwie so 7 bis 8 Cent pro Kilowattstunde in der Erzeugung, wenn man das ganze mal runterrechnet oder hochrechnet auf die Lebenszeit der PV Anlage und die Installations- und sozusagen Anschaffungskosten. Das berücksichtigen wir sozusagen auch. Da kommt das mit rein, aber für das Elektroauto als Beispiel kann ich das auch nachts absenken, auch ohne PV Anlage. Also wir haben auch in über die Zeit hinweg unser Modell gewechselt und haben nicht nur noch Kunden, die auch PV Anlagen haben, sondern machen auch Lösungen allein für sozusagen diese Ausgleich und die Optimierung.
- Fabi
- Und ich muss nur eine nur eine ganz blöde Frage stellen, bei bei dem bei dem Negativpreis. Also wenn ich nachts wirklich negativ spreche, das ist auch inklusive Steuern. Das heißt, zahl ich dadrauf dann keine Steuer, weil es negativ ist oder ist es einfach so negativ, dass es das sozusagen wieder macht, basierend Steuern dafür zahlen würde? Also dieser effektiv negative Preis, den würd ich gern noch mal verstehen
- Barbara
- Der ist so negativ, dass das trotz Steuern noch negativ bleibt.
- Jan
- Okay. Vielleicht musst Du dann Einkommenssteuer drauf zahlen, weil Du ja Geld verdient hast damit. Okay, andere Fall, also, weil ich hab mich tatsächlich neulich mit Stromtarifen beschäftigt, weißt
- Fabi
- Du mal, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja,
- Jan
- ja. Und ich muss sagen, dass ich mich nicht getraut hab, diesen Sprung zu dynamischen Stromtarifen zu machen. Wir haben da so verschiedene Anbieter uns angeguckt und das war uns son bisschen nicht kalkulierbar genug, sag ich mal, so als sehr konservativer Kunde da vielleicht, ja. Aber die Frage, die ich hatte, weil ich versteh vollkommen, dass es Sinn macht, das Elektroauto irgendwann zu laden, wenn halt grade viel Wind oder nachts irgendwie die Industrie nicht so hoch läuft oder keine Ahnung so, ja. Weil im Moment lad ich mit meiner eigenen Photovoltaikanlage halt irgendwie tagsüber, aber da ist man halt zeitlich son bisschen eingeschränkt und im Winter kommt auch nicht ganz, ganz viel bei rum. Aber was hält mich denn davon ab Oder ist es überhaupt machbar, dass ich mir einfach 'n zweiten Anschluss lege und sag, ich hab hier 'n zweiten Anschluss, 'n zweiten Zähler und dann lad ich halt nur mein Auto mit auf. Und da mach ich mir den dynamischen Tarif irgendwas hin von euch, von 'nem anderen Anbieter, wie auch immer, steck da nur mein Stromauto an und sag, okay, solang das morgens 8 fertig ist, ist mir komplett egal, wann und mit wie viel Leistung das wo auch immer lädt. Und ich mach mir einfach 'n dynamischen Vertrag, aber nur für mein Auto?
- Barbara
- Das fast sogar ein bisschen zu kurz gedacht, weil spätestens wenn dann bidirektionales Laden, wenn dein Autob bidirektionales Laden supportet, dann möchtest Du ja, dass es mit dem House connected ist, weil Du dann Das kann
- Jan
- das leider nicht.
- Barbara
- Weil Du dann sogar dein ja jetzt noch nicht, aber 'n Weg, einen Anschluss zu legen, wenn in den nächsten Jahren das sozusagen auch möglich wird, dann kannst Du das Auto ja auch noch als Flexibilität und Zwischenspeicher nutzen, dein Haus wieder zu powern sozusagen. Das heißt, das ist 'n bisschen kurz gedacht, aber in der Theorie gibt es ja sogar dynamische Tarife, auch in unterschiedlichen Ländern, die nur auf Elektroautooptimierung ausgelegt sind. Also ich würde das jetzt nicht machen, das vom Hausanschluss zu trennen und extra einen neuen Stromkreis zu öffnen und einen neuen Mieter und einen neuen Vertrag. Aber in der Theorie könnte man das machen das 'n bisschen kurz gedacht, für was auch in Zukunft technologisch möglich sein wird.
- Jan
- Aber das ist tatsächlich der Punkt, warum wir keine Batterie im Haus haben, weil ich damals schon gedacht hab so, also irgendwann wird halt mein Auto die Batterie und glaub ich jetzt für teures Geld eine 10 kilowatt Batterie mir da irgendwie in den Keller hängen oder einfach warte, bis mein Auto, was ja eher in der Größenordnung 60, 70, 80, 90 Kilowattstunden irgendwie Power hat. Und wenn das über Nacht mal 'n paar kilowatt abgeben muss für die Hütte, dann ist das mir ja egal und ich schwal mir die Extrakomponente im Haus. Aber ja, die Autos sind halt nicht schnell genug hinterhergekommen irgendwie. Und selbst die Autos, die das ja heute, die zumindest so Vehicle to Load schon machen, ja, das muss ja gar nicht to good sein, aber selbst diese Loadautos, die sind ja teilweise noch sehr reduziert. Und ich glaub, bei den VWs war's ganz lange so, dass die nur 10000 Stunden das irgendwie machen über die gesamte Lebenszeit von
- Fabi
- dem Auto, irgendwie die Batterie son bisschen künstlich zu schützen sozusagen, ja.
- Jan
- Deswegen, ich ich warte noch auf das richtige Auto dafür.
- Barbara
- Ja, dann muss ich jetzt doch einmal den Sales Pitch machen, dann ist jetzt aber eigentlich dein Zeitpunkt für eine Batterie gekommen, weil dadurch
- Fabi
- Sehr gut.
- Barbara
- Dadurch, dass jetzt die Batterien tatsächlich sogar für das Ein- und Ausspeichern auch in Deutschland Netzentgelt befreit werden. Also bislang war 'n bisschen immer die Challenge, wenn Du eine große Batterie irgendwo zentral im Netz installiert hast, musst Du dir keine Netzentgelte zahlen. Das heißt, Du konntest einspeichern und ausspeichern und damit Geld verdienen. Wenn Du eine kleine Batterie bei dir zu Hause hattest durch Einspeisevergütung, Restriktionen dadurch und Komplexität musstest Du sozusagen, wenn Du in die Batterie eingespeichert hast, auch Netzentgelte zahlen und dann später sozusagen wieder verkaufen. Dadurch hast Du 'n bisschen so Variation, wenn man will Ja. Verloren in dem, was man machen kann. Und dadurch, dass das jetzt auch für die kleinen Anlagen wegfällt, ist die Batterie noch mal sinnvoller. Also da jetzt ist da im Moment gekommen, da tatsächlich eine Batterie zu installieren und dann auch direkt Hardmeat AI.
- Jan
- Ich sag dir unter uns, dass das Problem ist, ich hab das tatsächlich dieses oder letztes Jahr angefragt mit der mit der Batterie, nachdem ich wieder 'n Auto gekauft hab, was kein Grid, was nicht grid tauglich war. Ich dacht, okay, dann kauf, weiß ich jetzt den sauren Apfel und kauf mir diese Batterie. Und dann kam der Installateur und hat sich das alles angeguckt. Und da meinte dann, ja, da brauchen Sie aber auch 'n neuen Wechselrichter, weil obwohl ich das damals beim Hausbau so mit beauftragt hatte, dass der Wechselrichter bitte dafür vorgesehen sein sollte, eine Batterie irgendwie anzuschließen, wurde das offensichtlich nicht berücksichtigt, keine Ahnung. Und jetzt brauch ich auch 'n neuen Wechselrichter. Da hab ich gedacht, okay, 'n Wechselrichter ist ja 'n Verschleißteil und wenn der den Geist aufgibt, dann mach ich das mit der Batterie. Und so lange wart's jetzt noch. Weil es tut mir immer weh, auch aus Nachhaltigkeitsgründen irgendwie sone gute Komponente irgendwie wegzuwerfen, nur weil ich irgendwas anderes Tolles haben will. Und deshalb guck ich den Wechselrichter immer so an, denk mir so, ah, jetzt jetzt kannst Du vielleicht auch mal, bist doch bist doch jetzt schon alt, so.
- Fabi
- Kannst Du
- Barbara
- Und das und durch die Batterie könntest Du dafür helfen, mehr Erneuerbare in unser System und unser Netz, die drin spart auch wieder c o 2. Also ich glaube, es Zeit geworden für deine Batterie.
- Jan
- Ja. Sehr. Apropos Ich versteh schon, warum sie den Job hat
- Barbara
- Angebot, Anfrage ab.
- Fabi
- Aber apropos Zeit geworden. Ich also wir merken ja schon, ich glaube, das Thema, Jan und mich begeistert's ja auch sehr. Ich glaub so, dass ich mich hab auch schon erzählt ich beschäftige mich mit Wärmepumpen einbauen so. Also ich könnt jetzt noch sehr lange weiter mit dir reden und dich irgendwie noch weiterlöchern. Aber wenn ich auf die Uhr gucke, sind wir jetzt schon sehr, sehr weit gekommen. Von daher Jan, würd ich dich angucken und mal schauen, hast Du denn noch
- Jan
- also willst Du noch weiter
- Fabi
- über deinen eigenen Wechselrichter reden oder hast Du noch eine Frage? Ansonsten, Entschuldigung, kommen wir vielleicht zu unserer abschließenden Frage.
- Jan
- Ja, dann würd ich würd ich zu der abschließenden Frage
- Fabi
- kommen.
- Jan
- Und zwar meine Lieblingsfrage am Schluss, Barbara, ist immer, welche Frage haben wir dir nicht gestellt? Über welches Thema wolltest Du unbedingt sprechen und ärgerst dich grade, dass weder Fabi noch ich dich danach gefragt haben?
- Fabi
- Hm.
- Barbara
- Da muss ich einmal nachdenken. Ich weiß gar nicht, ich ärgere mich nicht darüber. Aber ich wundere mich, dass die Frage nicht gestellt wurde, weil das ist die typische Frage. Und die ist, wie war das denn so als Frau in der Elektrotechnik und als CTO? Die wird normalerweise immer gestellt. Also ich wundere mich eher, dass die nicht gestellt wurde. Ich ärgere mich nicht, spricht für euch.
- Fabi
- Ja. Wie warum haben wir's die gestellt? Ist eine gute Frage eigentlich, ne.
- Jan
- Ich weiß, also ist es ist es eine gute Frage. Ich guck mal Barbara an, weil also es es es tun mir, weil ich überlege immer sehr, so Fragen zu stellen, weil also es ist ja auch son bisschen unfair, jetzt irgendwie hier Barbara reden und Antwort stehen zu lassen, ne, für warum ist irgendwie die Tech Branche so wie sie ist, so. Ist ja auch irgendwie 'n bisschen, weiß nicht.
- Barbara
- Ja, ich versuch immer, das Positive in der Frage zu sehen und denke immer, wenn ich auch nur eine Person drauf und erwische, die deshalb denkt, hey, guck mal, ich kann das auch einfach machen und ich stell mir die Frage in Zukunft nicht dann hat's geholfen, die Frage doch einmal zu stellen. Also man kann das ja, ich finde das gar nicht so sehr als empfinde das gar nicht so sehr als Challenge, sondern manchmal auch einfach dafür. Ich hatte damit gar nicht son großes Thema in meiner Karriere und hab mir die Frage eigentlich selten gestellt und mich auch seitens sozusagen damit auseinandergesetzt, weil das aber auch schon in der Schule gar nicht so das Thema war. Im Studium dann vielleicht schon eher wieder, weil Elektrotechnik in Aachen, da ist tatsächlich die Quote sehr, sehr, sehr niedrig und später in der Energiewirtschaft sozusagen. Aber ich glaube, das ist vielleicht das, ich mag die Frage auf der einen Seite, denk ich mal, muss man die immer beantworten, auf der anderen Seite, Das geht. Und man kann immer, wenn man selber daran glaubt und sich auch eine Netzwerk aufbaut, das das Ganze supportet, dann ist das Thema auch gar nicht so groß, wie das manchmal von außen aussieht.
- Fabi
- Aber ist auch, ich frag mich, also ich mein, Du hast ja schon gemeint, deine Entscheidung ist ja schon früh gefallen mit Technologie, als Du dich gegen Französisch entschieden hast. Ich hab manchmal so das Gefühl, also hast Du das Gefühl, dass da in deiner Kindheit irgendwas war, was sich dafür hat? So, also jetzt mein Jan und ich Oh, jetzt muss
- Jan
- man doch mal noch mal richtig auf die Couch, ja.
- Fabi
- Vater so. Also vielleicht vielleicht gab's da irgendwas, weil ich weil ich finde alles andere, deswegen kam mir auch die Frage. Ich war bei dir so komplett stringent. Mir hat sich nicht die Frage gestellt, warum sich dieser Werdegang so gelaufen ist, so ja, Du scheinst gute Entscheidungen getroffen zu haben. Aber so grade dieser Anfang, ich glaub, das ist ja das für meinen, dass irgendwie manchmal so diese Affinität oder überhaupt zu dem Thema zu kommen, gar nicht so manchmal schon die erste Hürde ist, warum wir sonen Männer Frauen Mix in unserer Technologie Bubble haben. So. Also hast Du das Gefühl, dass da am Anfang irgendwas anders gelaufen ist, dass vielleicht jetzt demnächst anders machen
- Barbara
- können? Also also ja klar, jetzt geht's wirklich noch mal ganz auf die Couch. Also ja, ich hab natürlich auch schon in meiner Kindheit irgendwie Eisenbahnen verkabelt und zum Laufen gebracht im Keller mit meinem Vater so. Aber das das ist, glaub ich, war gar nicht so der Auslöser, sondern vielleicht tatsächlich eher meine Schulzeit. Und dass mein damaliger Physiklehrer, dann auch Informatiklehrer, Matheleistungskurslehrer das tatsächlich als völlig normal empfunden hat und auch mehrere. Also wir sind tatsächlich auch aus meiner aus meiner Schulzeit, hat noch eine Freundin sozusagen Physik damals als Studienfach gewählt. Der hat uns tatsächlich gefördert, hat organisiert, dass wir zu den Hochschulen, zu den technischen Studiengängen und den Öffnungsveranstaltungen sozusagen hinkommen und auch sehen, dass das funktioniert und hat das sozusagen gepusht und hat gesagt, nee, ihr könnt das so, jetzt versuch's doch mal. Und das hat tatsächlich sehr, sehr viel in der Denkweise geändert, dass ich auch, wenn selbst meine Großmutter gefragt hat, möchtest Du dich doch bitte lieber Lehramt studieren, ich einfach davon überzeugt war, dass nein, das ist gar kein Problem, das mach ich jetzt einfach so. Da tatsächlich viel meine Schulzeit war der Auslöser.
- Fabi
- Also einfach so, dass das einfach ganz normal ist und einfach so damit Das heißt, wir haben ja eigentlich auch was dafür getan, wir haben einfach so getan, als sei es komplett normal, dass wir mit 1 Frau als CTO sprechen.
- Barbara
- Das sag ich ja, das stimmt. Das ja auch komplett normal war und dir diese Frage gar nicht gestellt hab.
- Jan
- Wunderbar. Das ist auch 'n das ist auch 'n schönes Schlusswort. So. Wunderbar. Dann, Barbara, bleib mir gar nicht so viel mehr zu sagen, als 1000 Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast, heute hier Rede und Antwort zu einem sehr stringenten Lebenslauf gestanden hast. Aber es war superinteressant, da auch mal eine ganz andere Ecke irgendwie zu hören als so die Themen, mit denen wir uns hier sonst beschäftigen. Ich hoffe, Du hast auch deinen Spaß gehabt mit uns. Also das war nicht nicht ganz so trocken, wie Du vielleicht befürchtet hast oder so. Und ja, haben wir auch Spaß gehabt. Auf jeden auf
- Barbara
- jeden Fall. Bitte. Ich hatte auch sehr viel Spaß. Vielen Dank für die spannenden Fragen auch in der kompletten Breite über ganz viele verschiedene Themen.
- Fabi
- Barbara, vielen Dank. Mach's gut.
- Jan
- Mach's gut. Bis bald. Tschau, tschau. Tschau.